Die Rettung der Verbraucher vor Altersarmut. Dies scheint das erklärte und uneigennützige Ziel aller Bankkaufleute, Versicherungsvertreter und ‚Finanzberater‘ zu sein. Heute vorsorgen, um im Ruhestand den Lebensstandard halten zu können. Die gesamte Finanzbranche scheint auf einer Mission zu sein den demografischen Kollaps abzuwenden. Versicherungen und Banken entwickeln permanent neue, immer komplexere Produkte, zu denen die Vertriebsmitarbeiter (Altdeutsch: Verkäufer) unermüdlich beraten.

Das schönste daran: Beratung zu diesem Thema (und dauert diese auch noch so lange) wird an jeder Ecke von Banken, Versicherungsbüros und selbstständigen Finanzberatern kostenfrei angeboten. Teilweise können sich die Verbraucher sogar zu Hause besuchen lassen, völlig umsonst. Kann das sein?

Arbeiten Versicherungsvertreter also kostenlos?

Natürlich gibt es einen Haken. Wenn Sie abschließen, wird Ihr Sparvertrag durch sehr hohe Abschlussprovisionen und Verwaltungskosten belastet. Dies trifft insbesondere die versicherungsgebundenen Vorsorgetarife, aber auch Bank- und Fondssparpläne sind mit hohen, oftmals intransparenten Kosten belastet.

Die Provisionshöhe ist von Monatsbeitrag und Laufzeit abhängig. Möchten Sie 150 € monatlich über 35 Jahre einzahlen, ergibt sich eine sogenannte „Bewertungssumme“ von 63.000 €. 2,5% Prozent des Prämienaufkommens werden als Abschlussprovision ausgewiesen. Hierbei handelt es sich jedoch nur um eine bilanzielle Größe. Vermittler erhalten in der Regel mehr als die ausgewiesenen 2,5 Prozent, üblicherweise zwischen 4 und 5%. Das „Mehr“ wird über die laufenden Verwaltungskosten finanziert. Insgesamt liegt das Vermittlungsentgelt, das dem Vertrag in unserem Beispiel entnommen wird, bei 2.800 – 4.100 €.

Ab 01.01.2015 sieht das Lebensversicherungs-Reformgesetz (LVGR) vor, dass der Höchstzillmersatz für die bilanzielle Anrechnung der Abschlusskosten von 4 Prozent auf höchstens 2,5 Prozent der „Bewertungssumme“ reduziert wird. Für Verbraucher und Vermittler wird sich aber kaum etwas ändern. Vermittler müssen entweder keine oder nur kaum Abstriche bei der Abschlussprovision machen. Die Gelder werden weiterhin aus dem Kundenvertrag entnommen, lediglich aus einem anderen Topf.

Und die Versicherungsgesellschaft will natürlich auch etwas verdienen…

Zu den Abschlussprovisionen kommen die Verwaltungskosten der Versicherungsgesellschaft hinzu. Diese setzen sich aus Fixkosten (=Stückkosten), variablen Kosten auf die Einzahlung und Geldanlagekosten zusammen. All diese Positionen belasten die Wertentwicklung des Kapitals auch bei hervorragenden Börsenverläufen erheblich und sind der Grund dafür, warum Kunden teilweise erst nach 12 – 15 Jahren überhaupt die Summe ihrer bisher eingezahlten Beiträge im Vertrag vorfinden. Ein Umstand, der den Zinseszinseffekt ad absurdum führt. Die versprochenen Ablaufergebnisse und Renten werden üblicherweise nicht erreicht, die Versorgungslücke bleibt. Aber Versicherung und Vertreter haben zumindest gut verdient.

Die Auswirkungen für unseren Fall (150 € Monatsbeitrag über 35 Jahre Laufzeit) können Sie den Illustrationen entnehmen. Diese basieren auf einer mathematischen Auswertung und repräsentieren echte Zahlen.

Mit Honorartarifen Kosten- und Interessenskonflikte vermeiden

Alternativen bieten sogenannte Netto- und Honorartarife für die private Altersvorsorge. Diese sind vollkommen frei von Vertriebsprovisionen. Ein angenehmer Nebeneffekt: Auch die Verwaltungsgebühren sind um bis zu 70 % geringer, verglichen mit Provisionstarifen.

Um an einen solchen Tarif heranzukommen, gibt es zwei Wege: Suchen Sie sich einen zertifizierten Honorarberater in Ihrer Nähe. Er kann Sie rund um das Thema Altersvorsorge beraten und berechnet dafür üblicherweise 180 € +/- pro Stunde.

Gegen eine kostengünstige Pauschale können Sie die Produkte auch über das Internet ordern. Hier sind alle relevanten Produktklassen (Rürup-Rente, Riester, betriebliche Altersvorsorge, Privatrente und Rente gegen Einmalbeitrag) verfügbar. Achten Sie hierbei darauf, dass eine mathematische Auswertung der angebotenen Tarife erfolgt ist und Sie einen Ansprechpartner haben, der Ihnen vorab Ihre Fragen rund um die Produkte zielgerichtet beantwortet. Zwar zahlen Sie für die Vertragseinrichtung ein Entgelt, allerdings haben Sie die Gewissheit, dass 100% Ihrer Einzahlungen, ungeschmälert von Vertriebskosten, im Vertrag ankommen. Allein diese zusätzliche Kostentransparenz macht Honorartarife zum überlegenen Mittel für die Altersvorsorge.

Der größte Vorteil provisionsfreier Produkte ist zwar der Kostenvorteil. Aber allein die Tatsache, dass beim Berater kein Interessenskonflikt besteht (Vergütung vs. passende Empfehlung) schützt Sie vor provisionsgetriebener Falschberatung. Denn der Vermittler erhält bei diesen Produkten immer die gleiche Gebühr, immer in gleicher Höhe und immer von Ihnen.