Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,1148 (06:58 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,1134 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 108,31. In der Folge notiert EUR-JPY bei 121,75. EUR-CHF oszilliert bei 1,0818.

Starke Erkenntnisse aus dem Kreis der Familienunternehmen!

Der deutsche Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Die von Familien geführten Unternehmen sind das Rückgrat des Mittelstands. Insofern ist die Bedeutung der Ausrichtung dieser Unternehmen von massiver Bedeutung.

Unternehmen müssen dorthin gehen, wo das Geschäft liegt, wo belastbare Zukunft stattfindet. Täten sie das nicht, würden sie sich Wettbewerbsnachteile auf globaler Ebene schaffen, die am Ende auch die Unternehmen selbst gefährdeten.

Da die Unternehmen den Kapitalstock eines Landes bilden, von dem die Gesamtgesellschaft abhängig ist (Einkommensströme), implizierte ein Scheitern der Unternehmen ultimativ staatliches Scheitern.

Die Stiftung der Familienunternehmen hat das ZEW beauftragt, eine Untersuchung über die Einstellung der Familienunternehmen zu Schwellenländern vorzunehmen. Demnach sind für die deutschen Familienunternehmer Russland, die Türkei und China die attraktivsten Schwellenländer.

Russland konnte seine Stellung als attraktivster Standort ausbauen. Unternehmen könnten dort auf gut ausgebildete Arbeitskräfte zugreifen. Die Bereiche Besteuerung und Regulierung sowie die Energiekosten seien günstig.

Die Türkei habe viel unternommen, um sich attraktiver aufzustellen. Es biete günstige Steuerregelungen, ein liberales Regulierungsumfeld sowie gut ausgebildete Arbeitskräfte.

China habe seine Wettbewerbsfähigkeit ebenfalls verbessert. Die Staatsführung geht hart gegen Kriminalität und Korruption vor.

Familienunternehmen sind Wirtschaftsdiplomaten. Sie schaffen die Basis gemeinsamer Interessen. Sie sind Pragmatiker, keine Ideologen. Sie agieren nach dem Motto der Hanse, die übrigens Frieden stiftete und Wohlstand und daraus resultierend politische Stabilität für die Beteiligten generierte.

Das ist erfrischend, das macht Mut. Danke! Kann Europas Politik davon etwas lernen? Wie begann die Entspannungspolitik mit dem Osten in den 70ern? Ja, sie begann über die Wirtschaft (u.a. Wolf von Amerongen). Gibt es positive Lernkurven aus der Historie oder hat Europa im Fahrwasser der US-Interessen diese Lernkurven zuletzt ignoriert?

Abstrakt: Die Kunst der Diplomatie

Das ultimative Mittel der Politik ist Krieg, ob offen oder verdeckt. Es ist das übelste Mittel und deswegen sind Angriffskriege als Kriegsverbrechen definiert. Das beste Mittel der Politik ist Diplomatie, also der persönliche Austausch, um Konflikte zu befrieden, auszuräumen und gemeinsame Interessen zu definieren.

Bewusste Eskalation bedarf der Sprachlosigkeit. Der US-Irankonflikt ist Ausdruck einer US-Eskalation, die jedwede Kunst der Diplomatie vermissen lässt und das international verankerte Gebot der Souveränität der Nationen negiert.

Dass die USA dem Außenminister des Iran die Einreise verweigern, stellt einen Bruch der Vereinbarung der UN mit den USA als Gastgeberland der UN dar. Laut dieser Vereinbarung (1947) sind die USA verpflichtet, ausländischen Diplomaten Zugang zu den Vereinten Nationen an dem Sitz der UN in New York zu gewähren.

Die Haltung der USA in dieser Frage hat nichts mit der Kunst der Diplomatie zu tun, sondern ist Ausdruck bewusster Eskalation auch mit dem Ziel diese multilaterale Veranstaltung, die als Folge der Erfahrung der zwei Weltkriege gegründet wurde, zu marginalisieren. Was bedeutet das für die Staatengemeinschaft ex USA? Ergibt sich daraus nicht unter Umständen der Zwang zu einer Solidarisierung ex USA (USA lediglich 4,3 % der Weltbevölkerung, circa 15 % Anteil am Welt-BIP)?

Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden:

Eurozone: Durchwachsenes Bild

Die Verbraucherpreise der Eurozone legten laut Erstschätzung per Dezember im Jahresvergleich um 1,3 % nach zuvor 1,0 % zu (Prognose 1.3 %). Die Kernrate stieg im Jahresvergleich um 1,3 % nach zuvor 1,3 %.

Die Einzelhandelsumsätze der Eurozone zogen per November im Monatsvergleich um 1,0 % an (Prognose 0,6 %) Mehr noch wurde der Vormonatswert von -0,6 % auf -0,3 % revidiert. Im Jahresvergleich ergab sich ein Anstieg um 2,2 % (Prognose 1,3 %) nach zuvor 1,7 % (revidiert von 1,4 %).

Per Berichtsmonat November verzeichneten die deutschen Auftragseingänge der Industrie einen Rückgang um 1,3 % (Prognose +0,3 %). Der Vormonatswert per Oktober wurde von -0,4 % auf +0,2 % revidiert.

Der Index des Verbrauchervertrauens Frankreichs sank per Dezember von 105 auf 102 Zähler (Prognose 104).

USA: Überwiegend positive Akzente

Die Handelsbilanz der USA wies per November ein Defizit in Höhe von 43,1 Mrd. USD (Prognose -43,8 Mrd. USD) aus. Der Vormonatswert wurde von -47,2 auf -46,9 Mrd. USD revidiert. Damit wurde der niedrigste Defizitwert seit 10/2016 markiert.

Der Auftragseingang der US-Industrie sank per November um 0,7 % im Monatsvergleich (Prognose -0,8 %). Der Vormonatswert wurde von 0,3 % auf 0,2 % angepasst. Der ISM-Dienstleistungsindex legte per Dezember von zuvor 53,9 auf 55,0 Punkte zu (Prognose 54,5).

Japan: Positiv, aber Niveau unbefriedigend

Der Index des japanischen Verbrauchervertrauens legte per Dezember von zuvor 38,7 auf 39,1 Punkte zu.

China: Positiv

Per Berichtsmonat Dezember legten die Devisenreserven Chinas leicht von zuvor 3.096 Mrd. USD auf 3.108 Mrd. USD zu.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem US-Dollar favorisiert. Ein Durchbrechen der Unterstützungszone bei 1.0950 - 1.0980 negiert den positiven Bias des EUR.

Viel Erfolg!