Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1009 (07:20 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1007 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 109.16. In der Folge notiert EUR-JPY bei 120.18. EUR-CHF oszilliert bei 1.0988.

Die Finanzmärkte zeigen sich derzeit wenig volatil:

Europäische Unternehmen shoppen in den USA (u.a. LVMH/Tiffany 16 Mrd. USD). Die dafür fälligen USD mögen derzeit für die relative Schwäche des Euros gegenüber dem USD verantwortlich zeichnen.

Nur für informatorische Zwecke: Die öffentliche Neuverschuldung stellte sich vom 1. Januar bis zum 25. November in den USA auf 998,6 Mrd. USD laut US-Treasury. Die Aktienmärkte wandern auf den erhöhten Niveaus, getragen von der Hoffnung auf einen partiellen Handelsdeal zwischen USA und China. An der Zinsfront richtet man sich auf bekannten Niveaus ein und harrt der Dinge. Die Edelmetalle befinden sich weiter in einem Korrekturmodus.

EU agiert bei Brexit verantwortungsvoll:

Die EU wird nach dem Brexit einem Handelsabkommen des UK mit der EU Vorrang einräumen.

Der Brexit-Unterhändler der EU Barnier betonte, dass Brüssel sich bemühen werde, bis Ende 2020 eine Einigung zu erzielen. Der Zeitraum von 11 Monaten würde nach dem EU-Austritt des UK am 31. Januar 2020 bis zum Ende einer Übergangsfrist (31.12.2020) normalerweise nicht ausreichen, um ein Handelsabkommen auszuhandeln.

Der Ansatz der Politik Barniers und der EU belegt Verantwortungsbewusstsein für die EU, aber auch für die Menschen des UK. "Chapeau"!

Datenhoheit ist Ausdruck von Souveränität!

Wer Daten kontrolliert, hat Macht. Das wird in der Zukunft noch stärker gelten als heute. Vor diesem Hintergrund ist die Sicherung von sensiblen Daten für Staaten, bei denen der Begriff Souveränität und Selbstbestimmung nicht nur billige Verbalakrobatik ist, von eklatanter Bedeutung. Zahlungssysteme und Zahlungsströme (auch Wirecard - Rolle FT) gehören zu diesem Sektor. Wir begrüßen die nachfolgenden Einlassungen der EZB.

Die EZB fordert Anstrengungen, damit Europa im Zahlungsverkehr unabhängiger von internationalen Anbietern wird. 20 Jahre nach der Einführung des Euros gäbe es kein europäisches Netzwerk für Kartenzahlungen, mahnte EZB-Direktor Coeure.

O-Ton Benoit Coeure: "In diesem Umfeld gibt es klare Anzeichen dafür, dass Europa in Gefahr ist, seinen wirtschaftlichen Vorsprung zu verlieren."

Europas Finanzinstitutionen sei es bisher nicht gelungen, im Sektor der Kartenzahlungen eine konkurrenzfähige Alternative zu den großen US-Kreditkartenanbietern Mastercard und Visa, zu entwickeln. Zudem sei das Zahlungsverkehrsgeschäft durch den digitalen Wandel in Aufruhr. Neue mobile Bezahldienste wie Google Pay oder Apple Pay gewönnen an Boden. Durch Abhängigkeit von internationalen Anbietern würde der Währungsraum anfälliger für Störungen von außen, wie etwa Cyber-Risiken, betonte Coeure. Unternehmen mit globaler Marktmacht würden zudem nicht notwendigerweise im Interesse Europas handeln. So fordert auch die Bundesbank größere Anstrengungen im Zahlungsverkehr.

US-Sanktionspolitik als Druck- und Erpressungsmittel, die US-Unternehmen verpflichtet losgelöst von internationalen Rahmenwerken und Verträgen Länder, Institutionen oder Personen auszuschließen, stellt ein massives Risiko für unseren politischen Raum und Wirtschaftsraum dar.
Wir pflichten der EZB bei, es ist höchste Zeit, zu handeln. Datenhoheit ist Ausdruck von Souveränität und bitter notwendigen Selbstbestimmung.

Transatlantiker besorgt!

Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Herr Peter Beyer, hat sich besorgt über die negative Einstellung vieler Deutscher gegenüber den USA geäußert.
Wir sind besorgter über die negative Einstellung der US-Verantwortlichen, die die EU und damit Deutschland als Feind klassifizierten (Trump Juli 2018).

Herr Beyer betonte, dass wir in Deutschland auch deshalb in Frieden und Wohlstand lebten, weil die Amerikaner für unsere Sicherheit sorgen und weil US-Soldaten auf deutschem Boden stationiert seien. Das stimmt fraglos bezüglich der Vergangenheit. Wie sieht die Realität aus? Die USA wollen US-Recht extraterritorial anwenden. Wir sind Feind. Was bedeutet das für Europa? Agieren China und Russland wie die USA?

In der Umfrage der Körber-Stiftung hatten 64% der Deutschen angegeben, dass sie das Verhältnis zu den USA als schlecht oder sehr schlecht ansähen. Diese Wahrnehmung ist hinsichtlich der Fakten der Realität und perspektivischen Zukunft mehr als verständlich.

Datenpotpourri:

Eurozone: Paris und Helsinki setzen positive Akzente!

Der französische Index des Verbrauchervertrauens stellte sich per November auf 106 nach 104 Punkte (Prognose 103) und erreichte den höchsten Stand seit Juni 2017.

In Finnland stellte sich der Index des Verbrauchervertrauens per November auf -5,0 nach zuvor -6,5 Punkte. Der Index für den Sektor der Industrie war unverändert bei -7 Zählern (Vormonat revidiert von -8).

Per Berichtsmonat Oktober sanken die Importpreise im Monatsvergleich um 0,1% (Prognose -0,2) nach zuvor +0,6%. Im Jahresvergleich kam es zu einem Rückgang um 3,5% (Prognose -3,6%9 nach zuvor -2,5%.

USA: Zinsinduzierte Inflation am Wohnimmobilienmarkt, ansonsten mau!

Laut der FHFA nahmen die Wohnimmobilienpreise in den USA per September im Monatsvergleich um 0,6% nach zuvor 0,2% zu. Im Jahresvergleich stellte sich ein Anstieg um 5,1% nach zuvor 4,6% ein.
Gemäß Case/Shiller ergab sich im 20 Städtevergleich im Monatsvergleich eine Zunahme der Wohnimmobilienpreise um 0,4% (Prognose 0,3%) nach zuvor 0,2% (revidiert von -0,2%). Im Jahresvergleich ergab sich ein Anstieg um 2,1% (Prognose 2,1%) nach zuvor 2,0%.

Der Absatz neuer Wohnimmobilien stellte sich in der auf das Jahr hochgerechneten Fassung auf 733.000 (Prognose 709.000) nach zuvor 738.000 (revidiert von 701.000).
Der Index des Verbrauchervertraue3ns nach Lesart des Conference Board sank unerwartet von 126,1 (revidiert von 125,9) auf 125,5 Punkte (Prognose 127,0).

Der Richmond Fed Composite Index ging per November von 8 auf -1 Punkt zurück.

China: Negative Gewinnentwicklung maßgeblich wegen US-Handelskrieg

Per Oktober sanken die Gewinne der Industrieunternehmen im Jahresvergleich um 9,9% nach zuvor -5,3%. Im Jahresverlauf Januar bis Oktober stellte sich der Rückgang auf 2,9% nach zuvor -2,1%.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem Euro favorisiert. Ein Überwinden der Widerstandszone bei 1.1160 - 80 negiert den positiven Bias des USD.

Viel Erfolg!