Der Dax hat in den vergangenen Tagen bekanntermaßen deutlich abgegeben und notiert mit aktuell 9.114 Punkten 3,10 % unter seinem Allzeithoch. Nachdem das Absicherungsradar auf „Achtung“ stand und auch ich bereits auf die zu überschwängliche Stimmung am Aktienmarkt hingewiesen habe ist eine erste Korrektur nur normal und gesund für den Markt. Zugegebenermaßen habe ich meine Aktienpositionen die, wenn Sie meinen Berichten hier folgen, einen fundamentalen Schwerpunkt verfolgen, zu früh abgesichert. Bei immer weiter steigenden Kursen habe ich dann jedoch weiterhin empfohlen eine Absicherung unbedingt in Erwägung zu ziehen. Selber habe ich daher schon überproportional an der letzten Korrektur partizipiert, da die Short-Positionen nicht mehr nur einer Absicherung der im Depot befindlichen Aktien glichen, sondern diese im Verhältnis überlagerten. Da sich durch zu gute Stimmung die Zeichen einer Korrektur jedoch immer deutlicher zeigten, ging diese Rechnung auf.

Nun fragt sich der Anleger natürlich, ob es bereits wieder Einstiegschancen zu günstigen Kursen gibt oder der Dax noch weiter korrigieren wird. Bei einem Blick auf die momentane Stimmungslage wird deutlich, dass die aktuellen Kursrückgänge sich bereits auf die Stimmung der Anleger ausgewirkt haben. In der kurzen Frist ist diese deutlich zurückgegangen, liegt jedoch noch immer auf einem sehr ordentlichen Niveau. Schaut man sich hingegen den 4-Wochen Durschnitt in der unteren Grafik an sieht man, dass die Stimmung langfristig weiter auf dem Weg nach oben ist.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in den USA, wenn man sich beispielsweise die amerikanischen Finanzmarktblogger ansieht, die im 2-Monatsdurchschnitt bei einem bullishen Höchststand seit Juni 2011 angekommen sind. Ebenso notieren die amerikanischen US-Anleger im 8-Wochen-Durchschnitt so hoch wie seit Februar dieses Jahres nicht mehr.

Nach zahlreichen Erfahrungen aus der Vergangenheit stellen sich die professionellen Anleger häufig nicht als klassischer Kontraindikator heraus. Daher werte ich auch die Befragung von US-Amerikanischen Hedgefonds Managern als nicht unbedingt antizyklisch, da auf einer Dauer von 6 Monaten nicht unbedingt zu stark fallende Kurse erwartet werden und ich dies auch für das eher unwahrscheinlichere Szenario halte. Auffallend ist ebenso, dass die im November befragten Manager großer Hedgefonds ihre Investments zum großen Teil in Industriestaaten sehen. Die beiden Grafiken verdeutlichen dies sehr schön

Im Fazit:

Die weiterhin sehr positive Stimmung ist sicherlich der allgemeinen Erwartung geschuldet, dass eine Korrektur nur gesund und notwendig sei. Persönlich scheint es mir bei der positiven Stimmung, vor allem den Privatanleger, jedoch weiterhin ratsam Absicherungspositionen nach unten zu halten. Gerade vor Weihnachten sehe ich keine zu großen Kurssprünge gerade nach oben mehr. Viele institutionelle Anleger, die wie z.B. am Hexensabbat gerne mal den Markt bewegen, werden die Bücher dann zum Ende des Jahres keiner zu großen Risiken mehr aussetzen und die guten Ergebnisse des Aktienjahres mitnehmen. Ein wenig Windows-Dressing ist hier das Stichwort. Was dann in 2014 passiert bleibt abzuwarten. Auf mittlere bis lange Frist bin ich gerade für deutsche Unternehmen weiterhin positiv gestimmt und stimme daher mit den Hedgefonds Managern der USA überein. Kurzfristig sollten jedoch Kurse nach unten nicht ausgeschlossen werden und abgesichert sein, da aus meiner Sicht die Wahrscheinlichkeit für noch tiefere Kurse und somit günstigere Einstiegschancen sehr hoch ist.

Ihr Andreas Meyer

Quelle: AM Capital, Barclayhedge, finanzen.net

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