Vonovia, Deutsche Wohnen, LEG, das sind die Papiere, die ich auf cashkurs.com vorgestellt habe. Bei den drei Unternehmen dürfte es sich um die bekanntesten handeln. in den vergangenen drei Jahren bescherten Aktien deutscher Immobilienunternehmen den Anlegern ein Plus von 80 Prozent.

DIMEX

Der „Deutsche Immobilienaktien-Index“ wird vom Bankhaus Ellwanger & Geiger herausgegeben, er umfasst 51 Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von derzeit ca. 70 Mrd. Euro.

Quelle Chart: finanzen.net

„Geheimtipp“ Aroundtown

Für Anleger, die ihren Investmentschwerpunkt nicht nur auf Wohn-, sondern auch auf deutsche Gewerbeimmobilien legen, kann die Aktie der Aroundtown eine interessante Depotbeimischung sein.

In einigen Börsenblättern wird das Unternehmen als Geheimtipp angepriesen. Offen gesagt, hatte ich schon immer Probleme mit Geheimtipps, die die Spatzen von den Dächern pfeifen.

Aroundtown wurde 2004 gegründet und war bis September 2017 als Aroundtown Property Holdings PLC in Larnaka (Republik Zypern) ansässig.Das Unternehmen ist seit Juni 2015 an der Börse und seit Juni 2017 im Frankfurter Prime Standard gelistet. Im September 2017 wurde Aroundtown in den SDAX der Deutschen Börse aufgenommen, im März 2018 in den MDAX.

Heute ist das Unternehmen in Luxemburg ansässig, das Anteile an Gewerbeimmobilien insbesondere in Deutschland und den Niederlanden hält. Der Schwerpunkt liegt auf Büro-, Hotel- und Einzelhandels-Objekten. Über eine Beteiligung ist es auch im Wohnimmobiliensektor aktiv. Zudem hält Aroundtown eine Mehrheitsbeteiligung (98%) an dem Hotelimmobilien-Spezialisten Primecity Investment PLC.

Mit einem gewerblichen Immobilienportfolio im Wert von mehr als sechs Mrd. Euro ist Aroundtown eines der größten Gewerbeimmobilienunternehmen Deutschlands. Dank Zukäufen hat Aroundtown 2017 einen Gewinnsprung verzeichnet. Die Aktionäre sollen an dieser Entwicklung mit einer höheren Dividende teilhaben. In das neue Jahr ist das Luxemburger Unternehmen nach eigenen Angaben mit Schwung gestartet.

Satte 60 Prozent Kurssteigerung innerhalb des letzten Jahres:

Quelle Chart: finanzen.net

FFO: plus 77 Prozent

Die Mieteinnahmen und betrieblichen Erträge haben sich im letzten Jahr nahezu verdoppelt. Sie stiegen auf 527 Millionen Euro. Die FFO I nahm um 77 Prozent auf 293 Millionen Euro zu.

Die "Funds From Operations" (FFO) sind eine wichtige Ergebnisgröße in der Immobilienbranche, um die operative Geschäftsentwicklung zu beurteilen. Die Kennziffer setzt sich zusammen aus dem Ergebnis vor Abschreibungen und Steuern und den Gewinnen aus Verkäufen und Entwicklungsprojekten. Die Zahl zeigt, wie viel Cash-Flow im operativen Geschäft erwirtschaftet wird. Daran orientieren sich zum Beispiel die Dividendenausschüttungen an die Aktionäre oder künftige Investitionen des Unternehmens. Deshalb soll die Dividende angehoben werden.

Nettoinventarwert

Der Nettoinventarwert der Gebäude, die das Unternehmen besitzt, liegt mit derzeit 5,7 Mrd. Euro deutlich über der Marktkapitalisierung von 4,9 Mrd. Euro. Der Börsenwert wird somit locker bereits über das Anlagevermögen dargestellt. Das vermittelt den Eindruck, als wäre die Aktie nahezu frei von Risiken.

Analysten sehr positiv

Beinahe alle Aktienanalysen von Banken, die ich zu dem Titel finden konnte, empfehlen das Papier zum Kauf. Die Citigroup hat ein Kursziel von über 10 Euro ausgelobt.

Fazit

Die bisherige Kursentwicklung, die nach wie vor extrem günstigen Zinsen im Euroraum als Immobilienpreistreiber und die Dividendenrendite machen den Titel interessant. Der Nettoinventarwert sieht zwar toll aus, diesen als Investitionsgrundlage heranzuziehen kann jedoch böse ins Auge gehen.

Immobilien im Allgemeinen und Gewerbeimmobilien im Besonderen beinhalten grundsätzlich Abschreibungspotential, das im Falle von Zinsänderungen ganz schnell an die Schmerzgrenze oder darüber hinausgehen kann.

Als untergeordnete Beimischung in einem gut diversifizierten Portfolio kann das Papier möglicherweise noch einige Zeit Freude bereiten.