Nachdem nun selbst die Ökonomen des Massachusetts Institute of Technology (MIT) erkannt haben und zugeben, dass eine Vielzahl an einst gut bezahlten Industriearbeitsplätzen im Lauf der vergangenen Dekade von den Vereinigten Staaten in Richtung China ausgelagert wurden, überrascht Großinvestor George Soros mit der Aussage, dass Washington sich mit der Pekinger Führung möglichst bald politisch einigen müsse, um den Ausbruch eines Weltkriegs zu verhindern.

Soros: Es könnte zum großen Knall kommen

Nun, was fällt mir zu solchen Aussagen ein? Ehrlich gesagt nicht viel. Ich greife diese Aussagen in diesem Bericht auch nur auf, weil wir uns in den vergangenen Jahren die Finger wund geschrieben hatten, um auf eben jene Entwicklungen hartnäckig hinzuweisen. Wie mein Blogkollege und ehedem stellvertretende US-Finanzminister Dr. Paul Craig Roberts sagen würde, wird der 3. Weltkrieg nuklear oder gar nicht sein.

Laut Soros befinden sich die Führungen der Vereinigten Staaten und Chinas in einer ganzen Reihe von Fragen in ernsthaften Konflikten, die deren Durchschlagskraft in keinem Fall unterschätzt werden dürfe. Angefangen bei Chinas diskriminierender Handelspolitik bis hin zu dessen Beäugen der Territorien seiner asiatischen Nachbarstaaten gäbe es eine Vielzahl von Konflikten, in deren Hinblick es zwischen Washington und Peking irgendwann zum großen Knall kommen könnte, so Soros.

Die Interessen beider Staaten seien derart vital, dass eine einvernehmliche Vereinbarung über den zukünftigen geopolitischen Status Quo zwischen beiden Führungen gefunden werden müsse, wie Soros in einer Publikation für The New York Review of Books schreibt. Ein vorbildliches Beispiel bilde die jüngst zwischen beiden Führungen getroffene Vereinbarung zum Klimawandel.

China gegen Vorherrschaft des US-Dollars - Unterstützung aus Russland

Seitdem China seine Öl- und Gaseinfuhren aus Russland auf Basis des Renminbi abrechnet und seine eigene Entwicklungsbank aus dem Boden gestampft hat, die zukünftig in Konkurrenz zum Internationalen Währungsfonds und der Weltbank treten wird, dürfte in Washington die Alarmglocken in Bezug auf eine anhaltende Vorherrschaft des US-Dollars als Weltreservewährung geschlagen haben.

Es sind vor allem die anderen BRICS-Länder, die ihre Bereitschaft zeigen, sich der Initiative Chinas anzuschließen. Wie Soros weiter ausführt, müssten zwischen Washington und Peking auch dringend bilaterale Vereinbarungen in der globalen Energiepolitik, der Finanzpolitik und der Wirtschaftskoordinierung getroffen werden. Dadurch könne vor allem die Gefahr einer militärischen Allianz zwischen Russland und China gebannt werden.

Um einen globalen Militärkonflikt zu verhindern sei eine solche Vereinbarung dringender denn je notwendig. Ob die Chinesen naiv genug sein werden, um diesen plumpen Versuch zur Aufforderung einer Annäherung zwischen den USA und China nicht zu durchschauen, steht indes auf einem anderen Blatt. So zeigt sich doch, dass – wie nicht anders zu erwarten – die wirtschaftliche Kooperation zwischen Russland und China immer weiter fortschreitet.

Soros: Benötigen strategische Partnerschaft mit China

Es stellt sich die Frage, was die Amerikaner den Chinesen eigentlich anzubieten haben, um diese Entwicklungen zu durchkreuzen. Könnte es nicht vielmehr so sein, dass Washington bereits hinter der Kurve liegt und den globalen Ereignissen hinterher hechelt? Soros scheint dies ähnlich zu sehen, indem er darauf hinweist, dass es zu weitreichenden Schwierigkeiten im Hinblick auf eine einvernehmliche Übereinkunft zwischen Washington und Peking kommen dürfte.  

Eine „strategische Partnerschaft“ zwischen den USA und China sei das, was in unserem Zeitalter dringend benötigt werde, so Soros. Viel haben die USA mit Blick auf deren Einkreisungspolitik in Sachen Russland und China sowie deren gelebten Egoismus dazu bis dato allerdings nicht beigetragen. Selbst die Zustimmung des Washingtoner Kongresses zur Transpazifischen Partnerschaft (TPP) steht in den USA auf tönernen Füßen.

Dies ist auch nicht sehr verwunderlich, nachdem nun selbst das Massachusetts Institute of Technology (MIT) auf den Hund gekommen zu sein scheint. Dessen Ökonomen haben doch tatsächlich erkannt, dass im Laufe der letzten Dekade unzählige und ehedem gut bezahlte Industriejobs aus den Vereinigten Staaten in Richtung China verlagert wurden. Verzeihen Sie mir an dieser Stelle bitte meinen Sarkasmus...

Nobelpreisträger Mundell zur US-Politik

Nobelpreisträger Robert Mundell gelangt gar zu der Erkenntnis, dass andere Nationen bestrebt seien, ihre globalen Handelsvorteile an deren Industriepolitik auszurichten. In den USA sei davon allerdings nichts zu erkennen. Ganz im Gegenteil, habe die Washingtoner Führung dafür gesorgt, das eigene Land „wie eine nackte Frau“ zu entblößen.

Dies werde sich noch als riesiges Problem im Hinblick auf Staaten erweisen, die zukünftig „zu Feinden der USA auf globaler Ebene“ avancieren könnten. Ich frage mich, welche Entwicklungen und Ereignisse diese „Strategen“ in der Vergangenheit verpasst haben mögen, um den Amerikanern derart abgenudelte Erkenntnisse nun als Binsenweisheit zu verkaufen!!!