Emolument.com hat die Boni von insgesamt 1.640 Londoner Bankern analysiert und die Empfänger befragt, wie sie die Auszahlungssumme ihrer Boni persönlich bewerten. Die Ergebnisse zeigten, dass amerikanische Banken den Boni-Wettkampf um die höchsten Jahresvergütungen noch immer anführen, und dass die meisten Londoner Banker mit ihren jüngsten Bonuszahlungen unzufrieden sind.

Durchschnittliche Gehälter und Boni 2017

Kontinentaleuropäische Banken: BNP Paribas, Commerzbank, Credit Suisse, Deutsche Bank, ING, Santander, Societe Generale, UBS, Unicredit

Banken in Großbritannien: Barclays, HSBC, RBS, Lloyds

Banken in den USA: Bank of America Merrill Lynch, Citigroup, Goldman Sachs, JP Morgan, Morgan Stanley 

  • Die atlantische Teilung: Während kontinentaleuropäische und britische Banken ihren Nachwuchskräften ähnliche Vergütungspakete anbieten (Analysten verdienen im Durchschnitt £55.000 respektive £57.000 pro Jahr), zahlen amerikanische Banken über alle Altersklassen hinweg mehr aus als ihre europäischen Kollegen (Analysten bei US-Banken verdienen im direkten Vergleich im Durchschnitt £78.000 pro Jahr).

  • Unterschiedliche Kulturen, voneinander verschiedene Zahlstrukturen: Amerikanische Banken betonen den Anreizcharakter des Bezahlpakets im Vergleich mit kontinentaleuropäischen und britischen Banken, um talentiertes Personal anzulocken und langfristig zu halten. Bei höheren Angestellten unter US-Banken entfallen 42% der Entlohnung auf Boni, während es bei kontinentaleuropäischen Banken 33% sind.

  • … Und das ist noch nicht alles: Das Lohngefälle vergrößert sich noch anhand der Tatsache, dass es im Hinblick auf amerikanische Bankerkarrieren zu einem früheren Zeitpunkt zu Beförderungen kommt als dies bei kontinentaleuropäischen Banken der Fall ist.

Londoner Banker versus Banker aus den USA: Sind Sie mit Ihrem Bonus 2017 zufrieden?

  • Selbst bei der glücklichsten Bank (JP Morgan Chase), sind nur 28% der Angestellten mit ihren Boni zufrieden. Nicht eine einzige unter den befragten Banken zeigte proportional einen Zufriedenheitsgrad unter deren Mitarbeitern von über 50%.
  • Es geht nicht (nur) um Geld: Banker setzen den Wert Ihrer Bonizahlungen sowohl in einen Kontext zu ihrem Team als auch zur allgemeinen Performance ihrer Bank: die Banker bei der britischen Royal Bank of Scotland, die einen Bonus erhielten, sind nun sehr wahrscheinlich zufriedener, da die Firmenatmosphäre aufgrund eines schrumpfenden Bonuspools im Jahr 2016 wegen der schlechten Performance der Bank in den letzten Jahren angerspannt war. Am anderen Ende des Spektrums lieferte die US-Großbank Goldman Sachs im Jahr 2016 eine bessere Performance als erwartet ab, obwohl deren Mitarbeiter zu glauben scheinen, dass deren Bonus im Angesicht der guten Performance zu gering ausfiel.
  • Transparenz könnte der Schlüssel zum Glück sein: Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Mitarbeiter unter allen befragten Banken – mit einer Ausnahme – unsicher darüber sind, ob sie sich über ihre Bezahlung freuen sollen oder nicht. Viele Mitarbeiter wären mit ihren Bonuszahlungen zufriedener, wenn die Banken transparenter mit ihrer allgemeinen Vergütungspolitik umgingen, um die zum Jahresende aufkommende Paranoia, die sich stets um die Höhe von Bonizahlungen dreht, zu beenden.

Alice Leguay, Co-Gründerin und COO bei Emolument.com, erklärte: „Während die strengen Regulierungsauflagen die Bonizahlungen in den vergangenen zehn Jahren erheblich begrenzt haben, handelt es sich mit Blick auf die Bankenbranche um die noch immer bei Weitem am besten bezahlte Branche. Allerdings beeinträchtigt die in Relation zu anderen Branchen recht hohe Vergütung keineswegs die Frustration unter den Mitarbeitern mit deren Karrieren. Denn das Bankgeschäft wird nicht mehr als glamouröser Job wahrgenommen. Vielmehr sind viele Bankmitarbeiter an ihren Job gefesselt, um deren bestehende Lebensstile zu finanzieren und aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig wird stets auf die richtige Gelegenheit gewartet, um zu einem Hedgefonds oder in den Private-Equity-Sektor zu wechseln.“

Dieser Beitrag wurde mit freundlicher Genehmigung von http://www.valuewalk.com für Cashkurs übersetzt. Den Originalbeitrag finden Sie in englischer Sprache unter http://www.valuewalk.com/2017/05/london-bankers