Externe Quelle: Nord/LB

Soeben wurde mit dem ifo-Geschäftsklimaindex der wohl wichtigste deutsche Stimmungsindikator veröffentlicht. Dieser fällt freundlicher aus als erwartet und kann damit als positive Überraschung eingestuft werden. Mit seinem vierten Anstieg in Folge notiert der Index nun bei einem Wert von 87,3 Punkten. Die Verbesserung stützt sich in diesem Monat aber nicht nur auf anziehende Erwartungen, sondern kann auch von einer optimistischeren Einschätzung der aktuellen Geschäftslage profitieren.

Der ifo-Geschäftsklimaindex fügt sich damit in die Reihe der zuletzt doch wieder deutlich freundlicher gestimmten Frühindikatoren ein. Zwar hatte die Erwartungskomponente der ZEW-Umfrage in diesem Monat – nach allerdings acht Anstiegen in Folgen – einen leichten Dämpfer hinnehmen müssen. Hiervon einmal abgesehen scheint sich die Stimmung nun aber doch auf breiter Front aufzuhellen. Deutlich abzulesen ist dies auch an der Entwicklung der Aktienmärkte. So hat der DAX in den vergangenen zwei Wochen eine außerordentliche Rallye hingelegt, die ihn bis auf deutlich über 5.200 Punkte hat ansteigen lassen. Und auch die Daten aus München dürften an dieser Stelle für weiteren Auftrieb sorgen.

Mit den heute vorgelegten Zahlen fühlen wir uns in der Einschätzung bestätigt, dass die deutsche Konjunktur aktuell ihren Boden gefunden haben dürfte und sich in den kommenden Monaten sukzessive erholt. Allerdings muss man angesichts der schon fast euphorischen Stimmung am Aktienmarkt noch einmal auf die harten Fakten verweisen. Trotz der sich aufhellenden Stimmung dürfte die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal noch einmal um 0,5% Q/Q geschrumpft sein – was für das Gesamtjahr einen Rückgang der Wirtschaftsleistung in einer Größenordnung von ca. 6% impliziert.

FAZIT: Der ifo-Geschäftsklimaindex verbessert sich zum vierten Mal in Folge. Damit kann man nun wohl doch von einer Trendwende sprechen. Positiv hervorzuheben ist zudem der Umstand, dass sich die Verbesserung nicht mehr nur auf freundlichere Geschäftserwartungen stützt. Vielmehr leistet vor allem die optimistischere Einschätzung der aktuellen Geschäftslage in diesem Monat einen deutlichen Beitrag zum verbesserten Geschäftsklima. Damit fühlen wir uns in der Einschätzung bestätigt, dass die deutsche Konjunktur den Tiefpunkt zur Jahresmitte erreicht hat. Grund zur Euphorie ist dies jedoch noch nicht: die Rezession und ihre Auswirkungen – etwa auf den Arbeitsmarkt – werden uns noch über Jahre hinweg begleiten.

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