Die Organisation GATA hat die Verantwortlichen der Federal Reserve of New York in der Zwischenzeit offiziell um eine Offenlegung und namentliche Nennung der Empfänger und Hauptprofiteure der seit September anhaltenden Interventionen der Fed an den Repo-Märkten unter Bezugnahme auf den Freedom of Information Act (Offenlegungsgesetz) ersucht.

Liquiditätspritzen für Repo-Märkte über 250 Milliarden US-Dollar

Die Liquiditätsspritzen, welche die Fed den Repo-Märkten bis dato verabreicht hat, belaufen sich laut aktuellem Stand auf einen Betrag von mehr als 250 Milliarden US-Dollar, während das Fed-Bilanzbuch innerhalb kürzester Zeit wieder die Schwelle von 4 Billionen US-Dollar überschritten hat.

Bis Ende letzten Jahres hatte Fed-Chef Powell hingegen beteuert, dass die Bilanzschrumpfung der Fed bis ins Jahr 2020 hinein im „Autopilot-Modus“ anhalten werde. Davon kann aus Sicht der aktuellen Ereignisse keine Rede mehr sein.

Quantitative Easing als Dauerlösung

Ebenso wie Ex-Fed-Chef Bernanke einst in einer Anhörung vor dem US-Kongress beteuerte, dass Quantitative Easing (QE) lediglich im Falle einer weitläufigen Krise abermals zu einem optionalen Instrument in der Krisenbekämpfung avancieren könnte, sagte Bernanke damals ebenfalls unter Eid aus, dass die Pläne der Fed zugunsten einer „Normalisierung“ der Zins- und Geldpolitik in den USA zu gegebenem Zeitpunkt von Erfolg gekrönt sein würden.

Sowohl Bernanke als auch dessen Nachfolger Powell haben den Kongressmitgliedern schöne Geschichten im Rahmen von diversen Anhörungen aufgetischt, die mit den realen Ereignissen so viel gemeinsam haben wie die Erde mit dem Mars.

Konsequenzen für Verantwortliche nicht zu erwarten

Einmal mehr lässt sich konstatieren, dass die Repräsentanten der Fed keinerlei Verantwortung für deren Fehleinschätzungen zu übernehmen brauchen, geschweige denn Schritte seitens des US-Kongresses oder den Parlamenten der betreffenden Wirtschaftsräume eingeleitet würden, um all jene, die hoch gefährliche Experimente mit unseren durch nichts gedeckten Währungen – unserem Geld – betreiben, zur Rechenschaft zu ziehen.

Kehren wir zurück zu dem offiziellen Ersuchen GATAs. Wie GATA auf diese Anfrage und die entsprechende Reaktion der Federal Reserve of New York mitteilt, insistiert die Fed of New York darauf, die Empfänger und Profiteure der jüngsten Refinanzierungsmarkt-Bailouts über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren nicht namentlich zu benennen.

Erst nach dem Ablauf dieser Zeitperiode werde die Fed in Erwägung ziehen, die Profiteure namentlich in Erscheinung treten zu lassen, wie es jetzt in einem per Email übermittelten Antwortschreiben der Fed of New York auf das schriftliche Ersuchen GATAs heißt.

Es ist schon wahrlich unglaublich, auf welch unverfrorene Weise sich die Verantwortlichen bei der Fed selbst in den Stand von Göttern erheben, um fernab von jedweder Kontrolle und Rechenschaftspflicht ein Handeln nach gut Dünken zu zementieren, für welches es in einem angeblich „demokratisch-transparenten“ System weder logische noch zufriedenstellende Erklärungen gibt.

Wer also mit seinem Finger beispielsweise auf China und dessen intransparent-kontrolliertes Finanzsystem deutet, um immer wieder Forderungen nach dessen Liberalisierung ertönen zu lassen, braucht erst gar nicht so weit in die Ferne zu schweifen. Er oder sie können getrost in der Heimat verweilen.

Vollumfängliche Bilanzprüfung der Fed wird nötig sein

Es würde sich anstelle dessen empfehlen, worauf Dr. Ron Paul seit Jahren insistiert: Nämlich die Federal Reserve einer eingehenden und vollumfänglichen Bilanzprüfung zu unterziehen und deren in verschlossenen Hinterzimmern ausgeklügelte Maßnahmen für die Öffentlichkeit transparent und offen zugänglich zu machen.

In Ihrem Antwortschreiben nehmen die Verantwortlichen bei der Fed of New York indes Bezug auf das im Jahr 2010 in den USA verabschiedete „Finanzreformgesetz“ nach Dodd-Frank, auf Basis dessen der Fed die Erlaubnis erteilt werde, eine namentliche Offenlegung der Bailout-Profiteure über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren zu verschleiern.

Fed muss sich nicht an Gesetz halten

Als noch interessanter erweist sich aus meiner Sicht, dass aus dem Antwortschreiben der Fed of New York ebenfalls hervorgeht, dass sich die Federal Reserve dem Gesetz des Freedom of Information Act nicht zu unterwerfen brauche und davon ausgenommen sei, auch wenn man bei der Fed darum bemüht sei, sich im Geiste dieses Gesetzes zu verhalten.

