Folgendes Video ist Anfang der Woche bei youtube aufgetaucht und erreichte bislang einen Zulauf, der für einen kurzen Marktkommentar in unnerreichte Höhen schoss. Der Inhalt ist durchaus brisant.

Die führende Rundfunkanstalt Großbritanniens, die BBC, interviewte in einem Nachrichtenformat einen „unabhängigen Trader”, ein gewisser Alessio Rastani, der völlig ungebunden aus dem Nähkistchen plauderte. Seine Ausführungen sind bestechend ehrlich und damit schockierend. Andererseits scheint sich der junge Herr mit dieser radikalen Einstellung gegenwärtig eine goldene Nase zu verdienen. Erfolg am Markt ist seit jeher eine Indikation für Scharfsinn, Prognosefähigkeit und Weltverständnis. Solche Aussagen finden selten den Weg auf die große Fernsehbühne.

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Da dieses Interview jedoch auf englisch erfolgte, bieten wir Ihnen hier exklusiv eine Abschrift der deutschen Übersetzung.

 

Felix Albus, Redaktion cashkurs

 

 

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Trader: Nun, es wird crashen und sehr weit abstürzen. Die Märkte werden im Moment von Angst beherrscht. Investoren und „Big Money” beziehungsweise „Smart Money” — ich rede hier von den großen Fonds, Hedgefonds, den Institutionen — sie glauben nicht an die Rettungspläne.

Im Grunde wissen sie, dass der Markt fertig ist, am Ende ist. Der Euro ist nicht ihr Problem, das interessiert sie nicht wirklich. Sie ziehen ihre Gelder ab in vermeintlich sicherere Häfen, wie Treasury Bonds, also Anleihen, auch 30-jährige — und den US-Dollar! Also funktioniert das Ganze nicht.

 

BBC-Moderatorin: Wir hören immer wieder davon, dass das, was die Politiker vorschlagen — und das scheint bislang alles noch etwas unausgegoren — nicht richtig ist. Können Sie einmal auf den Punkt bringen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssten, um Investoren glücklich zu machen und ihnen das Vertrauen in die Märkte zurückzugeben?

 

Trader: Oh, das ist schwierig. Wenn sie mich fragen... für mich spielt das keine Rolle. Ich bin Trader. Mich interessiert das ganze Zeugs nicht wirklich. Wenn ich eine Gelegenheit sehe, Geld zu machen, dann ergreife ich sie. Die meisten Trader kümmert es nicht so sehr, wie man die Wirtschaft auf die Beine bekommt und die ganze Situation bereinigt. Unser Job ist es, bei alledem Geld zu verdienen.

Ich persönlich habe seit drei Jahren von diesem Moment geträumt. Ich muss gestehen, ich gehe jeden Abend ins Bett und träume von einer weiteren Rezession, von einem Moment wie diesem. Warum? Die Menschen scheinen sich nicht wirklich daran zu erinnern, aber die Große Depression der 30er Jahre war mehr als nur ein Crash. Es gab Leute, die sich darauf vorbereiteten, um bei diesem Crash richtig Asche zu machen. Und ich denke, dass kann jeder schaffen.

Das ist nicht nur etwas, dass den Eliten vorbehalten ist. Im Grunde kann heute jeder Geld machen — das ist eine Gelegenheit! Wenn der Euro crasht, wenn die großen Aktienmärkte crashen... Wenn man dann weiß, was zu tun ist, wenn man einen genauen Plan aufgestellt hat, dann kann man hier eine Menge Geld machen.

Eine Möglichkeit sind diverse Hedging-Strategien, also Absicherungs-Strategien. Eine andere Möglochkeit ist das Investieren in Bonds und solche Geschichten...

 

BBC-Moderatorin: Wenn Sie die Leute um mich herum jetzt sehen könnten! Die Kinnladen sind gerade alle nach unten geklappt, nach dem, was Sie gerade sagten. So sehr wir Ihre Offenheit schätzen — das hilft uns doch nicht, das hilft doch der Euro-Zone nicht! Oder tut es das?

 

Trader: Lassen Sie mich Folgendes sagen, aufgepasst, jeder der hier zusieht: Diese Wirtschaftskrise ist wie ein Krebsgeschwür. Wenn man nur wartet und wartet und denkt, dass es verschwindet — so wie Krebs wächst es ständig weiter — dann wird es zu spät sein. Was ich hier jedem ans Herz legen möchte: Seid vorbereitet.

Wunschdenken ist derzeit nicht drin. Ihr dürft nicht hoffen, dass es die Politik schon irgendwie regeln wird. Die Politiker regieren die Welt nicht. Goldman Sachs regiert die Welt. Goldman Sachs ist dieser Rettungsschirm vollkommen egal, genauso den großen Fonds.

Ich gebe Euch einen Rat. Man kann heute mit allem Geld machen, nicht nur die Trader. Man muss eben lernen, wie man von fallenden Kursen profitiert. Das erste, was es zu tun gibt, ist, das eigene Vermögen zu schützen, das abzusichern, was man hat. Denn, meine Prognose ist, dass binnen zwölf Monaten die Ersparnisse von Millionen von Menschen verschwunden sein werden. Wir stehen gerade lediglich am Anfang.

Seid vorbereitet und handelt jetzt. Das größte Risiko momentan ist das Nichtstun.

 

 

BBC-Moderatorin: Alessio Rastani, vielen Dank für das Gespräch.

 

BBC-Moderator: Träumst Du nachts von der Wirtschaftslage?

 

BBC-Moderatorin: Das versuche ich zu vermeiden... (Kopfschütteln, nächstes Thema.)

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