Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1448 (07.25 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1392 europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 113.20. In der Folge notiert EUR-JPY bei 129.60. EUR-CHF oszilliert bei 1.1458.

Laut aktuellen Hochrechnungen gewinnen die Demokraten die Mehrheit im US-Repräsentantenhaus, während die Republikaner die Mehrheit im US-Senat ausbauen. Mit dieser Konstellation wird Präsident Trump in seinen politischen Möglichkeiten eingeschränkt. Die Kontrollfunktion des Kongresses bekommt dadurch ein höheres Gewicht. Insbesondere im Sektor des Haushaltsrechts wird es für Trump voraussichtlich komplizierter. Damit sind die Chancen für mehr fiskalische Stimulanz deutlich verkürzt. Ergo ebnet sich der Ausblick für das BIP-Wachstum tendenziell ein.

Ähnlich wie sein Vorgänger Obama wird Trump in seiner Politik stärker auf "Exekutivgewalt" setzen, um seine politischen Vorstellungen umzusetzen. In der Außenpolitik hat diese neue parlamentarische Konstellation keine nachhaltigen Wirkungen, da die ideologisch verankerten Feindbilder Iran, Russland und China in beiden Parteien präsent sind.

Der Sachverständigenrat (Wirtschaftsweise) hat die BIP-Prognosen laut Medienberichten deutlich gekappt. Die Wirtschaftsweisen starteten mit BIP-Prognosen per 2018/2019 bei 2,3% und 1,8% und landeten jetzt bei 1,6% und 1,5%. Der Hintergrund der Anpassungen liegt laut Sachverständigenrat in den außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, beispielsweise dem Handelsstreit mit den USA oder dem Risiko eines ungeordneten Brexits.

Wir nehmen die Sichtweisen der Wirtschaftsweisen zur Kenntnis und verweisen darauf, dass auch der jetzt prognostizierte Wachstumsclip deutlich über der Potentialwachstumsrate Deutschlands läge. Aktuelle harte Konjunkturdaten ermutigen übrigens eher, als dass sie dieser Prognose Vorschub verleihen.

Daten der Eurozone:

Die finalen Werte der Einkaufsmanagerindices, die von Markit ermittelt wurden, standen gestern zur Veröffentlichung an. Per Berichtsmonat Oktober legte der Index für den Dienstleistungssektor gegenüber dem vorläufigen Wert von 53,3 auf 53,7 Punkte zu (Vormonat 54,7). In der Folge stellte sich der Composite Index auf 53,1 Zähler nach 52,7 Punkten im vorläufigen Wert (Vormonat 54,1). Damit ergab sich im Monatsvergleich ein nennenswerter Dynamikverlust, der aber weniger stark ausfiel als zunächst in den vorläufigen Daten unterstellt.

Die Erzeugerpreise setzten einen inflationären Akzent. Per Berichtsmonat September legten sie im Monatsvergleich um 0,5% (Prognose 0,4%) zu. Im Jahresvergleich stellte sich die Zunahme auf 4,5% (Prognose 4,2%) nach zuvor 4,3% (revidiert von 4,2%). Im Jahresvergleich kam es damit zum stärksten Anstieg seit November 2011.

Die deutschen Betriebe suchen händeringend Mitarbeiter. Im 3. Quartal erreichte die Zahl der offenen Stellen den Rekordwert von 1,24 Millionen laut IAB. Das waren circa 140.000 mehr als im Vorjahr. Auffällig sei die stark gestiegene Personalnachfrage im Verarbeitenden Gewerbe (gut bezahlte Jobs). Nach den starken Auftragseingängen in der Phase August/September legte auch die deutsche Industrieproduktion stark zu.

Per Berichtsmonat September nahm die deutsche Industrieproduktion im Monatsvergleich um 0,2% zu (Prognose 0,1%). Der Vormonatswert wurde von -0,3% auf 0,1% revidiert.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1.1290 - 1.1320 neutralisiert den positiven Bias des Euros.

Viel Erfolg!

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