Liebe Leserinnen und Leser von Cashkurs.com,

auch ich möchte Sie an dieser Stelle recht herzlich im neuen Börsenjahr begrüßen. Aufgrund einer Handgelenksentzündung war es mir bislang nicht möglich einen Artikel im neuen Jahr zu verfassen. Deshalb erreicht sie mein Börsenausblick für das Jahr 2012 erst heute. Der DAX startete bereits sehr gut ins neue Börsenjahr und es macht den Anschein, als wenn wir den technischen Zielbereich zwischen 6400-6500 Punkten bereits in den nächsten Tagen erreichen könnten. Von daher ist es relativ gut, dass ich meine „Fahrplan-Skizze“ für das Börsenjahr 2012 erst jetzt veröffentlichen kann. Bislang entwickelt sich alles so, wie von mir angedacht. Eine genaue Prognose zum Daxendstand spare ich mir an dieser Stelle aber bewusst, da ich rückblickend klar sagen muss, dass eine seriöse Prognose in diesen Zeiten einfach unmöglich ist. Ich persönlich möchte Ihnen hingegen das ungefähre „Fahrwasser“ skizzieren, so wie ich es vom Gesamtmarkt her erwarte. Es gibt einige wichtige Ankerpunkte, an denen wir uns in diesem Jahr orientieren können. Aufgrund dessen kann der „grobe“ Verlauf im DAX in etwa abgesteckt werden.

Wichtig zu wissen ist, dass im Jahr 2012 in den USA neue Präsidentschaftswahlen anstehen. Der „mächtigste Mann der Welt“ wird im November 2012 neu gewählt, was aus börsengeschichtlicher Vergangenheit immer mit einem sehr positiven Aktienverlauf einherging. Ein bis zwei Monate vor den jeweiligen US-Wahlen wurden die Börsen rückblickend eigentlich immer bewusst stimuliert. Dieses Phänomen begann meist Mitte Oktober und endete im November in einer Börsenrallye. Vorausgesetzt das Barack Obama sein Amt behaupten kann, sehe ich demnach das dritte und vierte Quartal des Börsenjahres 2012 als positiv an.

Die ersten Börsenwochen eines neuen Jahres beginnen oft positiv, so wie wir es gerade erleben. Ab der zweiten bis dritten Börsenwoche dreht sich der Spieß oft um. Ein wahrscheinliches Szenario ist jetzt, dass der DAX wie oben erwähnt, zum technischen Widerstand um 6400-6500 Punkten ansteigt. Viele Marktteilnehmer müssen bereits jetzt auf den fahrenden Zug aufspringen. Im Bereich um 6500 Punkten könnte es dann zu einem dynamischen ersten Ausbruch über den Widerstandsbereich kommen. Dieser könnte sich dann jedoch sehr schnell zu einem Fehlausbruch entwickeln. Dieses bedeutet, dass der DAX bis sagen wir 6600 Punkte steigt um dann mit einer schlechten Nachricht prompt unter das Ausbruchniveau bei 6500 Punkten zu fallen. Ein erneuter Ausbruch über 6400/6500 Punkte wäre dann für das erste & zweite Quartal sehr unwahrscheinlich! Interessant ist außerdem zu wissen, dass der Durchschnitt der Analystenschätzungen für das Börsenjahr 2012 einen DAX-Höchststand von etwa 6400-6600 Punkten sieht. In diesem Bereich ist dementsprechend und ergänzend mit dem obigen Gedanken mit Abgabedruck von Bankkunden und institutionellen Anlegern zu rechnen. Generell erwarte ich also für das erste Quartal des Jahres 2012 eher leicht fallende Kurse bzw. eine Seitwärtsbewegung.

Für das zweite Quartal 2012 erwarte ich einen tendenziell fallenden Gesamtmarkt, welcher bis zum Juli anhalten kann. Jedoch könnte der Monat April und noch Teile vom Mai vorerst noch positiv verlaufen, da hier etliche Unternehmen ihre Dividenden ausschütten. Viele Marktteilnehmer kaufen sich im Vorfeld dessen meist in diesen Aktien ein, was zu steigenden Kursen im Markt führen kann. Fallende Kurse bzw. damit verbundene Unsicherheit könnte nun aber durch die Neuwahlen in Griechenland irgendwann im April 2012 auf den Plan gerufen werden. Kommt es hier sowohl im DAX als auch im Dow Jones zu stark fallenden Kursen, könnten wir zum Ende des Quartal 2 / 2012 dann das neue „QE3“ durch die FED sehen. Als Konsequenz würde der Markt also steigen und wir wären zeitlich gesehen schon im dritten Quartal des Jahres angekommen. Hier findet dann, wie oben erwähnt, die Wahl des neuen Präsidenten der USA statt. Diese wird oft mit steigenden Aktienkursen gesehen, weshalb ein „QE3“ zum Ende des zweiten Quartals passen würde.

Diese Ankerpunkte sollten sie sich, liebe Leserinnen und Leser, genau merken. Tritt diese Entwicklung in etwa so ein, können wir den Markt in seinen groben Bewegungen gut verfolgen.