Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.0937 (07:16 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.0907 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 107.85. In der Folge notiert EUR-JPY bei 117.95. EUR-CHF oszilliert bei 1.0840.

Es ist bemerkenswert, wie die US-Administration immer wieder neue Baustellen auf dem Weg zu Lösungen der Konflikte schafft. Dabei spielen Gesetze, Verträge und Regeln keine Rolle. Im Zweifelsfall wird fabuliert, dass die Maßnahmen dazu da sind, die "Nationale Sicherheit" zu gewährleisten. Dieser Begriff ist beliebig. Er ist nicht klar definiert. Damit ist er das Mittel, um Verträge und Gesetze zu umgehen. Inwieweit der Missbrauch dieses Begriffs mit den Anforderungen an ein demokratisches System (Rechtsstaatlichkeit ist die Basis jeder Demokratie) kompatibel ist, sei dahingestellt.

Gleiches gilt für westliche Werte. In wie weit dieses Verhalten den Status des USD als Leitwährung schadet, wird man sehen müssen, denn für eine Leitwährung ist Vertrauen in Gesetze, Verträge und Regeln grundsätzlich unverzichtbar (Investitionsgrundlagen).

Um zu provozieren: Heute sind Peking und Moskau weitaus verlässlichere Partner, fraglos ohne perfekt zu sein, als die USA. Muss das im Rest der Welt zu einer Neuausrichtung führen oder schaut man bei dem Primäraggressor weg??

Kommen wir zu den Fakten: Die US-Regierung plant nach Angaben des Finanzministeriums derzeit kein Börsenverbot für Chinas Firmen, das zuvor von Präsident Trump ins Spiel gebracht wurde. Ein Ausschluss vom Aktienmarkt werde "derzeit" nicht erwogen. Damit bleibt die Möglichkeit eines solchen Schrittes gegeben. Es würde über einen solchen Schritt als Teil der Bemühungen, chinesische Investitionen in den USA einzuschränken, nachgedacht. Aktuell waren nach Angaben der US-Regierung mehr als 150 chinesische Firmen in den USA notiert.

Derzeit sind Chinas Regierung und Zentralbank dabei, Stabilität für die eigene Wirtschaftslage zu etablieren. Chinas Zentralbank wird weitere Schritte zur Konjunkturstimulierung einleiten. Man werde eine umsichtige Geldpolitik betreiben und die Kraft antizyklischer Maßnahmen erhöhen. Die Mechanismen dafür, dass Geld aus dem Bankensektor besser in der Realwirtschaft ankommt, würden verbessert. Kleinere Banken sollen sich besser mit Kapital versorgen können. Ergo sind konstruktive Maßnahmen Pekings Ausdruck von Determination (Logik) und stehen für planvolles Handeln.

Die nächste Runde hochrangiger Gespräche zwischen Washington und Peking wird für den 10. und 11. Oktober in Washington erwartet. Die Verhandlungen werden auf chinesischer Seite von dem Wirtschaftsberater von Präsident Xi Jinping, dem Vize-Regierungschef Liu He, geführt.

Fazit:

Wollen 85 % der Weltwirtschaft und mehr als 95 % der Weltbevölkerung weiter das Verhalten der USA losgelöst von Normen (auch UN-Charta wegen Souveränität) tolerieren? Anders ausgedrückt, ist eine Solidarisierung des Rests der Welt nicht überfällig?

Johnson-Dilemma!

Der britische Premierminister will im Amt bleiben. Auf die Frage, ob er zurücktreten würde, damit er nicht um eine Verzögerung des Brexits bitten muss, sagte Johnson am Sonntag zur BBC:

"Nein, ich habe mich verpflichtet, die Partei und mein Land in einer schwierigen Zeit zu führen, und ich werde das auch weiterhin tun. Ich glaube, es liegt in meiner Verantwortung, das zu tun."

Nun, ob die Begriffe Verantwortung und Johnson bezüglich seines Lügenpotpourris, seinem Verhalten gegenüber der Queen und seiner Intoleranz gegenüber Gesetzen zusammenpassen, sei dahingestellt.

