Frankfurt (BoerseGo.de) - Die Rally an den Aktienbörsen der Welt bekam heute Nacht frischen Schub. Anlass sind die Quartalszahlen von Intel, die kurz nach Wall Street Schluss über die Ticker liefen. Der Technologie-Leithammel schlug sowohl die Gewinn- als auch die Umsatzerwartungen der Wall Street und hob gleichzeitig seinen Ausblick für das laufende 4. Quartal an und liegt dabei ebenfalls über den Erwartungen. „Beat and Rise“, wie die Angelsachsen sagen.

Die Zahlen des Chip-Riesen heben jetzt die Stimmung, weil dessen Mikroprozessoren in vielen Geräten verwendet werden und damit ein Abbild der weltwirtschaftlichen Entwicklung liefern. Die guten Intel-Zahlen verlängern außerdem die Reihe positiver Gewinnüberraschungen (Alcoa, Philips sowie Johnson & Johnson) und stärken damit die Überzeugung, dass die Q3-Saison insgesamt sehr erfolgreich ablaufen wird.

Soeben meldete die US-Großbank JP Morgan deutlich mehr Gewinn und Umsatz als erwartet und gibt jetzt zusätzlich Schub..


Morgen folgen Citigroup, Goldman Sachs, Google und IBM.


Der DAX klettert zur Mittagsstunde 2,5 Prozent auf 5.858 Punkte.

Ausstieg aus der Zukunft?

Fast alle Blue Chips streben momentan stramm nach Norden - Intel sei Dank. Zugpferd ist derzeit BASF. Der größte Chemiekonzern der Welt, schloss sich heute  früh Intel & Co. an und verkündete, das kürzlich abgeschlossene 3. Quartal sei besser gelaufen als erwartet. Das sei konsequenten Kostenkürzungen zu verdanken und dem starken Wachstum auf dem Boom-Markt China. Außerdem komme die Integration des schweizerischen Chemie-Spezialisten Ciba schneller voran als erhofft.
Der im Winter zeitweise noch als Penny-Stock gehandelte Chipwert Infineon setzt seine Erholungs-Rally fort. Die guten Intel-Zahlen machen natürlich weltweit Stimmung für die Branchenkollegen des US-Weltmarktführers. Die Münchener profitieren zudem als Zulieferer von der Apple iPhone-Fantasie.
Auch die Aktien der ex-Infineon-Mutter Siemens befinden sich in Rally-Laune. Dort treibt das Gerücht an, der Elektronik-Mischkonzern wolle ebenfalls seine Prognose für das Geschäftsjahr erhöhen, was angesichts der sich aufhellenden weltweiten Datenlage auch auf der Hand liegt.
Die ebenfalls konjunktursensiblen und daher zyklischen Infrastrukturkonzerne und Stahlkocher ThyssenKrupp und Salzgitter profitieren auch von der wieder auflebenden Aufbruchstimmung.
Finanz-Titel wie Commerzbank oder Deutsche Bank führen ebenfalls ihre Rally fort, da die Konjunkturerholung deren Risiken abbaut.



Zu der Minderheit der Verlierer zählen jetzt die Versorger E.ON und RWE. Eine Studie der Unicredit befasst sich wieder mit dem drohenden Ausstieg aus der Zukunftsenergie Kernkraft (keine Treibhausgase, keine Abhängigkeit von Lieferanten wie dem Iran oder Russland). Eine leichte Schwäche zeigt sich auch bei den Gesundheitspapieren Fresenius und  Fresenius Medical Care. Derart defensive Aktien werden heute wieder in riskantere Anlagen getauscht.



Im MDAX zeigt Heidelberger Druckmaschinen eine kräftige Gegenbewegung zum Kursrutsch des Wochenanfangs. Am Montag war das Papier noch wegen einer Gewinnwarnung unter Druck geraten, heute wird wieder zurück gekauft. Satte Gewinne gibt es auch bei Wacker Chemie, Gildemeister und den Praktiker Bau- und Heimwerkermärkten.



Der TecDax sonnt sich ebenfalls im Licht von Intel und wird von den Chip-Titeln Dialog Semiconductor und Aixtron angeführt.

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