Summertime and the (monetary) living is easy
Ist Kevin Warsh als neuer US-Notenbankchef doch weniger Taube und mehr Falke? Auf ihrer letzten Sitzung hat die Fed zwar ihre Inflationsprognosen angehoben und zeigt sich auch in den Zinsprojektionen kritischer. Inflationskümmernde Glaubwürdigkeit legt der Neue bei der Fed bislang dennoch lediglich theoretisch an den Tag, nicht in praktischem Handeln und schon gar nicht mit Zinsrestriktionen.
• Die Fed belässt den Leitzins bei 3,75 %, zeigt sich unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh rhetorisch etwas restriktiver, verzichtet aber auf konkrete Hinweise zu künftigen Zinsschritten.
• Die zuletzt gestiegenen Inflationssorgen haben sich durch die Entspannung im Iran-Konflikt und sinkende Energiepreise wieder abgeschwächt, weshalb aktuell wenig Druck für weitere Zinserhöhungen besteht.
• Die Fed erwartet zwar vorübergehend höhere Inflation, geht jedoch von einer späteren Beruhigung aus. Der Autor sieht daher keinen Anlass für eine dauerhaft restriktive Geldpolitik.
• Die US-Wirtschaft wächst weiterhin, allerdings konzentriert sich das Wachstum stark auf KI-Investitionen, Rechenzentren und den Technologiesektor, während viele kleinere Unternehmen unter hohen Kosten und schwacher Nachfrage leiden.
• Zinserhöhungen gelten als unwahrscheinlich. Langfristig ist eher mit späteren Zinssenkungen zu rechnen, auch wenn diese derzeit von der Fed noch nicht signalisiert werden.
• US-Nebenwerte (Russell 2000) könnten von sinkenden Inflationserwartungen und einer wirtschaftlichen Erholung profitieren. Sie erscheinen im Vergleich zu den großen Technologiewerten deutlich günstiger bewertet.
• Auch die Bank of Japan hat die Zinsen auf historisch hohe 1,0 % angehoben, bleibt jedoch weiterhin vergleichsweise locker, da hohe Staatsschulden und die Wirtschaftslage kaum eine echte Straffung zulassen.






