Gendersprech in Hannover Pflicht

 Die SPD-regierte Stadt Hannover hat vor kurzem per Verwaltungsakt angeordnet, die „geschlechtergerechte“ Sprache, also Gender-Sprech einzuführen. So werden aus Lehrern „Lehrende“, aus dem Rednerpult wird das „Redepult“.

Die Gender-Sternchen, die im Sprachgebrauch nicht vorkommen, verhunzen Wörter wie „Ingenieur/ Ingenieurin“ zu „der*die Ingenieur*in“. Spricht man das „der Gender-Sternchen die Ingenieur-Gender-Sternchen in“ aus - oder wie? Ich bin überfordert.

Dem Verein Deutsche Sprache e. V. reicht´s!

Der Verein über sich selbst: „Der gemeinnützige Verein Deutsche Sprache e. V. tritt dafür ein, dass Deutsch nicht zu einem Feierabenddialekt verkommt, sondern als Sprache von Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft erhalten bleibt. Wir sind ein weltweit tätiger Verband mit mehr als 36.000 Mitgliedern, darunter über die Hälfte mit Wohnsitz außerhalb der Bundesrepublik.“

Zu seinen Leitlinien gehört: „Europas Sprachen und Kulturen stehen unter einem starken Globalisierungsdruck. Sie verlieren weltweit an Geltung und werden in zunehmendem Maße von der angloamerikanischen Sprache und Kultur beherrscht. Dies führt zu einem Identitätsverlust der betroffenen Sprachgemeinschaften und Volksgruppen (vgl. UNESCO-Erklärung vom 2. November 2001; Bericht der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ vom 11.12.2007).“

Der Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS) hat offensichtlich, ich sag es mal derb und altmodisch, die Schnauze gestrichen voll und erklärt den Irrsinn als gar nicht mehr durchhaltbar. Wie, so fragt der Verein, kommt der Bürgermeister dazu, sich bei den Wählerinnen und Wählern zu bedanken – ohne einzusehen, dass er sich natürlich „Bürgerinnen- und Bürger¬meister“ nennen müsste?

Wie lange können wir noch auf ein Einwohnerinnen- und Einwohnermeldeamt verzichten? Wie ertragen wir es, in der Fernsehwerbung täglich dutzendfach zu hören, wir sollten uns über Risiken und Nebenwirkungen bei unserem Arzt oder Apotheker informieren? Warum fehlt im Duden das Stichwort „Christinnentum“ – da dieser doch die Christin vom Christen unterscheiden lässt?

Der Generalirrtum: es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem natürlichen und dem grammatikalischen Geschlecht

Da die sogenannte gendergerechte Sprache auf einem Generalirrtum beruht, eine Fülle lächerlicher Sprachgebilde erzeugt, konsequent gar nicht durchzuhalten und sie viertens auch kein Beitrag zur Besserstellung der Frau in der Gesellschaft ist, hat der Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS) in einer Petition nun „Schluss mit dem Gender-Unfug“ gefordert.

Monika Maron, Wolf Schneider, Walter Krämer und Josef Kraus gehen mit diesem Aufruf an die Öffentlichkeit. Sie warnen vor „zerstörerischen Eingriffen in die deutsche Sprache“. Der Generalirrtum: Zwischen dem natürlichen und dem grammatischen Geschlecht bestehe ein fester Zusammenhang. Er besteht absolut nicht. Der Löwe, die Giraffe, das Pferd. Und keinen stört es, dass alles Weibliche sich seit 1000 Jahren von dem Wort „das Weib“ ableitet.

Die lächerlichen Sprachgebilde: Die Radfahrenden oder die Fahrzeugführenden sind schon in die Straßenverkehrsordnung vorgedrungen, die Studierenden haben die Universitäten erobert, die Arbeitnehmenden viele Betriebe. Der Große Duden treibt die Gendergerechtigkeit inzwischen so weit, dass er Luftpiratinnen als eigenes Stichwort verzeichnet und Idiotinnen auch. Und dazu kommt in jüngster Zeit als weitere Verrenkung noch der seltsame Gender-Stern.

