Die Aktionen der Notenbanken und Regierungen wird Folgen haben. Wir peppeln gerade ein weiteres Ungeheuer auf, sagte neulich ein Börsianer zu mir. Mit diesen neuen Billionen Dollar wird Besserung der Dinge versprochen, doch wahrscheinlich werden die Dinge sogar noch schlimmer. Man sollte sich schon mal Gedanken über sein Erspartes machen...

Das Geldsystem dieser Welt lässt sich gut mit einer Bewässerungsanlage vergleichen. Weltweit wurden Schläuche verlegt. Diese werden aus drei Hauptquellen gespeist. Eine Quelle ist die Notenbank. Sie leiht Banken Geld und streicht Zinsen dafür ein. In den Schläuchen stieg der Druck seit vielen Jahren kontinuierlich an. Sir Alan Greenspan hat die Hähne immer weiter aufgedreht, um möglichen Dürren zu begegnen -  selbst bei Hochwasser.

Den zweiten Schlauch befüllten die Banken. Dank ihrer Möglichkeit des Geldschöpfens (fractional banking) versorgten sie die Realwirtschaft mit Krediten. Nun ist der Schlauch wegen des Misstrauens der Banken untereinander und gegenüber den Kreditnehmern aus der Wirtschaft verstopft. Obwohl sich die Banken Unmengen Geld zu nicht mehr nennenswerten Zinsen bei den Notenbanken leihen, geben sie es nur zu hohen Zinsen weiter. Kreditnehmer, die kurzfristige Schulden immer wieder refinanzieren müssen, kommen so unter die Räder. In diesem Jahr stehen Refinanzierungen in Billionenhöhe an.

Für Druckausgleich im verstopften Bank-Schlauch sorgt nun eine Umleitung über eine dritte Strecke, der über die Regierungen. Da der Staat direkt über die Steuern den Bürger anzapfen kann, kann er noch neue Schulden aufnehmen. Er begibt Anleihen und verkauft diese den Investoren, Pensionskassen, Fonds. Sie schlummern auch in Vorsorgeprodukten wie Versicherungen, Riester oder Rürup-Renten. Diese Anlagen werfen wegen der fast auf Null gesunkenen Zinsen kaum mehr etwas ab. Bekommt der Staat aber seine neuen Anleihen nicht mehr los, ruft er die Notenbank an, die die Papiere aufkauft und damit die Zinsen manipuliert. Grenzen scheint es nicht zu geben. Ungeheure Dinge erfordern ungeheure Maßnahmen. Ansonsten müsste der Staat ja zu weit höheren Zinsen Schulden aufnehmen.

Das Mittel der Zinssenkungen der Notenbanken scheint keine Wirkung mehr zu zeigen. Früher hieß es: Man kann die Pferde nur an die Tränke führen, saufen müssen sie schon selbst. Doch sie saufen nicht. Also müssen sie ertränkt werden. Nichts anderes passiert gerade. Das Wässern von ausgetrockneten Böden bewirkte früher Wunder. Heute steht das Wasser meterhoch. Dabei weiß man aus der Geschichte, dass Geld immer knapp sein muss, um seinen Wert behalten zu können. Ist Geld knapp? Geld ist nichts Besonderes mehr. Es wird am Computer produziert und dann über die Schläuche in die Welt geschickt. Schätzen Sie mal, was ein Liter Wasser kostet, wenn man in einem Boot auf einem riesengroßen See unterwegs ist und das Boot dabei noch ein Loch hat...

Das Verhältnis von Gütermenge zur Geldmenge zeigt, dass einer Einheit einer Ware heute viel mehr Geld gegenübersteht. Die Geldmenge wird mit Überdruck aus zwei Schläuchen weiter verdünnt, staut sich aber vor der Realwirtschaft. Sollte der Knoten reißen und das neue Geld den Weg in die Realwirtschaft finden, wird es sich der Gütermenge preislich bemächtigen. Vielleicht steigt dann der DAX 30.000 Punkte. Vielleicht kostet ein Brot auch 30 Euro. Und dann gehen Sie mal mit Ihrer Altersvorsorge einkaufen.

Zum Schluss einer möglichen „Simbabwelisierung“ wird jemand den Stöpsel ziehen. Es wäre nicht das erste Mal. Und dann erinnert man sich vielleicht an die alten Bücher, in denen steht, dass man mit Gelddrucken nicht reich wird.

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