Mit großer Erleichterung hat man an den Aktienmärkten den Hilfeschrei der griechischen Regierung quittiert. Denn auf Dauer hätte Griechenland die von den Finanzmärkten geforderten hohen Zinsen nicht zahlen können. Das hat man dann auch in Athen erkannt.

Der Ruf nach dem Hilfspaket nutzte vor allem dem Euro, der am Freitagmorgen noch ein Jahrestief bei 1,3199 Dollar erreicht hatte. Auch die Renditen für griechische Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit kamen leicht zurück. Am Tag zuvor hatte Griechenland die Kurse einbrechen lassen. Die Statistikbehörde Eurostat

In den Aktienkurs hatte man das Ereignis schon „eingepreist“ wie es hieß. Hier stellte der Ifo-Geschäftsklimaindex die Weichen für einen Wochenendspurt. Das Klima befindet sich auf dem höchsten Niveau seit Mai 2008, also quasi auf Boomniveau.

Die Unternehmensdaten der Woche untermauerten diesen Trend, denn nur wenige Firmen enttäuschten. So legten unter anderem die Bankhäuser Morgan Stanley und Wells Fargo sowie Boeing, AT&T, McDonald’s, Microsoft, Amazon und Ebay ihre Bilanzen vor. Deutsche Firmen standen zwar noch nicht im Finanzkalender, doch überraschten Volkswagen und Adidas mit vorgezogenen Zahlen. Im Auftaktquartal des WM-Jahres hat der Sportartikelhersteller Adidas Umsatz und Gewinn stärker als erwartet gesteigert und gleichzeitig die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Im Sog dieser Nachrichten waren auch Papiere des Sportartikel-Rivalen Puma gefragt.

VW überraschte mit einem Milliardengewinn und der Ankündigung, bis zum Jahr 2018 Toyota als Weltmarktführer überholen zu wollen. Das zumindest als ambitioniert geltende Ziel ließ die Anleger jubeln. Gleichzeitig ließ sich VW auf der Hauptversammlung die Lizenz zu weiteren Kapitalsammelaktionen geben.

Zu Wochenbeginn hatten die Aussichten noch weitaus düsterer ausgesehen. Die Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull hatte fast den gesamten Luftverkehr über Europa lahmgelegt. Große Erleichterung machte sich breit, als sich die Wolken verzogen, ohne, dass sich größere Versorgungsengpässe ergeben hätten. Allerdings haben unter anderem Nissan, Opel  und BMW einen Produktionsstopp verhängen müssen. Dem US-amerikanischen BMW-Werk in Spartanburg waren zum Beispiel die Getriebe ausgegangen.

In der kommenden Woche greifen die deutschen Unternehmen verstärkt in die Bilanzsaison ein. Allein aus den Reihen der Dax-Firmen werden die Deutsche Bank, SAP, Merck, BASF und MAN Zahlen vorlegen. Experten rehnen damit, dass die Unternehmensbilanzen schon im Jahr 2012 wieder die Niveaus aus dem Vorkrisenjahr 2007 erreichen werden. Das hat schon einige Bankhäuser veranlasst, ihre Prognosen für den Dax anzuheben.

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