Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,1833 (06:25 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,1772 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 105,98 In der Folge notiert EUR-JPY bei 125,40. EUR-CHF oszilliert bei 1,0744.

Heute wird die Rede des Fed-Präsidenten Powell zur strategischen Ausrichtung der Fed erwartet. Die Fed hatte zuletzt angekündigt, ihre geldpolitische Strategie zu überarbeiten. Dabei wird es voraussichtlich zu einer qualitativen Nivellierung bei dem Thema Inflationsbewertung kommen, die dazu führt, länger und umfassender Niedrigzinspolitik und/oder Ankaufpolitik umzusetzen. Das kann dem USD kaum gut tun. Es könnte auf Aktienmärkte aber wie eine Adrenalinspritze wirken.

Bevor wir den Blick auf Corona-Daten werfen, wenden wir uns dem Thema der Stochastik zu. Das Wort Stochastik ist ein Sammelbegriff für die Gebiete der Wahrscheinlichkeitstheorie und der Statistik.

Vereinfacht ausgedrückt, sind Zufälle grundsätzlich links und rechts von der Normalkurve verteilt. Ist das dauerhaft nicht der Fall, sind es eben keine Zufälle. Dann steht beispielsweise eine politische Agenda dahinter.

Die Lehre der Stochastik kann man auf das Thema Corona anwenden:

  • Wenn die Definitionen für ultimative Maßnahmen beliebig verändert werden,

  • wenn entspannende Daten (z.B. Letalität) weitgehend ignoriert werden,

  • wenn Datenerfassungen unvollständig und damit tendenziös ausfallen,

  • wenn weitgehend einseitig Experten im politischen Diskurs und in den Mainstreammedien zu Wort kommen,


haben diese Entwicklungen wenig mit Zufällen zu tun, sondern können sehr wohl als Ausdruck einer Agenda interpretiert werden (Stringenz der "Zufälle").

Johns Hopkins University Daten (Stand 26.08.2020)

Heute geht es bezüglich Covid-19 um die Datengüte seitens der Johns Hopkins University. Dabei beziehe ich mich auf die Zahl der akuten Fälle der positiv getesteten Personen. Diese Zahl ist relevant, da sie für die Politik und Medien ein Indiz unter mehreren anderen ist, den Stresszustand und damit die Risikolage zu analysieren.

Es ist keine Kritik an der JHU. Die JHU kann nur die Daten verwerten, die zur Verfügung gestellt werden. Hier liegt das Problem. Manche Länder stellen die Genesungszahlen nicht realistisch ein. Damit ergibt sich ein Bild der Überzeichnung der Risikolage.

Die meisten Länder liefern sachlich unbestechlich (auch Deutschland). Ihre Daten sind in der bekannten Corona-Arithmetik vollständig plausibel. Die zugrunde gelegte Arithmetik ist abgeleitet aus dem Inhalt meines Gesprächs mit der schwedischen Gesundheitsbehörde und der anekdotischen Evidenz. Weit mehr als 90 % der positiv getesteten Personen sind nach maximal drei Wochen gesundet. Die Daten der Länder, die nicht in nachfolgender Tabelle aufgeführt sind, bestätigen diese Erkenntnis.

Zur Erklärung der Vorgehensweise in nachfolgender Tabelle:

Es werden den akuten Fällen laut JHU diejenigen gegenübergestellt, die nach obiger Arithmetik plausibel sind (belegt durch die Statistik der übrigen Länder). Dabei nehmen wir nicht den Faktor von 21 (Tagen) der Covid-Neuzugänge, sondern von 25 (Tagen), um damit unsere hanseatische Herangehensweise zu betonen.

Für unten angeführte Länder liegt demnach das "Overreporting" bei 2.989.800 oder circa 67 % von ausgewiesenen 4.437.823 Fällen. Das sind keine "Peanuts"!

  

Daten: Johns Hopkins University, eigene Berechnungen SOLVECON-Invest

Schwergewichte der anfechtbaren Daten sind die USA (Wahlen?) und das UK. Sachlichkeit ist eine Tugend, die aktuell bezüglich des Begriffs Verantwortung für Freiheit und Staatshaushalte (Zukunftsfähigkeit) unverzichtbar ist!

Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden

China setzt in der globalen Konjunkturerholung trotz der massiven Anfechtungen im Rahmen des Wirtschaftskriegs der USA gegen China weiter die positivsten Akzente weltweit. Diesmal lieferten die Profite der Industrieunternehmen den faktischen Hintergrund. Damit ist Chinas Wirtschaft einer der wichtigsten Katalysatoren für die weltweite Konjunkturerholung. Was wäre wohl das Ergebnis ohne diesen US-Wirtschaftskrieg, der zu größten Teilen bar jeder belastbaren rechtlichen Grundlage ist?


Eurozone: Stimmung in Paris unverändert

Der Index des Verbrauchervertrauens Frankreichs verharrte per Berichtsmonat August erwartungsgemäß bei 94 Indexpunkten.


USA: Starke Zahlen im Auftragseingang

Der Auftragseingang für langlebige Wirtschaftsgüter legte per Juli im Monatsvergleich um 11,2 % (Prognose 4,3 %) nach zuvor 7,7 % (revidiert von 7,6 %) zu.


China: Industrieprofite legen im Juli merklich zu

Die Gewinne bei den Industrieunternehmen Chinas sprudeln weiter. Per Berichtsmonat Juli ergab sich im Jahresvergleich ein Anstieg um 19,60 % nach zuvor 11,50 %. Das war der dritte Jahresanstieg in Folge bei zunehmender Tendenz. Für den Jahreslauf von Januar bis Juli kam es zu einem Rückgang um 8,1 % nach zuvor -12,8 %. Der Tiefpunkt der Ertragslage wurde im Rahmen der Corona-Belastungen im März mit -34,90 % im Jahresvergleich markiert.


Korea: Zentralbank mit ruhiger Hand

Die Zentralbank Koreas hat den Leitzins unverändert am historischen Tiefpunkt bei 0,5 % belassen.


Schweiz: BIP-Einbruch milder als erwartet

Das BIP der Schweiz verzeichnete per 2. Quartal im Quartalsvergleich einen Rückgang um 8,2 % (Prognose -8,6 %) und im Jahresvergleich um 9,3 % (Prognose -9,6 %).

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.1400 - 30 neutralisiert den positiven Bias des Euros.

Bleiben Sie gesund, viel Erfolg!