Wieso ist eigentlich der DAX stärker als der US Markt ? Ich sage es Ihnen.  Es liegt möglicherweise an der erheblichen Euro-Abwertung in 2010 bisher.  Es liegt höchstwahrscheinlich aber auch daran, dass Deutschland den USA konjunkturell immer etwas hinterherhinkt.  Der US ISM Manufacturing PMI bildet meist etwas früher als der deutsche IFO seinen Boden aus und er bildet etwas früher die obere Wende aus. 

Es bleibt spannend. Es mehren sich die Zeichen einer konjunkturellen Abschwächung im zweiten Halbjahr 2010.  Aber diese Zeichen dürfen nicht Teil der technischen Analyse sein!   Während der Neuen Marktblase stiegen die Kurse immer weiter, es ergaben sich aberwitzige fundamentale Bewertungen, aber die Marktteilnehmer waren bereit höhere Preise zu zahlen.  VW Aktien stiegen und stiegen, es kam zu einem Short Squeeze sondergleichen, der die Kurse immer weiter nach oben katapultierte.  Mit fundamentalen Bewertungen hatte das ganze nichts mehr zu tun.  Wie dem auch.  Ich möchte nur klar festhalten, dass wir als Chartisten tatsächlich "nur " die Kapitalbewegungen an den Finanzmärkten auswerten und nicht die zugrundeliegenden Fundamentals.

Vorweg schicke ich einen Vergleich der Kursverläufe von Sensex (in grün), Kospi (in blau) und DAX (in schwarz).  Klicken Sie wie gewohnt mit dem Mauszeiger auf die Chartgrafik, damit diese sich in voller Größe entfaltet. Sensex (Indien) und Kospi (Korea) stehen weltweit neben dem brasilianischen Bovespo zu den stärksten Indizes seit dem 2008er Crash.  

Nur damit Sie sehen, wo der DAX (sprich die deutsche Wirtschaft) relativ gesehen, steht! Die positive Korrelation zu den Highmomentum-Märkten Indien und Korea ist enorm.  Der DAX ist nach Intermarketgesichtspunkten stark.  Das Kapital fließt  nicht nur in Emerging Markets, sondern auch in den deutschen Aktienmarkt. Die Stärke ist umso größer zu gewichten als Deutschland eine soziale Marktwirtschaft hat und Indien als aufstrebende Wirtschaftsnation definitiv noch nicht.

Schauen wir uns den DAX charttechnisch genauer an ...

DAX : 6.166 Punkte

Wiederholend kann festgehalten werden, dass der abgeflachte Aufwärtstrendkanal seit Mitte 2009 intakt ist. Seine untere Begrenzung verläuft bei ca. 5.600 Punkten.  Innerhalb dieses Trendkanals (und das ist jetzt neu) hat sich eine Formation ausgebildet, die ich als ein steigendes, also bullisches Dreieck interpretiere.  Der Buy Trigger liegt bei 6.340 Punkten. 

Steigt der DAX über 6.340 Punkte an, generiert dies ein Kaufsignal zunächst bis in die Kurszone bei 6.600 bis 6.700 Punkten.  Dort verläuft die mittelfristige deckelnde Widerstandslinie (rot).  Diese kann Ausgangspunkt für einen Abpraller nach unten werden.  An dieser Stelle, sofern sie erreicht werden sollte, könnten Countertrend-Trader ihr Glück versuchen.

Es ist zwar Zukunftsmusik, aber ich will sie bereits jetzt schon einmal anspielen.  Steigt der DAX auf Wochenschlußkursbasis über den Kursbereich von 6.600-6.700 Punkten an, löst dies ein mittelfristiges Kaufsignal in Richtung 7.300 Punkte aus. 

Sie sehen, nach langem hin und her, bahnt sich endlich eine größere Trendbewegung an.

Abschließend aus aktuellem Anlaß ein charttechnischer Blick auf den MDAX ...

MDAX : 8.500 Punkte

Den MDAX sehe ich mittelfristig sehr aussichtsreich.  Der Index steht kurz davor aus einem zweimonatigen symmetrischen Dreieck regelkoform nach oben auszubrechen.  Auch hier gilt es nichts vorwegzunehmen!

Steigt der MDAX auf Wochenschlußkursbasis über  8.680 Punkte an, generiert dies ein mehrmonatiges Kaufsignal mit Kurszielbereich 10.000 Punkte.  (Unterhalb von 8.680 Punkten befindet sich der MDAX noch im Korrekturmodus!)

Beitrag senden Beitrag drucken