Liebe Cashkurs-Community,

selten habe ich mir mit einem Trendthema so schwer getan wie mit diesem. Geldanlage hat auch immer etwas mit Ethik zu tun und der Frage „Was stellt mein Geld gerade an“. Wer das ernst nimmt, der stößt bei nahezu jeder Anlageentscheidung auch auf die Gewissensfrage „Ist es ethisch vertretbar, in dieses Unternehmen zu investieren?“ Die Schmerzgrenze muss jeder für sich definieren. Es gibt kein absolut reines Investment. Ebenso wenig gibt es die absolut unbelastete Lebensführung. Alles was wir tun, essen
oder konsumieren greift in irgendeine Weise in die (Um-)Welt ein und hat in den allermeisten Fällen auch negative Auswirkungen auf Mitgeschöpfe.

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Also wo ist die Grenze, die es zu ziehen gilt? Ich gebe zu, dass ich mit der aktuellen Ausgabe genau an diese meine Grenze gestoßen bin, ohne die Frage endgültig für mich beantwortet zu haben. Wir haben sogar überlegt, die Ausgabe durch ein anderes Thema zu ersetzen, aber ich habe mich bewusst entschieden, dieses Thema „Drohnen“ beizubehalten, gerade um auch Sie zu motivieren, sich mit Ihrer persönlichen Grenzziehung auseinanderzusetzen.
Ich bitte Sie auch ganz herzlich, mir – so Sie möchten – Ihre ganz persönliche Sicht auf diese Gewissensfrage zu schreiben. (info@cashkurs.com) Wo ist für Sie ein Kompromiss, den sie eingehen, wo ist für sie die Grenze im
Investment überschritten? Sehr gerne würde ich Ihre Zuschriften danach –selbstverständlich anonymisiert – zusammenfassen und eine Diskussion zu diesem Thema auf Cashkurs eröffnen.


Als Dr. Eike Wenzel und ich uns das Thema „Drohnen“ vorgenommen haben, hatten wir ausschließlich die zivile Nutzung vor Augen. Auslöser waren die Berichte über Pläne für Paketzustellungen durch Amazon und die Deutsche Post mithilfe unbemannter Flugkörper (Drohnen) und unseren eigenen Einsatz solcher Flugobjekte für archäologische Landschaftsaufnahmen. Doch sehr schnell wurde uns klar, wie eng die Verbindung zwischen „guter“ ziviler Nutzung und „schlechter“ militärischer oder überwachungsstaatlicher Nutzung ist. Eine Drohne, die ich zur Aufnahme archäologischer Strukturen auf Feldern einsetzen kann, kann ebenso die schöne Nachbarin auf der Gartenliege ausspähen. Die Drohne, die Pakete zustellt, kann dabei auch gleich die Sicherheit auf den Straßen überwachen.

Es gibt (bei über 500 Drohnenherstellern!) nahezu kein börsennotiertes Unternehmen, das nicht eng mit dem militärischen Bereich verknüpft ist. Meist ist die zivile Drohne ein Folge- oder gar Abfallprodukt der militärischen Forschung. Und hier beginnt bereits der Gewissenskonflikt. Darf man in Drohnen überhaupt investieren, wenn sie doch aus militärischer Forschung hervorgegangen sind?

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In jedem Fall werden die Drohnen unser Leben in den nächsten Jahrzehnten wesentlich verändern. Es lohnt sich also allemal sich mit Ihnen auseinanderzusetzen.


Dabei viel Vergnügen und herzliche Grüße


Ihr Dirk Müller


Im folgenden Abschnitt finden Sie einen kleinen Auszug der umfassenden Studie von Dr. Eike Wenzel (Leiter Institut für Trend- und Zukunftsforschung), die ebenfalls Bestandteil von Cashkurs*Trends ist.

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Drohnen: Noch steckt die Flugregulierung in den Kinderschuhen
Barack Obama hat im Februar 2012 für die USA den Startschuss zur zivilen Nutzung der Drohnen erteilt. Bis 2015 muss die Federal Aviation Administration (FAA) einen Plan entwickelt haben, der die kommerziellen Drohnen in den US-Luftraum integriert. Die FAA schätzt, dass in den ersten fünf Jahren dann bis zu 7.500 Flugroboter den US-Luftraum bevölkern werden. In Europa werden erste Regelungsvorschläge innerhalb der EU seit 2010 diskutiert. In einem Arbeitsdokument mit dem Titel "Towards a European strategy for the development of civil applications of Remotely Piloted Aircraft Systems" regt die EU-Kommission an, den zivilen Luftraum über den 27 EU-Mitgliedstaaten für schwere Drohnen zu öffnen.


