Schwaches Wachstum in der Eurozone

Die Anleger sind aufgrund der aktuellsten wirtschaftlichen Entwicklungen innerhalb der Eurozone zutiefst beunruhigt. Der DAX30 Index hat seit Juni 2014 rund 13 Prozent verloren und damit steht für das Jahr 2014 gut 8,5 Prozent im Minus.

Verantwortlich für die hohen Verluste der Aktienmärkte in den vergangenen Tagen sind beunruhigende Wirtschaftsdaten aus der Eurozone. Besonders der vermeintlich starke Mann Europas, die deutsche Wirtschaft, sieht sich mit einer abrupten Abkühlung der Wirtschaft konfrontiert. In Abbildung 1 ist die Entwicklung einiger der wichtigsten Indikatoren für die deutsche Wirtschaft abgebildet. Der Einbruch der Daten im August (Industrieproduktion) ist durchaus signifikant, doch hierbei handelt es sich um oft volatile Daten, daher sollte man mindesten die Daten des Septembers abwarten, bevor man voreilige Schlüsse zieht.

Rohstoffpreise

Die Aussichten auf niedrigeres Wirtschaftswachstum haben eine Kettenreaktion ausgelöst und diese greifen auf die Rohstoffmärkte über. Metalle befinden sich bereits seit Monaten in einem Abwärtstrend. Von den jüngsten Wachstumssorgen sind insbesondere die Preise für Rohstoffe aus dem Segment Energie betroffen. Die stärkste Preisbewegung ist dieser Tage am Rohölmarkt zu beobachten, mittlerweile ist der Preis für ein Barrel Brent Crude auf unter 85 USD gefallen, dies ist ein Preisrückgang von gut 26 Prozent seit dem Jahreshoch im Juni.

Inflationserwartungen

Auch in den USA und Großbritannien wachsen angesichts fallender Preise an den Märkten für konjunktursensible Anlageklassen die Erwartungen an die zukünftigen Inflationsraten. Die an den Kapitalmärkten gehandelten Inflationsraten sind in den letzten Wochen deutlich gefallen. Am stärksten fielen die Erwartungen in der Eurozone. Diese befinden sich damit auf einem neuen Tiefpunkt. Neu ist, dass auch in den USA und Großbritannien die Angst vor einer Disflation (rückläufigen Inflationsraten) an den Märkten um sich greift. Auch wenn die Wirtschaftsdaten in den USA und Großbritannien bislang eine leichte Abschwächung der Konjunktur anzeigen, gibt es noch keine eindeutigen Anzeichen eines Einbruchs der Wirtschaft. Dennoch sind die Inflationsraten in den letzten Monaten gefallen und rufen damit Sorgen bei den Investoren hervor.

Marktreaktionen

Aktien sind eine sehr konjunktursensible Anlageklasse. Die Gründe hierfür liegen in der Bewertung von Aktien. In dem Kurs einer Aktie werden immer die zukünftigen Gewinne gehandelt. Da diese aktuell in Gefahr zu sein scheinen, fällt die Marktreaktion entsprechend negativ aus.

Anleihen bieten gegenüber Aktien, mit welchen man unlimitiert an Unternehmensgewinnen beteiligt ist, eine fixe Rendite. Diese nominale Rendite ist nur in Gefahr, wenn der Herausgeber der Anleihe nicht mehr in der Lage ist die Anleihe plus die Zinsen zurück zu zahlen. Diese relative Sicherheit im Vergleich zu Aktien ist in Zeiten eines geringen Wirtschaftswachstums gefragt und führt zu steigenden Preisen am Anleihemarkt.

Man muss zum heutigen Zeitpunkt festhalten, dass sich die fundamentalen Daten eingetrübt haben, jedoch nicht das Ausmaß der Marktreaktion rechtfertigen. Dennoch handelt es sich bei der Marktreaktion um ein häufig zu beobachtendes Phänomen. Märkte versuchen, die Entwicklung der Konjunktur bereits vor deren Realisierung vorweg zu nehmen. Dabei reagieren Märkte stark prozyklisch und müssen auch das eine oder andere Mal wieder zurück rudern, wenn es anders kommt, als die Masse der Marktteilnehmer antizipiert hat.

Folgen für Anleger

Anleger, die langfristig orientiert sind sollten angesichts der roten Vorzeichen nicht in Panik geraten, sondern ihre langfristige Strategie im Auge behalten. Unserer Einschätzung zufolge sind die Abschläge an den Aktienmärkten nicht durch die wirtschaftlichen Rahmendaten zu rechtfertigen. Die zwar schwächer werdenden Rahmendaten deuten einen Abschwung der Konjunktur an, mehr jedoch nicht. Sollte es nicht zu einem starken Einbruch der Konjunktur kommen, erscheinen uns die Marktreaktionen überzogen. Die Märkte sollten auch durch die Geldpolitik ausreichend starke Unterstützung erfahren, denn auch die US-Notenbank könnte bei Bedarf ihre Geldpolitik wieder lockern.

YPOS - Veranstaltungskalender

YPOS - Veranstaltungskalender

Bis zum Jahresende ist es nicht mehr weit, dennoch haben wir in den folgenden zwei Monaten noch eine Vielzahl interessanter Veranstaltungen und Webinare für Sie geplant.

YPOS Kapitalmarkt-Dialog am 12.11.2014

Konjunkturdaten, volkswirtschaftliches Umfeld, Anlageklassen und Portfoliokonstruktion. Der YPOS Kapitalmarkt-Dialog bietet Ihnen monatlich einen Überblick zu den wichtigsten Trends und Hintergründen an den internationalen Kapitalmärkten. Ersparen Sie sich viel Zeit und Lektüre von Wirtschaftsnachrichten und nutzen Sie unsere gesammelten Informationen. Am Ende des Webinars besteht die Möglichkeit, Fragen an die Referenten zu richten.

Die nächste Onlinekonferenz findet am 12.11.2014 statt. Sie können sich bereits heute anmelden.

attendee.gotowebinar.com/register/3476198731834089218

Vortragsabend: Zeitgemäße Geldanlage und Finanzplanung

Am 11. November 2014 in Darmstadt

Es erwartet Sie ein spannender Mix aus aktuellen Themen rund um die persönliche Finanzplanung und die internationalen Kapitalmärkte.

Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier:

https://www.ypos-fp.de/events/vortragsabend-zeitgemaesse-geldanlage-und-finanzplanung/

Workshop: Die vermietet Immobilie als Kapitalanlage

Dieser Workshop richtet sich an private Anleger, die über den Kauf einer Immobilie als Kapitalanlage nachdenken oder die bereits eine Immobilie als Kapitalanlage besitzen und sich über Einflussfaktoren und mögliche Fallstricke informieren möchten.

Nächste Termine:

27. Oktober 2014 – Information & Anmeldung

10. November 2014 – Information & Anmeldung