Dabei ist Bargeld sogar (noch) die schnellste Methode, um sich vom Geld zu trennen, so eine Bundesbank-Studie. Es dauert nur 22 Sekunden und damit sieben Sekunden kürzer als mit einer Karte - bei überschaubaren Kosten von 24 Cents. Kartenzahlungen sind für Verkäufer teurer. Nur kontaktloses Bezahlen soll künftig schneller sein, für die gläsernen Kunden unter uns.

Bei jährlich 20 Milliarden Transaktionen im Einzelhandel belaufen sich die Kosten auf 5,4 Milliarden Euro, hat die Bundesbank errechnet - also Peanuts im Vergleich zu dem, was sonst alles aus dem Fenster geworfen wird. Die Einsparungen könnten an die Kunden weitergegeben werden, hört man von Lobbyisten. Ihnen fallen sicherlich noch viel bessere Ideen ein...

Hat sich mal jemand die Frage gestellt, warum diese Kupfermünzen nerven? Weil sie kaum noch etwas wert sind. Man bekommt nichts mehr dafür. Aber niemand fragt, warum. Und erst recht fällt nicht auf, dass man für größere Münzen auch immer weniger bekommt. Woran liegt das nur? Inflation? Nein, nicht doch! Bei dieser offiziellen Geldwertstabilität der EZB... Der reale Kaufkraftverlust fällt da oben im Frankfurter Turm gar nicht auf bzw. kommt erst gar nicht bis dort hinauf.

Ich könnte mir vorstellen, dass irgendwann die kleinen Münzen verschwinden, weil vor allem die jungen Kassiererinnen nicht mehr so viel rechnen müssen, bevor diese Jobs auch entfallen, obwohl man ohne Bargeld doch so viel hätte sparen können - als Einzelhändler.

Wie dem auch sei, das Bessere war schon immer der Feind des Guten. Das Bessere verdrängt das Schlechtere. Offenbar ist Bargeld noch zu gut, auch wenn nichts unversucht bleibt, es schlecht zu reden. Schlimm an Barzahlungen ist lediglich, dass es die Datensammler am Datensammeln hindert und die Neugierde des Staates unbefriedigt bleibt.

Am Schlimmsten aber ist, dass die armen Zinswichtel der Zentralbanken die Zinsen nicht noch tiefer in den Keller drücken können, obwohl sie das bald müssten. Dann würden die Leute die Konten räumen. Nur ohne dieses Bargeld könnten sie finanziell durchregieren. Dann kann auch ein Staat schnell mal die Konten räubern wie 2013 auf Zypern. Griechenland schränkte Auszahlungen am Automaten ein. Selbst Kaufbeschränkungen für aufmüpfige Leute wären digital möglich. Huxleys neue Welt lässt grüßen!

Bevor ich es vergessen hätte... Ohne Bargeld wäre eine Währungsreform ganz einfach und elegant per Knopfdruck und ohne die damit verbundenen üblichen Aufregungen möglich.

Bargeldloses Zahlen ist zweifellos auf dem Vormarsch. Wen wundert es, dass Banken, Kreditkartenfirmen und deren Lobbyisten das Bargeld verteufeln. Manche reden sogar von einer Freiheit, die man sich nehmen soll, indem sie einem weggenommen wird. Das hat was! Ja, Bargeld ist schmutziger als Geld aus der Steckdose, dennoch hat jede Bequemlichkeit ihren Preis - vielleicht sogar den der Freiheit.