Es war einmal ein betrügerischer Wanderer namens Hansruedi Geier, der in das kleine, pittoreske Bergdorf Veysonnaz in den Walliser Bergen einkehrte. Im nahe gelegenen Sion hatte es ihm auch gut gefallen, doch dieses typische Walliser Dorf  war überhaupt nicht zu vergleichen mit dem nördlich gelegenen Städtchen. Hier war es zauberhaft schön, sehr ruhig und vor allem: Es gab keine Polizei!

Der Betrüger verschnaufte an einem Hang und genoss die schöne Aussicht über das Tal der Rhône und auf die Berner Alpen. Ein guter Ort, um einen falschen Tausender unter die Leute zu bringen, dachte er. Er hatte Hunger und freute sich schon auf seine Znacht und so lief er weiter zu einer kleinen, gemütlich aussehenden Herberge. Er kehrte ein und ließ sich an einem der rustikalen Tische nieder. Schon bald genoß er frisches Brot und regionale Käse- und Wurstspezialitäten. Wenig später kam er mit dem Herbergsvater Walther Hugl, - dessen einziger Gast er war - ins Gespräch.

Hansruedi Geier erzählte dem Gastwirt, dass er nur eine Nacht bleiben wolle, um am darauf folgenden Tag wieder aufzubrechen. Er wolle die Umgebung erkunden bis seine Frau einträfe. Mit seiner Frau würde er dann gerne noch zwei Wochen bleiben, um in dem malerischen Dörfchen zu entspannen.

Als der Wirt die Rechnung brachte, bezahlte Hansruedi nicht nur sein Abendbrot und das Einzelzimmer für zwei Nächte, sondern auch das Doppelzimmer für seine Frau und ihn. Für den gesamten Aufenthalt und das Abendessen  überreichte er dem Wirt einen täuschend echt aussehenden, - natürlich falschen - 1000-Euro-Schein als Vorauskasse. Der Wirt kannte sich nicht so gut aus und akzeptierte dankend die Bezahlung in Euro, - nichts ahnend gerade betrogen worden zu sein.

Am folgenden Tag beglich der Gastwirt mit dem Tausender eine schon lange offen stehende Rechnung beim Winzer Sidl, der genauso wenig wusste, dass die höchste Euro-Banknote ein Fünfhunderter ist. Der falsche Schein (!!!) war wirklich gut gemacht.

In der Familie des Winzers Sidl hatte sich leider ein Trauerfall zugetragen. Morgens mußte der Weinbauer ärgerlich feststellen, dass sein schwarzer Anzug von Motten zerfressen war. Dem Weinbauern blieb nichts anderes übrig, als beim ortsansässigen Schneider einen neuen in Auftrag zu geben. Für 1000,- (falsche) Euro.

Der Schneider arbeitete gut und schnell und nach nur zwei Tagen war der Anzug fertig. Der Winzer freute sich: Er saß wie angegossen und sah wirklich gut aus.

Nun hatte das Schneiderlein eine liebe Ehefrau, die er mit einer Überraschungsparty zu ihrem 50. Geburtstag überraschen wollte. Die Verwandtschaft war schon eingeladen und beim Gastwirt Hugl war das Fest bereits gebucht.

Auch der Schneider bezahlte das Fest mit dem falschen Tausender und alle waren glücklich, - bis auf den Hugl, der das Falschgeld am nächsten Tag bei seiner Bank in Schweizer Franken tauschen wollte und verständnislose Blicke der Bankangestellten erntete.

Und die Moral von der G´schicht?

Essen, Tilgung, Anzug und die Feier

wurden möglich durch den Geier!

oder

Tausche niemals 1000-Euro-Scheine in Schweizer Franken!

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Die Geld-Hirn-Schranke: ... da macht es Peng im Kopf, und nichts geht mehr.

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