Der Euro ist eine gute und starke Währung….wenn er richtig gemacht wird. Die Verwerfungen dieser Tage bieten die Chance die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren. Es wird schmerzhaft, aber am Ende könnte tatsächlich ein starker und international anerkannter Euro stehen. Griechenland muss im eigenen Interesse raus aus dem Euro und das wird in den nächsten Monaten und Jahren noch weitere Staaten betreffen. Ein Austritt aus dem Euro bedeutet nicht den Austritt aus der EU. Es ist haarsträubender Unfug zu behaupten, der Euro hätte uns den Frieden gebracht und Kriege verhindert. Deutschland hat den Euro, Großbritannien das Pfund, Polen den Zloty und Schweden die Krone. Alle sind Teil der EU, haben unterschiedliche Währungen und dennoch finde ich nirgends Berichte über kriegerische Auseinandersetzungen.

Ja, der Euro bringt viele Vorteile, wenn er richtig gemacht ist. Doch eine gemeinsame Währung macht nur unter halbwegs gleichstarken Partnern Sinn, wenn man nicht eine bedingungslose Transferunion möchte…und wer möchte das schon!? Die sinnvollste Lösung kann nur der „Nordeuro“ sein. Eine Währung für den Wirtschaftsraum Deutschland, Frankreich, Österreich, Niederlande, Belgien, Luxemburg und Finnland. Diese Partner könnten ihre Wirtschaftspolitik und die wichtigsten Rahmenbedingungen sehr eng abstimmen. Dieser „Nordeuro“ würde zur stabilsten Währung der Welt werden. Und –Nein- es wäre keineswegs das Ende unserer Exporte. Der Großteil unserer Exporte bleibt bereits heute innerhalb der EU. Unsere wichtigsten Exportpartner sind Frankreich, Niederlande, Österreich. Wir exportieren nach China in etwa so viel wie nach Österreich. Die Exporte zu unseren wichtigsten Partnern wären also kaum betroffen.

Der Schweizer Franken ist zurzeit eine der stärksten Währungen der Welt. Bricht deshalb der Schweizer Export ein? Nein, die Schweiz hat ihre Exporte gegen 2010 um 22 Prozent gesteigert. Wenn man hochwertige Produkte und keine Bananen verkauft, dann sind die Käufer auch bereit einen etwas höheren Preis zu bezahlen.

Aber für die Bürger wäre es ein riesen Vorteil. Würden die Gehälter in starkem „Nordeuro“ ausbezahlt, wäre die Kaufkraft ungleich höher. Rohöl (Benzin) würde deutlich günstiger werden, Urlaube würden günstiger werden, Importprodukte würden günstiger werden. Kurzum: Der Bürger hat mehr von seinem Lohn, die Kaufkraft würde deutlich steigen.

Und was wird aus Griechenland und den anderen Problemstaaten? Für die ist eben genau dieser Euro das Problem. Sie stellen eben kaum Hightechprodukte her, für die man hohe Preise im Ausland erzielen kann. Sie müssen über eine schwache Währung einen Preisvorteil gewinnen. Hätte Griechenland wieder die Drachme und Spanien die Peseta, wäre es wieder verlockend günstig dort Urlaub zu machen statt nach Ägypten oder Tunesien zu fliegen. Griechenland hat kein anderes Geschäftsmodell. Vielleicht bauen sie in den nächsten Jahrzehnten eine Hightech-Industrie auf, vielleicht auch nicht, aber bis dahin kommen sie mit dem Euro auf keinen grünen Zweig. Der griechischen Bevölkerung könnte – auf mittlere Sicht – nichts Besseres passieren, als eine Schuldenstreichung und die Wiedereinführung der Drachme. Das wäre kurzfristig schmerzhaft (besonders für die Banken und die wohlhabenden Steuerhinterzieher, deren Vermögen deutlich schrumpfen würde), aber für die Masse der Bevölkerung, die ohnehin kein Vermögen haben, käme der nachfolgende Touristenstrom wie gerufen. Hört auf, die schwachen Staaten mit dem Euro zu erwürgen und gleichzeitig die starken Staaten in den Abgrund zu reißen. Die jetzigen Rettungspakete, die von vorneherein zum Scheitern verurteilt sind grenzen an Veruntreuung von Steuergeldern. Setzt dem ein Ende. Für einen starken Euro unter starken Partnern zum langfristigen Wohle aller europäischen Staaten.