Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,0820 (06:33 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,0815 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 107,28. In der Folge notiert EUR-JPY bei 116,07. EUR-CHF oszilliert bei 1,0560.

Die Aktivität der Gemeinde der internationalen Notenbanken war in den letzten Wochen massiv. Die Notenbank Kasachstans lieferte gestern mit einer Zinssenkung von 12,0% auf 9,5% den letzten Akzent im Rahmen der Zinssenkungen. Mit den global verfügten Maßnahmen ist der Durchschnittszins auf globaler Ebene drastisch gesenkt worden. Niedrigere Zinsen erhöhen die Schuldentragfähigkeit von Staat und Wirtschaftssubjekten.

Gleichzeitig wurden von den großen Notenbanken, in deren Hinterhöfen systemisch relevante Märkte angesiedelt sind, massivste Aufkaufprogramme etabliert, um einerseits Liquidität, aber wesentlicher Stabilität und Funktionalität dieser Märkte, die (leider) maßgeblich von Algorithmen bestimmt werden, zu gewährleisten. Gleichzeitig wurde damit auf das Preisgefüge Einfluss genommen. Insgesamt waren die Maßnahmen hoch- oder sogar überdimensioniert. Das war unseres Erachtens eine bewusste Entscheidung, die Signalwirkung senden sollte.

Nachdem Zentralbanken über ihre klassischen Mittel der Zinssenkungen und der Aufkaufprogramme agierten, um Folgen der administrierten Rezession abzufedern, kommen jetzt verstärkt filigranere Maßnahmenpakete auf. Sie sollen dazu dienen, dass die verfügten Maßnahmen die gewünschte Breitenwirkung entfalten. Das gilt beispielsweise für die Federal Reserve. Damit die Maßnahmen bei den Menschen ankommen, wurde jetzt verfügt, dass die US-Notenbank auch Anleihen kleinerer Counties und Städte erwerben kann. Das ist richtig und zielführend.

Für die Fed- als auch die EZB-Sitzung gilt, dass man verdeutlichen wird, im Zweifelsfall unlimitiert zu agieren. Neue große Pakete stehen nicht auf der Agenda.

Ein Blick auf Corona "global" gemäß Johns-Hopkins-Universität:

Coronavirus global: Die Zahl der nachgewiesenen Infizierten legte seit gestern um 69.911 auf 3.041.550 zu. Die Zahl der Genesungen stieg um 28.148 auf 894.073, während die Zahl der Todesfälle um 4.617 auf 211.159 zunahm. Damit liegt die Zahl der akuten nachgewiesenen Fälle bei 1.936.318 (Vortag 1.899.172).

 

In der Corona-Krise ergeben sich sukzessive ermutigende Signale. Das lässt sich an politischen Maßnahmen erkennen. Immer mehr Regierungen verfügen Öffnungen der Wirtschaft und der Gesellschaft oder kündigen derartige Pläne an. Zuletzt hat Australien Öffnungsmaßnahmen beschlossen.

Laut eigener Studie hat Herr Professor Drosten festgestellt, dass es eine größere Hintergrundimmunität in Höhe von 38% gäbe. Gleichzeitig warnte er, dass diese Daten nicht übertragbar wären. Bezüglich des letzten Satzes darf Irritation eintreten. Wozu macht man Studien, wenn man die Erkenntnisse aus den Studien dann anzweifelt?

Werfen wir einen Blick auf Deutschland. Gemäß Johns Hopkins sind hier 158.758 Infizierte festgestellt worden. Davon sind 6.126 verstorben. 114.500 gelten als geheilt. Ergo ergibt sich eine Zahl von 38.132 akut Infizierten. Davon sind circa 90% nur geringfügig betroffen (Bevölkerung 83 Mio.).

Sollte sich verantwortliches Handeln der Bürger dieses Landes fortsetzen, lässt sich die positive Tendenz fortschreiben.

Das Eine ist verantwortliches Handeln der Bürger, das Andere ist verantwortliche Politik mit Augenmaß für Wirtschaft und Gesellschaft unter Achtung der Verfassung. "Food for thought!"

Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden:

Eurozone: Stimmung bricht weiter ein

In Finnland sank der Index des Verbrauchervertrauens per April von zuvor -7,1 auf -13,9 Punkte. Der Geschäftsklimaindex sackte von -6 auf -23 Zähler. Der französische Index der Verbrauchervertrauens fiel per Berichtsmonat April von zuvor 103 auf 95 Punkte (Tiefpunkt seit Februar 2019). Die Prognose lag bei 83 Zählern. Frankreich zeigt sich hier resilienter als andere europäische Regionen.

Russland: Daten weiter erfrischend

Der Einzelhandel legte per März im Jahresvergleich um 5,6% (Prognose 2,6%) nach zuvor 4,6% zu. Die realen Löhne verzeichneten per Februar einen Anstieg im Jahresvergleich um 5,7% (Prognose 5,5%) nach zuvor 6,5%.

USA: Dallas im Stimmungstief

Der Dallas Fed Manufacturing Business Index sank per April von zuvor -70,0 auf -73,70 Punkte und markierte ein neues Allzeittief (Historie bis 2004).

Japan: Arbeitsmarkt widerstandsfähig

Die Bank of Japan hat den Leitzins auf der aktuellen Zentralbanksitzung unverändert bei -0,10% belassen. Die Arbeitslosenrate stellte sich per März auf 2,5% (Prognose 2,5%) nach zuvor 2,4%.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das eine neutrale Haltung im Währungspaar EUR/USD favorisiert. Erst ein Ausbruch aus der Bandbreite 1,0700 - 1,1000 eröffnet neue Opportunitäten.

Bleiben Sie gesund, viel Erfolg!