Auf nahezu allen ökonomischen Ebenen ist China im Laufe der letzten Jahre zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten der Vereinigten Staaten von Amerika avanciert. Gewiss blickt China einer von Unsicherheit bestimmten Zukunft und einem sich weiter abschwächenden Wachstum seiner Wirtschaft entgegen.

Diese Entwicklungen hindern die Pekinger Staatsführung jedoch keineswegs daran, ihre hochtrabenden Ambitionen in Bezug auf den Aufstieg zu einer neuen Supermacht auf Basis von beständiger Kontinuität voranzutreiben. Insbesondere der Weltraumsektor befindet sich im Zentrum höchst ambitionierter Aktivitäten Chinas.

Selbstverständlich verfügt die amerikanische Weltraumbehörde NASA nach wie vor mit weitem Abstand über das weltweit höchste Budget. Trotz allem mischt China immer stärker in den Bereichen der Entwicklung von Roboterlandegeräten & Co. mit.

Zielvorgabe: Weltraumsupermacht bis 2030

Darüber hinaus lautet das durch Peking ausgegebene Ziel, sich schon bald selbst in die Lage zu versetzen, chinesische Astronauten auf den Mond oder gar den Mars zu entsenden. Im Angesicht dieser ambitionierten Zielsetzungen mausert sich China momentan zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten für privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen wie SpaceX oder Blue Origin.    

Die beiden zuletzt genannten und im Besitz von Elon Musk und Amazon-Gründer Jeff Bezos befindlichen Unternehmen haben sich unter anderem zum Ziel gesetzt, in absehbarer Zukunft den Weltraumtourismus für Privatbürger mit tiefem Portemonnaie zu erschließen. Auch in der Entwicklung neuer Raketenantriebstechniken haben sich beide Firmen verdient gemacht.

Chinas Weltraumbehörden verfolgen den offiziell ausgegebenen Plan der Regierung, das eigene Land bis zum Jahr 2030 in eine Weltraumsupermacht zu transformieren, das den USA bis dahin in nahezu jedem wichtigen Sektor Paroli bieten soll. Chinas Staatspräsident Xi scheinen diese Pläne allerdings nicht weit genug zu gehen.

Verdreifachung der Weltraumausgaben

Erst kürzlich verkündete Xi, dass chinesische Unternehmen, die in der Weltraumforschung aktiv sind, mittels direkter Staatssubventionen unterstützt werden sollen. Primäres Ziel ist es, Durchbrüche in der technologischen Forschung zu forcieren, um auf den Gebieten der Robotertechnik, der Künstlichen Intelligenz, der Datenanalyse & Co. zu einem der weltweit größten Akteure aufzusteigen.  

Aktuelle Pläne der Pekinger Regierung sehen eine Verdreifachung der Weltraumausgaben des Landes in den nächsten Jahren vor. Darüber hinaus hat sich Peking zum Ziel gesetzt, eine Reihe von privat organisierten Weltraumunternehmen im Startup-Bereich mittels großzügiger Staatssubventionen finanziell zu unterstützen.

Die wachsende Bereitschaft Pekings, sowohl staatliche als auch privat organisierte Firmen im Weltraumsektor finanziell zu unterstützen könnte nicht nur den Druck auf die amerikanische Weltraumbehörde NASA, sondern auch kommerzielle Weltraumunternehmen in den USA und Europa verschärfen.

Bau einer eigenen permanenten Weltraumstation

Zu den jährlichen Weltraumausgaben veröffentlicht die Pekinger Regierung zwar keine detaillierten Daten, doch Analystenschätzungen veranschlagen diese Staatsausgaben zurzeit auf umgerechnet etwa $3,2 Milliarden pro Jahr. Im Vergleich mit einem Budget von $19,25 Milliarden, das der NASA im Jahr 2016 zur Verfügung stand, nimmt sich dieser Betrag noch immer ziemlich gering aus.

Doch trotz allem ist es in China ansässigen Weltraumunternehmen in den vergangenen Jahren gelungen, die eigene Forschung in vielen Bereichen deutlich voranzutreiben und Erfolge zu erzielen. Dies zeigt sich allein an der Tatsache, dass China im Gesamtjahr 2016 inzwischen mehr Raketen ins All beförderte als Russland. Darüber hinaus entsendet das Land eine immer höhere Anzahl von eigenen Astronauten in den Orbit.