Dabei geht es um sogenannte "unbemannte Luftfahrtsysteme" mit einem Abfluggewicht von über 150 Kilogramm. Unterhalb der Gewichtsgrenze von 150 Kilogramm regulieren die EU-Mitgliedstaaten den Zugang zum Luftraum momentan selbst. Mit der Änderung der Luftverkehrsordnung wurde Drohnen im Jahr 2010 mit der Formulierung „unbemanntes Luftfahrtgerät“ ein eigener Status eingeräumt.


Die kürzlich beschlossene Neufassung des Luftverkehrsgesetzes schafft ihnen zudem einen eigenen Platz im Luftverkehrsrecht. Jedoch ist die europaweite Rechtslage bezüglich unbemannter Systeme immer noch äußerst uneinheitlich. In Deutschland fliegen die zivilen Drohnen mehr oder weniger noch durch einen rechtsfreien Luftraum. Drohnen dürfen hierzulande ein maximales Gewicht von 25 Kilogramm haben und nur einhundert Meter hoch fliegen. Der Pilot ist angehalten, seine Drohne nicht über Menschenmengen fliegen lassen und muss das kleine Fluggerät
jederzeit im Blick haben. Drohnen, die weniger als fünf Kilogramm wiegen, definieren eine interessante Nische, denn sie gelten rechtlich als Modellbausätze und haben auch künftig mit geringeren juristischen Auflagen zu rechnen. EU-Politiker haben im Jahr 2010 begonnen, den Einsatz von unbemannten Luftfahrzeugen im Innern nachhaltig zu unterstützen: Drohnen könnten zur Grenzkontrolle genutzt werden, Kraftwerke überwachen oder Aufgaben im Umweltbereich übernehmen. Was bislang fehlt, ist ein Verfahren zum automatisierten Kollisionsschutz gegenüber anderen Flugzeugen. Dies auch, da die EU daran arbeitet, Drohnen bald gleichberechtigt mit allgemeiner Luftfahrt zu betreiben und damit nicht mehr in reservierten Korridoren fliegen zu lassen.

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Im folgenden Abschnitt möchten wir Ihnen eines von vier Unternehmen vorstellen, die wir im Rahmen der Ausgabe "Drohnen – wie sie die Zukunft von Luftfahrt und Logistik prägen werden" von Cashkurs*Trends in die Watchlist aufgenommen haben.

Yamaha Motor: Drohnen für Industrie und Landwirtschaft

Yamaha Motor ist bisher vor allem für Motorräder, Sportboote und Bootsmotoren bekannt. Aber das Unternehmen hat mit dem unbemannten Helikopter des Typs RMAX auch die fortschrittlichste zivile Drohne entwickelt.

Die Yamaha Motor Company wurde im Jahr 1955 als Tochterunternehmen des japanischen Yamaha-Konzerns gegründet. Weltweit ist das Unternehmen vor allem für Motorräder, Boote, Bootsmotoren und Quad-Fahrzeuge bekannt. Aber Yamaha Motors stellt auch zahlreiche andere Produkte wie Industrieroboter oder Ölabscheider her. Die große Erfahrung im Fahrzeugbau und bei der automatischen Steuertechnik hat das Unternehmen auch zur Entwicklung von Drohnen eingesetzt, und zwar mit beachtlichem Erfolg. Die unbemannten Helikopter des Typs RMAX gelten als die fortschrittlichsten zivilen Drohnen. In Japan ist Yamaha Motors bei zivilen Drohnen Marktführer, und auch in Australien hat Yamaha
Motors eine beherrschende Marktposition.


Der Vorsprung des Unternehmens bei der zivilen Drohnentechnik lässt sich mit dem frühen Zeitpunkt des Beginns der Forschung in diesem Bereich erklären: Bereits 1983 erhielt Yamaha vom japanischen Landwirtschaftsministerium den Auftrag zu Entwicklung eines fernsteuerbaren Helikopters. Das Ergebnis war die Vorstellung der Drohne vom Typ R-50 im Jahr 1987. Es handelte sich um die erste praktisch verwendbare Drohne zur Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft. Der R-50 kam bereits in den 1990er Jahren in der japanischen Landwirtschaft zumEinsatz. Die Drohne vom Typ RMAX wurde in einer ersten Version 1997 vorgestellt und ist bis heute praktisch alternativlos beim landwirtschaftlichen Einsatz. In Japan werden derzeit 2.400 RMAX-Helikopter im realen Betrieb eingesetzt. Yamaha Motors kommt damit auf einen Marktanteil
von 77 Prozent.

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Wie die aktuellen Zahlen und die Bilanzen von Yamaha Motor aussehen und welche weiteren Unternehmen wir in unserer Watchlist haben, finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Cashkurs*Trends.

Alle weiteren wichtigen Informationen zu dem aktuellen Trendthema und die dazugehörigen spannenden Aktienanalysen finden Sie im bereits erschienen Cashkurs*Trends Börsenbrief.

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