Im nachfolgenden Videoausschnitt bringt Dirk Müller einmal mehr die Vorteile des Bargelds, sowie die entsprechenden Gefahren einer Abschaffung desselben, treffend auf den Punkt.

   

   

Auch in der Vergangenheit haben wir hier auf Cashkurs ausführlich über die Hintergründe der Entwicklung sowie jüngst über die neuesten Vorstöße des IWF, Bargeld gegenüber Bankguthaben abwerten zu lassen, berichtet.        

Bundesbankvorstand: Bargeld ist geprägte Freiheit, diese einzuschränken braucht gute Gründe

Umso interessanter ist es zu beobachten, dass auch Dr. Johannes Beermann, seines Zeichens Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, in einem aktuellen Interview mit der FAZ, das Bargeld - frei nach Dostojewski – ebenfalls als „geprägte Freiheit“ bezeichnete und klipp und klar zum Ausdruck brachte, dass eine Bargeldobergrenze keine messbaren Ergebnisse bei der Erschwerung der Schattenwirtschaft oder der Terrorfinanzierung bringt und sich diesbezüglich als sinnlos erwiesen hat.

Zudem zeigt er sich sicher, dass eine solche Grenze „in absehbarer Zeit nicht kommen wird“, bekräftigt, dass nach dem Ausgabestopp des 500,- €- Scheins eine Abschaffung kleinerer Stückelungen „nicht zur Debatte steht“ und insgesamt eine Abschaffung des Bargelds zur Durchsetzung von Negativzinsen in den Notenbanken nicht diskutiert wird. Den weiteren Aussagen zufolge bleibt nicht nur der 500,- €-Schein auch noch in 20 Jahren offizielles Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel.

Das ganze Interview ist hier nachzulesen:
https://www.bundesbank.de/de/presse/interviews/wieso-verschwindet-der-fuenfhunderter--794144

Wird gerade Deutschland immer als Land mit der größten Liebe zum Bargeld beschrieben, ist es zudem interessant zu erfahren, dass Erhebungen der EZB ergeben haben, dass in neun anderen Ländern des Eurosystems Bargeld sogar häufiger zum Einsatz kommt als hierzulande.

Ist die Gefahr einer Bargeldabschaffung also gar nicht so groß wie häufig befürchtet?

Wie viel Hoffnung sich aus derartigen Aussagen und Erhebungen schöpfen lässt, ist schwer zu sagen. Unterstellt, es handelt sich hier nicht um eine Vorgehensweise á la „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!" und Dr. Beermann spricht aus voller Überzeugung, sollte man sich jedoch auch anhand der Begründung vor Augen führen, dass eine deterministische Herangehensweise, welche keine anderen Verlaufsmöglichkeiten als die eigens erdachten zulässt, nie förderlich ist. Dann wäre ja jegliche Aktion oder Gegenwehr sinnlos – ist sie aber nicht!

Selbst aktiv werden und Mitmachen bei der #BargeldChallenge

Auch der augenscheinliche „Bargeldverfechter“ Dr. Beermann verweist auf den „deutlichen Einschnitt in den persönlichen Lebensbereich der Deutschen“, den man bei einer Bargeldabschaffung sähe, da Bargeld immer noch weitverbreitet beim Zahlen verwendet würde. Da ist sie wieder, die oft zitierte normative Kraft des Faktischen – und genau hier gilt es anzusetzen!

So hat Dr. Norbert Häring bereits vor längerer Zeit die #BargeldChallenge ins Leben gerufen, um sich für die vermehrte Nutzung von Bargeld einzusetzen und so dafür zu sorgen, dass demnächst keine weitere Abnahme der Bargeldnutzung vermeldet wird, sondern eine Zunahme.

In seinem Aufruf schreibt er:

„Wenn wir derart kraftvoll mit dem Geldbeutel abstimmen und zeigen, wie wichtig uns das Bargeld als Bollwerk gegen die finanzielle Totalüberwachung ist, wird das in den Medien und in der Politik Eindruck machen. Dann sehen unsere Volksvertreter, dass man nicht nur Stimmen verlieren kann, wenn man Bargeldbeschränkungen fordert, sondern auch, wenn man weiter zu der Politik der tausend Nadelstiche gegen Bargeldnutzer schweigt – und dass man Stimmen gewinnen kann, wenn man gegen diese Politik Stellung bezieht.“

Dem gibt es nichts hinzuzufügen, ausgenommen der bekannten Weisheit von Erich Kästner: Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es!