Hamburg (BoerseGo.de) - Der Spitzelskandal bei der Bahn weitet sich aus. Nach Informationen von stern.de hat die Bahn am Vormittag vor dem Verkehrsausschuss des Bundestages zugegeben, in dem Projekt "Babylon" bei 173.000 Mitarbeitern und 80.000 Lieferanten Daten "gescreent" zu haben.

"Das ist unglaublich, hier sind Abgründe hochgekommen, die mich doch sehr erstaunt haben. Der Kampf gegen die Korruption ist wichtig, aber hier wurde bewusst ein Generalverdacht ausgesprochen", sagte Uwe Beckmeyer, verkehrspolitischer Sprecher der SPD im Bundestag, zu dem Magazin. "Wir haben Unterstützung aus allen Bundestagsfraktionen erhalten", fügte Alexander Dix, Datenschutzbeauftragter beim Land Berlin, hinzu. Er habe zudem nochmals bestätigt, dass es im Februar eine erneute Prüfung bei der Bahn geben werde, dann werde zeitnah entschieden.

In der vergangenen Woche hatte der Konzern einen Bericht des Magazins stern bestätigt, wonach Beschäftigte systematisch einer Rasterfahndung unterzogen wurden. Beim Projekt "Babylon" habe die Detektei Network Deutschland im Auftrag der Bahn Namen und Adressen von Lieferanten mit denen von Bahnbeschäftigten abgeglichen. Dies geschah ohne konkreten Verdacht, nach Angaben der Bahn im Rahmen der Korruptionsbekämpfung.

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