Interessant ist diese Aussage deshalb, weil eine Berufung auf eine solche Ausnahme vom Freedom of Information Act seitens des Offenmarktauschusses der Federal Reserve im Angesicht einer im Jahr 2011 durch GATA gegen die Fed eingereichten Gerichtsklage, in deren Zuge GATA darum bemüht war, die Fed zur Offenlegung von Dokumenten zu den offiziell verlautbarten US-Goldreserven zu zwingen, zum damaligen Zeitpunkt ausblieb.

GATA gewann den mit der Klage verbundenen Gerichtsprozess insofern, da die Fed in dessen Zuge durch US-Bezirksrichterin Ellen Segal Huvelle dazu verpflichtet wurde, zumindest eines der seitens GATA angeforderten Dokumente herauszugeben, das durch die Federal Reserve, so die US-Bezirksrichterin in dem entsprechenden Urteil, auf illegale Weise zurückgehalten worden sei.

Resultat war, dass der Offenmarktausschuss der Fed damals gerichtlich dazu verdonnert wurde, das entsprechende Dokument an GATA zu übermitteln, und die GATA entstandenen Gerichtskosten in Höhe von 2.670 US-Dollar zu übernehmen.

Federal Reserve bleibt intransparent – Kontrolle nicht möglich

Frage aller Fragen ist, um was für ein Regierungssystem es sich im Kern handelt, wenn eine durch ein einfaches Gesetz ins Leben gerufene Institution wie die Federal Reserve Woche um Woche immense Geldsummen elektronisch erzeugen darf, um dieses aus dem Nichts erzeugte Geld nicht identifizierbaren Finanzunternehmen zukommen zu lassen, ohne dass hierüber eine ordentliche Aufsicht seitens jener Abgeordneten bestünde, welche die amerikanischen Wähler in ihr Amt gehievt haben???

Auch Medienorganisationen und einfachen Bürgern werden diese Informationen schlichtweg vorenthalten, wodurch die Allgemeinheit im Dunkeln über die aktuellen Vorgänge gehalten wird. Als „offen und transparent“ lässt sich ein solches Regierungssystem ganz gewiss nicht bezeichnen.

Lassen Sie mich meinen Bericht bitte mit einer Meldung der Federal Reserve vom gestrigen Morgen abschließen, die in dieser Weise – und im Angesicht der aktuellen Geschehnisse an den Geld- und Repo-Märkten – einfach nur erwartbar gewesen ist. Aus der Meldung geht wie folgt hervor:

Das Open Market Trading Desk (the Desk) der Federal Reserve Bank of New York hat den Zeitplan für Operationen im Rahmen der Rückkaufvereinbarungen (Repo-Operationen) für die monatliche Zeitperiode vom 15. November 2019 bis zum 12. Dezember 2019 festgelegt. In Übereinstimmung mit der jüngsten Direktive des Offenmarktausschusses wird das Desk damit fortfahren, mindestens 35 Milliarden US-Dollar im Rahmen von Repo-Operationen mit einer Laufzeit von zwei Wochen zwei Mal pro Woche und mindestens 120 Milliarden US-Dollar in Form von täglichen Übernacht-Repomarkt-Operationen zur Verfügung stellen.

Das Desk wird zudem drei zusätzliche Repo-Operationen in der erwähnten Kalenderperiode unter Berücksichtigung von längeren Laufzeiten offerieren, deren zeitliches Auslaufdatum über das Jahr 2019 hinausgehen wird. Diese zusätzlichen Repo-Operationen zielen darauf ab…bis zum Jahresende einen ausreichenden Liquiditätsbetrag zur Verfügung zu stellen. Mit diesen zusätzlichen Repo-Operationen verbindet man darüber hinaus die Zielsetzung, bestehende Risiken, die sich aus aufkommendem Druck an den Geldmärkten ableiten, und die negative Auswirkungen auf die aktuelle Strategie ausüben könnten, zu minimieren.

Das Desk wird sowohl das Timing als auch die notwendigen Repo-Operationen adjustieren, um das Angebot an großzügigen Reserveguthaben über den Zeitablauf – und die an den Geldmärkten herrschenden Bedingungen – anzupassen, was in Einklang mit der Direktive des Offenmarktausschusses stehen wird.

Was heißt das für mich konkret?

Konkret heißt das für uns alle, dass die Federal Reserve sich offen dazu bekennt, über den Gesetzen zu stehen, beziehungsweise nicht einmal mehr den Versuch unternimmt zu verschleiern davon ausgenommen zu sein. Es handelt sich um eine Institution, die im Angesicht der Gefahr des Ausbruchs einer neuen Finanzkrise, Amok zu laufen droht, um in diesem Zuge die gesamte Welt – falls notwendig – mit US-Dollars zu überschütten. Es scheint Nichts und Niemanden zu geben, der die Federal Reserve auf ihrem Weg, den US-Dollar und die Fiat-Währungsmärkte vollends zu zerstören, stoppen könnte. Gleiches gilt auch für alle anderen großen Zentralbanken wie die Bank of Japan, die EZB & Co. Trennen Sie sich in Antizipation der sich nun am Horizont deutlich abzeichnenden Ereignisse von Papiergeld, um Ihre nicht benötigten Bargeldreserven in Sachwerte umzutauschen, bestenfalls in Sachwerte, denen kein Drittausfallrisiko entgegensteht, und die ihren intrinsischen Wert über einen Zeitraum von mehr als 5.000 Jahren stets bewahrt haben.