In diesem Zuge hat China auf dem Gebiet der Raketenantriebstechnik mittlerweile auch mit den USA nahezu gleich gezogen. Mittlerweile verfügt China mit Tiangong-2 über eine eigene kleine und temporäre Weltraumstation, die bis zum Beginn der 2020er Jahre durch den Bau einer permanenten Weltraumstation abgelöst werden soll.

Mehr Hightech-Aktivitäten – eben auch im Weltraum

Längst schon hat sich Peking zudem das ambitionierte Ziel gesetzt, in absehbarer Zeit eigene Astronauten auf den Mond und den Mars im Zuge eigener Weltraummissionen zu entsenden. All diese Pläne sollen den Anspruch Chinas laut Beobachtern untermauern, in den nächsten Jahren zu einer globalen Supermacht aufzusteigen.

Momentan verfügt China über 45 Startup-Unternehmen, die aktiv in der Weltraumforschung zu Gange sind. Diese Anzahl soll laut Planvorgaben der Pekinger Regierung in den nächsten Jahren allerdings noch beständig gesteigert werden.

Allein schon aufgrund der Tatsache, dass Chinas auf billigen Arbeitskräften bei rapide wachsendem Produktionswesen basierender Wirtschaftsboom am Ende der Fahnenstange angelangt zu sein scheint, werden qualitativ anspruchsvolle Forschungsbereiche wie der Weltraumsektor beständig wichtiger für das Reich der Mitte, um neue Treiber für dessen Wirtschaftsentwicklung zu kreieren.

Wachsende Start-Up-Unternehmen

Zu einer der größten Erfolgsgeschichten im Startup-Bereich ist in den vergangenen zwei Jahren unter anderem das Unternehmen One Space avanciert, das an der Entwicklung eines 60 Tonnen schweren Raketenabschussvehikels arbeitet. Dieses Gerät soll spätestens bis zum Jahr 2018 in Betrieb genommen werden.

Ein weiterer aussichtsreicher Player in der Weltraumtechnik ist das erst im vergangenen Jahr gegründete Unternehmen Ex Pace das ebenfalls in der Raketentechnik über große Fortschritte berichtet. Unter anderem sollen mittels dieser Raketentechnik schon bald kleine Satelliten ins All entsendet werden.

Auch das vor einigen Jahren gegründete Unternehmen Landspace ließ kürzlich verlautbaren, in der Raketenforschung so weit zu sein, um eigene Raketen samt Fracht in den Orbit zu entsenden. Versierte Beobachter sind sich darin einig, dass all diese Startups über weitläufige Verbindungen zur Pekinger Staatsführung verfügen.

Auch militärische Anwendungsmöglichkeiten

Allein schon aufgrund dieser Tatsache wird davon ausgegangen, dass diese Unternehmen über einen generösen Zugriff auf militärische Anwendungsbereiche verfügen und mit Chinas Militärstäben in enger Verbindung stehen. So soll zum Beispiel die durch Ex Pace entwickelte Raketentechnik an das Modell von chinesischen Satellitenbekämpfungs- und Raketenabschusswaffen angelehnt sein.

Das Startup One Space wurde unter Bezugnahme auf verschiedene westliche Berichte mit finanzieller Unterstützung der Nationalen Verteidigungsforschungs- und Industriebehörde gegründet. Bei Space One hat man sich ebenfalls zum Ziel gesetzt, bemannte Raumkapseln in den Orbit zu befördern. 

In diesem Zusammenhang soll sich zurzeit eine Antriebsrakete in der Entwicklung befinden, die mit ähnlichen Technologien konkurrieren könnte, die bei den amerikanischen Akteuren Space X oder Blue Origin zum Einsatz kommen. Auch ein Eintritt in direkten Wettbewerb mit dem europäischen Unternehmen Arianespace wird nicht mehr ausgeschlossen. 

Verschärfter Wettbewerb für amerikanischen und europäischen Unternehmen

Solche und ähnliche Programme in der Weltraumforschung lassen es durchaus möglich erscheinen, dass China mit amerikanischen und europäischen Weltraumunternehmen in absehbarer Zukunft gleichziehen könnte.

Ob sich der Eintritt Chinas in diesen Wettbewerb als ein gutes Omen für Investoren in amerikanischen und europäischen Weltraumfirmen, die es sich zum primären Ziel gesetzt haben, schon bald Weltraumtouristen in den Orbit zu entsenden, erwiesen wird, dürfte sich schon recht bald zeigen.