Zinsangst, KI und Reformstau: Das bewegt jetzt die Märkte
Kehrt die konjunkturelle Hoffnung nach Deutschland zurück? Wenn auch nicht beeindruckend, haben sich ifo Geschäftserwartungen und -lage im Juni tatsächlich erholt. Der Grund ist die Aussicht auf Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Wegen massiven Strukturdefiziten gelingt es der deutschen Wirtschaft dagegen nicht, nachhaltig aus der Dauererschöpfung seit 2021 zu entkommen. Das spürt auch der DAX, der im europäischen und erst recht im US-Vergleich die rote Laterne trägt.
• Der ifo-Geschäftsklimaindex hat sich zwar leicht verbessert, der Optimismus beruht jedoch vor allem auf der Entspannung im Nahen Osten und nicht auf einer nachhaltigen Verbesserung der deutschen Standortbedingungen.
• Deutschland leidet weiterhin unter strukturellen Problemen wie Bürokratie, hohen Energiekosten, schwacher Wettbewerbsfähigkeit und fehlenden Reformen. Ohne grundlegende Veränderungen bleibt ein kräftiger Aufschwung aus.
• An den Finanzmärkten sorgen die Zinsdebatte in den USA und steigende Anleiherenditen kurzfristig für Druck auf Technologie- und KI-Aktien. Langfristig ist jedoch wieder Spielraum für Zinserleichterungen zu erwarten.
• Trotz kurzfristiger Schwankungen bleibt die Sicht auf Aktien grundsätzlich konstruktiv. Korrekturen seien gesund, KI bleibe ein Megatrend und sinkende Energiepreise könnten die Inflation weiter dämpfen.
• Für Großbritannien bestehen nach dem politischen Umbruch zwar Chancen auf Reformen, es sei jedoch deutlich angemahnt, dass den Ankündigungen nun auch konkrete Maßnahmen folgen müssen.






