Lehman Brothers, eine der großen amerikanischen Investmentbanken – übrigens von deutschen Auswanderern, den Brüdern Lehmann aus Franken 1850 gegründet – steht vor dem Aus. Milliardenverluste im Zuge der Immobilienkrise haben diese Bank an den Rand des Abgrunds getrieben. Nach Bear Stearns, Fannie Mae und Freddie Mac ist hier der nächste Hochkaräter am Kippen.

An diesem Wochenende jagt ein Krisentreffen das nächste. Wir werden wohl erst in der Nacht zu Montag erfahren, wie man diese Riesenkuh vom Eis zu bewegen gedenkt.

Es geht mal wieder um nicht mehr und nicht weniger als das Finanzsystem an sich. Lehman ist in solch großem Maße an Wetten beteiligt (in Finanzkreisen nennt man das Derivate), dass ein Komplettausfall von Lehman die Apokalypse auslösen könnte. Die Frage wird also nicht sein, OB Lehman gerettet wird, sondern lediglich WIE das Debakel verhindert wird. Ob wieder mit US-Steuergeldern, oder durch eine Filetierung nebst neuen Investoren spielt schlicht keine Rolle. Mal wieder sind Milliardenverluste entstanden, für die irgendwer hinhalten muss.

Und erinnern Sie sich noch an die „Experten“-Sätze von vor 6 Monaten? „Wir haben das schlimmste hinter uns!“, „Das sind Kaufkurse !“?

Eine Horrormeldung jagt die Nächste. Wir haben gerade Fannie Mae und Freddie Mac verdaut, da kommt schon Lehman um die Ecke und danach spekulieren wir, wer der nächste ist. Und das alles bei einem Daxstand von 6200 Punkten. Als der Dax  Mitte 2006 bei 6200 stand, wusste keiner etwas von einer Krise und wir hatten traumhafte Konjunkturaussichten. Heute gehen wir in die Rezession und die Banken kollabieren in Serie.

Also entweder war der Dax 2006 vollkommen unterbewertet, oder jetzt….

www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Drama-an-der-Wall-Street-Zitterpartie-um-Lehman-verl%E4ngert/413187.html

Und hier noch ein interessanter Hintergrundbericht zu unserem beliebten Thema: „Experten“

www.ftd.de/meinung/kommentare/:Kommentar-Lehman-Drama-Peinlich-f%FCr-die-Analysten/413054.html