Wohin das führt! Hinsichtlich des Risikos eines harten Brexits ist die Stimmung der britischen Unternehmen so schlecht wie seit fast acht Jahren nicht mehr. Die Geschäftserwartungen für die kommenden drei Monate sanken auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2011, wie aus einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage des Industrieverbands CBI unter 567 Unternehmen hervorging. Diese Entwicklung sei über das gesamte Spektrum von Produktion, Dienstleistungen und Vertrieb zu erkennen.

Erkennbar ist, dass die Politik der Brexit-Befürworter dazu führt, dass die britische Wirtschaft unter Druck kommt. Investitionstätigkeit kam schon unter die Räder. Damit schrumpft der Kapitalstock, der für die Stabilität der Wirtschaftslage und in der Folge der gesellschaftspolitischen Lage perspektivisch verantwortlich ist. Dieser Kapitalstock geht in Teilen nach Kontinentaleuropa, wo damit der Kapitalstock positiv beeinflusst wird. Damit wird der Brexit positive Impulse für das Potentialwachstum Kontinentaleuropas setzen. Perspektivisch tut das UK etwas für uns! Danke!

Datenpotpourri:

Eurozone: Licht und Schatten!

Per Berichtsmonat August verzeichneten die deutschen Einzelhandelsumsätze einen Anstieg im Monatsvergleich um 0,5 % (Prognose 0,5 %) und im Jahresvergleich um 3,2 % nach 5,2 % (revidiert von 4,4 %). Spaniens Einzelhandelsumsätze stiegen per August im Jahresvergleich um 3,2 % nach zuvor 3,3 % (revidiert von 3,2 %). In Italien sank der Index des Geschäftsklimas im Verarbeitenden Gewerbe per September von 99,6 auf 98,8 Punkte (Prognose 100,0).

Der Index des Verbrauchervertrauens legte von 111,9 auf 112,2 Punkte zu (Prognose 112,6). Der Economic Sentiment Index sank per September von zuvor 103,1 auf 101,7 Zähler (Prognose 103,1) und markierte den tiefsten Wert seit 02/2015.

Portugals Arbeitslosenrate sank per August von zuvor 6,5 % auf 6,2 % und erreichte den tiefsten Stand seit August 2002.

USA: Überwiegend Licht!

Persönliche Einkommen legten per August im Monatsvergleich um 0,4 % (Prognose 0,4 %) nach zuvor 0,1 % zu. Der reale private Konsum stieg um 0,1 % nach zuvor 0,3 % (revidiert von 0,4 %). Der Auftragseingang für langlebige Wirtschaftsgüter nahm per August im Monatsvergleich um 0,2 % zu (Prognose -1,0 %) nach zuvor 2,0 %. Der Index des Verbrauchervertrauens nach Lesart der Universität Michigan stellte sich laut finaler Berechnung per September auf 93,2 (Prognose 92,0) nach zuvor 92,0 Punkten (vorläufiger Wert).

China: Ermutigend!

Der von NBS ermittelte Datensatz der Einkaufsmanagerindices lieferte in der Gesamtbetrachtung per September ein leicht aufgehelltes Bild. Der Index für den Dienstleistungssektor sank geringfügig von 53,8 auf 53,7 Punkte, während der Index für den Sektor des Verarbeitenden Gewerbes von 49,5 auf 49,8 Zähler zulegte. In der Folge stieg der Composite Index von 53,0 auf 53,1 Punkte. Der von Caixin berechnete Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg per September von zuvor 50,4 auf 51,4 Zähler.

Japan: Licht und Schatten!

Per August legten die Einzelhandelsumsätze im Jahresvergleich um 2,0 % (Prognose 0,9 %) nach zuvor -2,0 % zu. Die Industrieproduktion sank per August im Monatsvergleich um 1,2 % (Prognose -0,5 %) nach zuvor +1,3 %. Im Jahresvergleich kam es zu einem Rückgang um 2,0 % nach zuvor -1,1 %. Neubaubeginne gingen per August im Jahresvergleich um 7,1 % (Prognose 6,1 %) nach zuvor -4,1 % zurück.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem Euro favorisiert. Ein Überwinden der Widerstandszone bei 1.1160 - 80 negiert den positiven Bias des USD.

Viel Erfolg!