München (Fonds-Reporter.de) - Die weltweite Rezession wird sich auf die südeuropäischen Länder und Irland weitaus stärker auswirken als auf Deutschland, Frankreich und die Niederlande. Zu dieser Einschätzung kommt Pioneer Investments mit Blick auf die aktuelle Entwicklung an den Anleihemärkten. "Die Haushaltsdefizite in Italien und Griechenland haben sich in den vergangenen zehn Jahren vergrößert, in Spanien und Irland gibt es eine große Korrektur der Hauspreise", erläutert Günter Philipp, Fixed Income-Experte bei Pioneer Investments. "Wir erwarten, dass die Rezession in diesen Ländern daher länger andauern wird als in strukturell gesünderen Volkswirtschaften wie Deutschland." Auf dem Anleihenmarkt sei der Renditespread zwischen Euroland-Anleihen und Anleihen aus Deutschland bereits größer geworden. Investoren verlangen also im Vergleich zu Bundeswertpapieren eine höhere Risikoprämie für ein Investment in diesen Ländern.

"Das Budgetdefizit und der Refinanzierungsbedarf einzelner Staaten droht aus den unterschiedlichsten Gründen außer Kontrolle zu geraten", erläutert Pioneer-Experte Philipp. Seine Befürchtung: Der staatliche Kapitalbedarf in diesen Ländern wächst und führt so langfristig zu steigenden Zinsen. Diese wiederum bedeuten Kursverluste für Anleihenbesitzer. Sein Fazit: "Staatsanleihen dürften zwar generell weiter von der Flucht in Qualität profitieren, es muss inzwischen allerdings stärker differenziert werden. Innerhalb unserer Eurolandportfolios Renten meiden wir deshalb in ganz langen Laufzeiten die Peripherieländer und bevorzugen Deutschland, Frankreich, und die Niederlande."