Inhalt: 

·         1 Grundlagenwissen und Zusammenhänge
·         2 Kapitalmarktrenditen im Überblick
·         3 Anlagenotstand und Herdenverhalten
·         4 Inflation- und Erwartungen erneut gestiegen
·         5 Das finanzielle Gedächtnis muss neu justiert werden
·         6 Fazit für Anleger
·         7 YPOS Kapitalmarkt-Dialog
·         8 Das Kompaktwissen zur Niedrigzinsphase als Videokonserve

Grundlagenwissen und Zusammenhänge

Ein Gläubiger (Sparer, Anleger) kann nur die Rendite erwarten, die sich der Schuldner dauerhaft als Zins wirtschaftlich leisten kann. Dementsprechend zeigt das aktuelle Renditeumfeld das Ausmaß der finanziellen Repression. Konnten Anleger vor einigen Jahren mit dem Kauf von Staats- oder Unternehmensanleihen solider Schuldner noch einen realen Vermögenserhalt nach Steuern und Kosten generieren, so ist dies mittlerweile nicht mehr möglich. Im Zeitablauf werden auch die Verpackungen dieser Vermögensklassen, wie bspw. Lebensversicherer und berufsständische Versorgungswerke davon betroffen sein. Eine Kapitalsammelstelle (z.B. die genannte Lebensversicherung) kann nicht dauerhaft rentierlicher sein, als die zugrunde liegenden Vermögensklassen.

Aus diesen Gründen ist es sinnvoll, das eigene Vermögen zu analysieren und die Auswirkungen auf die eigene Finanzplanung überprüfen zu lassen. Sofern noch keine Finanzplanung besteht ist es sicher ein guter Anlass die eigene Planung auf eine professionelle Ebene zu heben.

Kapitalmarktrenditen im Überblick

Anlagenotstand und Herdenverhalten

An den Kredit- und Anleihemärkten der Eurozone zeigt sich das unveränderte Bild eines Anlagenotstandes. Grundsätzlich soll der Risikoaufschlag in den verschiedenen Markt- und Laufzeitsegmenten eine Vergütung für die jeweils eingegangenen Bonitäts- und Zinsänderungsrisiken darstellen. Neben dieser Orientierungs- und Steuerungsfunktion dient der Aufschlag aber auch zum Ausgleich von echten Verlusten. Rechnet man die relativen Renditen in absolute Beträge um und vergleicht sie mit historischen Werten, so ist diese Ausgleichsfunktion aktuell sicher beeinträchtigt. Weiterhin stellt sich die Frage, wer als kaufinteressierte Partei verbleibt, wenn die Masse der Marktteilnehmer ihre Positionen aufgrund sich ändernder Zins- oder Inflationseinschätzungen verändern möchte. Fehlende Liquidität könnte dann ein Problem darstellen und würde natürlich auch auf börsengehandelte Indexfonds und klassische Investmentfonds durchschlagen. Also genau auf die Instrumente, von denen Anleger und deren Berater davon ausgehen, dass eine jederzeitige Aktivität zu marktgerechten Preisen möglich ist. Konsequenterweise weist der Internationale Währungsfonds (IWF) auf diese Problematik hin und bringt Rücknahmeabschläge als mögliches Instrument ein.

Inflation- und Erwartungen erneut gestiegen

Für Deutschland ist die offizielle Inflationsrate von 0,1 auf 0,3 Prozent gestiegen. Auch die am Kapitalmarkt gehandelten Inflationserwartungen für die Eurozone haben sich deutlich von ihren Tiefstständen erholt. Es könnte interessant werden, falls sich die aktuellen disinflationären Erwartungen als überzogen erweisen. Schließlich wäre es nicht das erste Mal, dass die breite Masse der Anleger die Folgen neuer Rahmenbedingungen (gefallene Rohstoffpreise und Notenbankinterventionen) kurzfristig überschätzt, während die langfristigen Folgen unterschätzt werden. Die aktuell favorisierten und in vielen Depots übergewichteten Anlageklassen Anleihen und Qualitäts/Dividendenaktien sollten für diese Erwartung um zyklische Themen ergänzt werden. Es sollte jedem Anleger klar sein, dass eine identische Depotstruktur wie vor einigen Jahren heute mit größeren Risiken einhergeht. Die aktuell sehr erfreulichen Wertentwicklungen sollten daher als Argument für eine strukturierte Depotanalyse genutzt werden

Das finanzielle Gedächtnis muss neu justiert werden

Geht man davon aus, dass die menschlichen Erwartungen durch die eigenen Erfahrungen und durch die durch Erzählungen weitergegebenen Erfahrungen der Elterngeneration geprägt werden, dann ist ein umdenken erforderlich. Der Slogan “Umparken im Kopf” eines bekannten Automobilbauers ist hier ein durchaus passendes Motto. In der folgenden Grafik wird die Rendite von Bundesanleihen, jeweils reduziert um die jeweilige offizielle Inflationsrate im jeweiligen Kalenderjahr, dargestellt. Der Abstand zur Nulllinie macht deutlich, dass es in den vergangenen dreißig Jahren relativ einfach war seine Kaufkraft durch die Investition in sichere deutsche Staatsanleihen erhalten bzw. steigern zu können. Dies wird vorerst, zumindest nicht durch passive Anleiheinvestments, wiederholbar sein.

Fazit für Anleger

Die dargestellten Entwicklungen berühren jeden Bereich der Finanzwelt. Im Vergleich zu den offensichtlichen Kapitalmarktkrisen der jüngeren Vergangenheit (Dot.com Blase, Hypotheken/Finanzkrise) sind die Folgen diesmal nicht auf Kapitalmarktteilnehmer beschränkt. Eine aktive Auseinandersetzung mit den Rahmenbedingungen und der Bezug zur eigenen finanziellen Planung ist daher dringend herzustellen.

YPOS Kapitalmarkt-Dialog

Gerne machen wir Sie bereits heute auf den nächsten “YPOS Kapitalmarkt-Dialog” am 19.05.2015 um 18 Uhr aufmerksam. Die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier:

www.ypos-fp.de/vortragsreihen/ypos-kapitalmarkt-dialog-19-mai-1800-uhr-8887/

Das Kompaktwissen zur Niedrigzinsphase als Videokonserve

www.cashkurs.com/kategorie/anleihen-und-devisenwelt/beitrag/niedrige-zinsen-hohes-fehlerpotential-aufzeichnung-des-webinars/

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