Die Geschichte lehrt uns, dass ein kaputtes Finanzsystem und eine in Scherben liegende Wirtschaft oftmals im Ausbruch militärischer Konflikte endeten, um die ökonomischen Probleme zu überwinden. Die hemmungslose Gelddruckerei der Zentralbanken wird nicht nur dramatische Folgen haben, sondern langfristig werden diese Maßnahmen auch nicht dazu beitragen, einen Kollaps des Weltfinanzsystems und der Weltwirtschaft zu verhindern. Welche Rolle Gold, Öl, staatliche Hedgefonds, usw. in diesem geopolitischen Schach spielen, soll hier nochmals kurz erläutert werden.  

Wie Sie wissen, versuche ich die Entwicklungen an den globalen Finanzmärkten in meiner politischen Berichterstattung stets zu einer der zugrundeliegenden Hauptanalyseaspekte zu machen. Nachdem sich abzuzeichnen beginnt, dass die Liquiditätsflutung der Zentralbanken im Hinblick auf wirtschaftliche Stimulierung kaum mehr etwas zu einer Verbesserung der Lage beiträgt, verschärfen sich plötzlich auch die politischen Spannungen rund um den Globus dramatisch.

Nicht nur das zentralplanerische System läuft völlig aus dem Ruder, sondern auch das als Allheilmittel beschworene QE scheint seinen Grenznutzenfaktor erreicht zu haben. Die durch die Fed und internationale Notenbanken initiierten Währungskriege scheinen sich – wie dies auch in der Historie stets der Fall gewesen ist – irgendwann in militärischen Konflikten in der Welt zu entladen. Ich würde zwar nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass die Welt nicht schon an diesem Punkt angelangt ist.

Dennoch glaube ich persönlich, dass sich die nun zwischen Russland und dem Westen sowie China und Japan in neue Eskalationsstufen eintretenden Konflikte zuvor erst einmal deutlich negativ auf den globalen Handel auswirken werden. Hier lässt sich schon nicht mehr nur von Protektionismus sprechen, sondern es werden Sanktionen verhängt – was nichts anderem als einem kriegerischen Mittel der sanfteren Art entspricht.  

China ist am Finanzmarkt wie eine Armee aufgestellt und könnte die Wall Street wohl in 24 Stunden zusammenbrechen lassen

Wer an einen finalen Kollaps des Papiergeldsystems – und wie dieser in obigem Video beschrieben wird – glaubt, wird wissen warum ich in der jetzigen Phase kein Freund von Aktien, Bonds und anderen Finanzprodukten bin. Es muss nicht auf diese Weise kommen, doch wenn der Kollaps kommt, dürften Normalinvestoren nicht mehr an ihr Geld kommen. Gesetze wird es dann nicht mehr geben – sondern nur noch die Macht des Stärkeren. 

In einer ganzen Reihe von Interviews hatte ich diese Aspekte immer wieder aufgegriffen, um die gefährliche Entwicklung in der Geopolitik in diesen Gesprächen in den Vordergrund zu stellen. Unter anderem standen mir dazu wiederholt Jim Rogers, Gerald Celente, James Turk, Bob Prechter oder auch der ehemalige stellvertretende Finanzminister der USA, Dr. Paul Craig Roberts, zur Verfügung.

Wer sich eine deutliche Verschärfung in den Beziehungen zwischen Russland und dem Westen vor einem Jahr noch nicht vorstellen konnte, wird spätestens jetzt eines Besseren belehrt. Dabei zeichnete sich gerade dieser Konflikt aufgrund der Einkreisungspolitik der USA und der NATO gegenüber Russland schon recht lange ab. 2008 brach dieser Konflikt erstmals offen und militärisch aus, nachdem Russland seine Panzer auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in Südossetien und Abchasien einrollen ließ.

Gestern berichtete Zerohedge über die Warnungen von Citigroups Steven Englander, der Ausführungen zu dem Thema „Internationales Finanzwesen zur Weiterführung des Krieges mit anderen Mitteln“ machte. Es lohnt sich, den verlinkten Bericht in Gänze zu lesen. Tun Sie sich selbst den Gefallen, nicht zu glauben, dass sich die Beziehungen zwischen dem Westen und Russland sowie China und Japan schon wieder entspannen werden.

Vielmehr ist auf absehbare Zeit mit einer weiteren Verschärfung zu rechnen, die sich überall auf der Welt zuspitzen kann. Dazu braucht es nur noch einen Funken, der das Fass zum Überlaufen bringen könnte. Zumindest ordne ich die gestern durch US-Außenminister John Kerry getätigte Aussage, Russland solle sich darüber bewusst sein, dass „Game of Thrones“ auch eine Fortsetzung habe, in diesem Sinne ein.

 

Ob diesem Funken auf dem Kaukasus, dem Nahen Osten oder Südostasien Leben eingehaucht wird, bleibt abzuwarten und zu beobachten. Was in den letzten Tagen nachdenklich stimmte, ist die Beobachtung, als ob manchen Protagonisten in westlichen Regierungen und Medien ein Krieg gerade recht kommen würde.

Es ist schwer, sich dieses Gedankens zu erwehren. Rufen Sie sich in diesem Zusammenhang nochmals die Studien des Socionomics Institutes von Bob Prechter zur sozialen Stimmung in einer Gesellschaft in Erinnerung. Im März 2013 führte ich zu diesem Thema ein ausführliches Interview mit Alan Hall. Ebenfalls im März 2013 publizierte ich einen Bericht mit dem Titel „Wie könnte die Endphase des globalen Währungskriegs aussehen?“ 

Darin machte ich unter anderem auf die Aussagen und Analysen von Pentagon- und CIA-Berater Jim Rickards aufmerksam. Den wichtigsten Teil dieser Analyse – nämlich auf welche Weise einzelne Staaten sich wie eine Armee an den Finanzmärkten aufgestellt haben – sei oben nochmals als Video eingestellt. Es geht auch darum, welche Rolle Gold und Öl in diesem Great Game spielen dürften. Es muss nicht in dieser Form geschehen, doch die Zusammenhänge, die in dieser Analyse dargestellt werden, sind es sicher wert, sich einmal näher anzuschauen.