Inflation im Abseits? Wie Notenbanken ihre Prioritäten verschieben
Im Fußball ist der Ausputzer ein Abwehrspieler, der die harte „Drecksarbeit“ der Verteidigung übernimmt. Auch Notenbanken haben diese Funktion. Früher haben sie die Preisstabilität mit harter Zinsknute verteidigt. Heute besteht ihre neue Drecksarbeit jedoch vor allem darin, zu verhindern, dass Wirtschaftskrisen schmerzhafte Gegentore schießen. Selbst die feinste stabilitätspolitische Ball-Artistik der Notenbanker verbaler Art kann diese neue Spielweise nicht vereiteln.
• Rollenwandel der Notenbanken: Statt primär Preisstabilität zu sichern, steht zunehmend die Stabilisierung von Wirtschaft und Finanzsystem im Fokus.
• Zielkonflikt: Zinserhöhungen bekämpfen Inflation, riskieren aber gleichzeitig Rezession und schwächeres Wachstum.
• Neue Prioritäten: Angesichts hoher Verschuldung und geopolitischer Risiken (z. B. Iran-Konflikt) wird Wachstum oft höher gewichtet als Inflationsbekämpfung.
• Politischer Druck: Regierungen setzen verstärkt auf Schuldenaufnahme, wodurch Notenbanken zu einer lockeren Geldpolitik gedrängt werden.
• Inflation als „Ventil“: Moderate Inflation hilft, die reale Schuldenlast zu reduzieren.
• Fazit: Geldpolitik agiert zunehmend pragmatisch – weg von strikter Stabilität, hin zu flexibler Krisenbewältigung zugunsten der Konjunktur.