Petition „Schluss mit dem Gender-Unfug“

Zu den einhundert Erstunterzeichnern der Petition gehören u. a. Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff, „Sprachpapst“ Wolf Schneider, die Lyriker Reiner Kunze und Sabine Schöck, der TV-Moderator Peter Hahne, sogar der langjährige „BILD“-Chefredakteur Kai Diekmann, die Kabarettisten Dieter Nuhr und Dieter Hallervorden, der frühere Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen sowie eine Reihe Germanistik-Professoren.

Auch ich habe die Petition gezeichnet. Zwar nicht als Erstunterzeichner, aber mit der festen Überzeugung, dass der Unsinn enden muss. Wer den „Gendersprech“ mag, unterschreibt die Petition eben nicht.

Hier geht es zur Petition

Sonderkommentar der Arbeitsgruppe Gendersprache im VDS

„Wir verbitten uns den Eingriff von oben in unsere Sprache. Sprache darf kein Spielball politischer Interessen werden.

Wir wollen uns nicht an den Gender-Neusprech gewöhnen. Deshalb fordern wir alle Mitbürger auf, aktiv dagegen zu protestieren und entsprechende Richtlinien, Verordnungen und Vorschriften scharf zurückzuweisen. Insbesondere soll die Stadt Hannover ihren Gender-Verwaltungsakt zurücknehmen und die Dortmunder Verwaltung die Finger vom Gendern lassen. Der Bund soll mit den wertvollen Ressourcen, die dem fehlgeleiteten Gender-Mainstreaming zufließen, die Zivilgesellschaft stärken und in gemeinschaftsstiftende Projekte investieren.

Sprache macht uns Menschen einzigartig. Sie ist Ausdruck des Denkens und Fühlens, stiftet Identität, unterscheidet und verbindet uns. Sie ist ein historisch gewachsenes Ausdrucksmedium, das stetig verwandelt wird — durch unser aller Gebrauch: Wir denken und dichten, schreiben und schäkern, verhöhnen und versöhnen uns in diesem Medium. Politik und Verwaltung versuchen leider, unser Sprechen und Denken und damit unsere soziale Wirklichkeit per Dekret zu überformen.

Wir haben die Faxen dicke! Gendersprache spaltet Worte, Gemüter, unser Sprachhandeln, und letztlich die Gesellschaft: Beim Aussprechen der verque(e)ren Wortungetüme sollen wir kurz innehalten, um die Geschlechterkluft (Gender-Gap) hörbar zu machen.

Das ist ein tiefer Eingriff in Köpfe, Körper, Persönlichkeitsrechte und gewachsene soziale Kommunikationsstrukturen! Und wer sich dagegen verwehrt, wird von den Aposteln der Vielfalt reflexartig als rechtsradikal, antifeministisch, homophob, rassistisch, antisozial, antidemokratisch, fremdenfeindlich und ewig gestrig verleumdet. Das nehmen wir nicht länger hin.

Wir stehen für eine lebendige, menschliche, Sprache ein, in der wir ausdrücken, was wir denken und klar benennen was wir wollen. Amtliche öffentliche Verlautbarungen sollen ausschließlich in klarem und korrektem Deutsch verfasst werden. Hört auf zu gendern!“

Steuerfinanzierte Ideologie

Es dürfte nicht einfach werden, diesen Unsinn zu stoppen, bevor er sich selbst gegen die Wand fährt. Immerhin steckt eine Ideologie dahinter, die kaum Gegenwind erfährt. Über 200 Lehrstühle für „Gender Studies“ gibt es schon an deutschen Universitäten, neben einem Heer an „Gleichstellungsbeauftragen“ in Behörden, Universitäten und Unternehmen etc. Selbst in der UNO ist die Agenda verankert. Die Gender-Lobby ist mächtig und sie bedient sich an Steuermitteln.

Hier ist Widerstand gefragt. Schülerproteste gegen Klimawandel hingegen sind kein Widerstand, sondern befördern den politischen Mainstream. Dazu gibt es hier ein neues Video des Autors.

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