Inflation im Griff, Wirtschaft nicht: Europas geldpolitisches Dilemma
Seit Frühjahr bewegt sich die Inflation in der Eurozone eng um den Zielwert der EZB von zwei Prozent. Daher belässt sie ihren Einlagenzins ebenso unspektakulär bei zwei Prozent. Mit Blick auf die wenig dynamischen Wachstumsaussichten der Eurozone, speziell in Deutschland, und den starken Euro muss beim Zinssenkungszyklus theoretisch noch nicht das letzte Wort gesprochen sein. Für Zinserhöhungen spricht dagegen praktisch nichts.
- Die Inflation in der Eurozone liegt stabil nahe dem EZB-Ziel, getrieben von fallenden Produzentenpreisen, schwachen Energiepreisen und einem starken Euro – Inflationsgefahren sind nicht erkennbar.
- Konjunkturell bleibt Europa, insbesondere Deutschland, schwach: strukturelle Probleme, hohe Zölle, Lieferengpässe und mangelnde Reformen bremsen Wachstum trotz staatlicher Ausgabenprogramme.
- Die EZB sieht aktuell keinen Handlungsdruck für weitere Zinssenkungen, hält sich aber angesichts der fragilen Wirtschaftslage alle Optionen offen – Zinserhöhungen sind faktisch ausgeschlossen.
- International zeigt sich ein anderes Bild: Die USA steuern auf Zinssenkungen zu, Japan bleibt realzinsseitig expansiv, China dürfte stärker fiskalisch gegensteuern.
- Global begünstigen sinkende Finanzierungskosten und staatliche Investitionen zyklische Aktien und Edelmetalle, während kurzfristige Rücksetzer eher als Kaufgelegenheiten zu werten sind.






