Hypo Real Estate - WKN: 802770 - ISIN: DE0008027707

Börse: Xetra in Euro / Kursstand: 1,86 Euro

Rückblick: Die Aktien der Hypo Real Estate fielen im gestrigen Handel auf ein neues Tief bei 1,65 Euro zurück und durchbrachen damit auch die Unterstützung bei 2,00 Euro per Tagesschlusskurs. Dies bestätigt den aktuellen Verkäufermarkt in der Aktie, in dem der Börsenwert des Unternehmens allein seit 26. September letzten Jahres um fast 90% schrumpfte.

Betrachtet man den Bärenmarkt seit dem letzten Hoch bei 58,22 Euro im Februar 2006, so hat die Aktie der Hypo Real Estate defacto einen Totalverlust erlitten, denn anders kann ein Kursverfall von mehr als 97% nicht gewertet werden. Inwieweit hier jetzt noch staatliche Hilfe helfen kann bleibt abzuwarten, denn schließlich müsste die Aktie um sagenhafte 3400% zulegen, um die Verluste wieder wettzumachen.

Charttechnischer Ausblick: Die Aktien der Hypo Real Estate bleiben ein Verkaufswert. Zwar könnte oberhalb von 2,10 Euro eine Erholung bis 2,61 Euro einsetzen, aber vor allem aus mittelfristiger Sicht kann hier von einem Boden nicht gesprochen werden. Das Risiko auf der Käuferseite bleibt folglich sehr hoch.

Ein weiterer Rücksetzer unter 1,65 Euro sollte weitere Verkäufe nach sich ziehen. Aufgrund des dann erreichten Allzeittiefs und dem damit einhergehenden Ausbleiben charttechnischer Unterstützungen gestaltet sich eine Kurszielprognose jedoch schwierig. Abgaben bis deutlich unter 1,50 Euro und mittelfristig sogar unter 1,00 Euro sind jedoch nicht unrealistisch.

Meldung: Hypo Real Estate: Einstieg des Bundes steht kurz bevor

München (BoerseGo.de) - Einem Zeitungsbericht zufolge steht der Einstieg des Staates bei der schwer angeschlagenen Hypo Real Estate (HRE) und damit die erste Vollverstaatlichungen im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise kurz bevor. Der Einstieg des Bundes sei praktisch beschlossene Sache, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Verhandlungskreise. Offen sei nur noch die künftige strategische Ausrichtung des Immobilienfinanzierers und die Höhe des Staatsanteils. Alles spreche aber für eine Mehrheitsbeteiligung. Am Ende eines möglicherweise jahrelangen Prozesses könne die "geordnete Abwicklung" des Instituts stehen, hieß es.

Die Hypo Real Estate hatte bereits im letzten Jahr zweimal mit Hilfe staatlicher Bürgschaften vor dem Zusammenbruch gerettet werden müssen. Am späten Dienstagabend hatte das Institut mitgeteilt, dass der Garantierahmen um weitere zwölf Milliarden auf 42 Milliarden Euro aufgestockt worden sei. Damit erhält die HRE inzwischen Hilfen von insgesamt 92 Milliarden Euro.

Kursverlauf vom 29.07.2008 bis 22.01.2009 (log. Kerzendarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)

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