Zum X-ten Mal hat sich der Dax bei 5750 den Kopf angestoßen. So langsam sollte er die Schnauze voll haben. Zwei Varianten: Entweder, ihn packt die Wut und er rennt durch (hätte er aber schon längst tun müssen), oder er resigniert und läuft wieder zurück. Zumindest per heute sieht es eher danach aus.

Die ersten Konjunkturdaten, die nicht ganz so großen Optimismus rechtfertigen und schon wird abverkauft. Bleibt spannend zu sehen, ob leicht tiefere Kurse wie in den letzten Wochen sofort wieder zu Käufen führen, oder ob diese „Schnäppchenjäger“ auch langsam unsicher werden, ob das noch was wird mit der 5750. Und selbst wenn, mehr als 6200 traut dem Dax eh kaum einer zu und wegen der paar hundert Punkte…

Wenn man den Statistiken trauen darf, sind die wenigsten in den Märkten, weil sie der Konjunktur vertrauen, sondern weil sie dabei sein wollen. Das nennt man fürderhin „schwache Hände“. Bei fallenden Kursen schütteln diese schwachen Hände erfahrungsgemäß ganz schnell die Last aus den Fingern. Auch nicht die besten Voraussetzungen. Der IWF ist schizophren gespalten und sieht zwar eine Konjunkturbelebung und gutes Wachstum für 2010, befürchtet aber gleichzeitig, dass das dicke Ende noch bevorsteht. Ja was denn nun?

Dass die Chinesen ihre eigene Bevölkerung zum Edelmetallkauf auffordert, hat ein besonderes Geschmäckle. So kann man sich geschickt vom Dollar trennen, ohne dass es peinlich wird. Der Chinese kauft im staatlich organisierten Edelmetallhandel Gold und Silber gegen Renminbi. Der Staat kauft im Ausland diese Edelmetalle gegen US$ (natürlich nur im Auftrag Dritter, nämlich der eigenen Bevölkerung). Die scheinen dem Dollar nicht mehr allzu viel zuzutrauen. Oh, Wunder! Die Bekanntgabe der Zusammensetzung ihrer Währungsreserven verweigern die Chinesen beharrlich. Der hohe Dollaranteil ist also nur geschätzt.

Weiterhin eine freundliche Grundhaltung gegenüber Edelmetallinvestments zu pflegen scheint in diesen Zeiten nicht die verkehrteste Gesinnung zu sein.

Ich wünsche Ihnen daher in vielerlei Hinsicht einen goldenen Oktober.

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