Düsseldorf/Essen (BoerseGo.de) - Die Energieversorger E.ON und RWE planen ein langfristig angelegtes Joint Venture für den Bau von neuen Kernkraftwerken in Großbritannien.

E.ON UK und RWE npower werden jeweils 50 Prozent der Anteile halten, kündigten die beiden Unternehmen am Mittwoch an. Das Gemeinschaftsunternehmen werde für den Erwerb von Standorten verantwortlich sein, die von der National Decomissioning Authority (NDA) zum Verkauf gestellt werden. Darüber hinaus soll das Joint Venture den Genehmigungsprozess begleiten sowie neue Kernkraftwerke bauen und betreiben. Geplant sei der Bau einer Kernkraftwerkskapazität von mindestens 6 Gigawatt.

Der Ausbau der Kernkraft erfordert erhebliche Investitionen. E.ON und RWE verfügen nach eigenen Angaben über die notwendige Finanzkraft für Projekte dieser Größenordnung. Die Unternehmen betreiben unabhängig voneinander weltweit 20 Kernkraftwerke. Darüber hinaus sind sie gemeinsamer Eigentümer und Betreiber von drei Kernkraftwerksblöcken in Deutschland.

"Die britische Energiewirtschaft benötigt große Investitionen, um ältere Kohle- und Kernkraftwerke zu ersetzen und damit die Weichen für eine CO2-arme Stromproduktion zu stellen. Das Joint Venture wird dazu mit der Kernenergie einen substantiellen Beitrag leisten", kommentierte Andrew Duff, Vorstandsvorsitzender von RWE npower. "In den kommenden 15 Jahren muss UK ein Drittel der Stromerzeugungskapazitäten ersetzen, um die Versorgungssicherheit gewährleisten, den Kohlendioxidausstoß reduzieren und Energie zu erschwinglichen Preisen anbieten zu können. Um dieses Ziel zu erreichen, benötigen wir unbedingt einen diversifizierten Energiemix mit Kernkraft, saubereren fossilen Brennstoffen, erneuerbaren Energiequellen und verbesserten Wirkungsgraden", fügte Dr. Paul Golby, Vorstandsvorsitzender von E.ON UK, hinzu.

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