In meinem Beitrag „Einkaufsmanagerindex signalisiert tiefe Rezession“ vom 25.03. wies ich auf Daten hin, die eine tiefe Rezession der deutschen Industrie anzeigen und endete mit folgendem Hinweis auf die hausgemachten Probleme „Ob es um die Vernichtung der Verbrennungsantriebstechnik, der Atomkraft oder der Energiegewinnung aus der einzig heimischen Energiequelle, der Kohlekraft, geht. Deutschland ist wieder vorne dabei. Mit Selbstverstümmelung.“

Klimareligion zerstört Arbeitsplätze und Wohlstand

Wenn ehemals deutsche Vorzeigeunternehmen retten wollen, was zu retten ist, bleibt ihnen bei der aktuell linksgrün-dominierten Klimareligion in Europa (und speziell der BRD) gar nichts anderes übrig, als ihre Anstrengungen außerhalb der EU zu forcieren.

Im vergangenen Frühjahr hat sich Miriam Dalli, Berichterstatterin des Umweltausschusses aus dem kleinen, korrupten Malta, unterstützt vom  EU-Umweltkommissar Karmenu Vella von derselben Insel, mit der haarsträubenden  Forderung „die Autoindustrie muss weg“ hervorgetan. In der EU entscheidet ein ungelerntes Mitglied der Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament, eines Zwergenmitglieds der EU über die Zukunft der Autoindustrie. Frau Dalli weiß nichts, außer „die Autos müssen weg, und zwar Dalli!“

Die Regierungen müssten eben ihre Gesellschaften auf drastische Arbeitsplatzverluste einstellen. Dann sollen sie eben Autos bauen, die nichts verbrauchen. Das sagen neben Dalli auch andere Grün*innen.

Die Mitarbeiter von Audi, Bosch und VW kommen ins Schwitzen

Audi, Bosch und VW stehen vor einem gewaltigen Stellenabbau. Die Produktion von Batterien wird - entgegen der Hoffnungen vieler - aufgrund der Vollautomatisierung nichts kompensieren. Das Know-How um die Verbrennungstechnik und mit ihm die Arbeitsplätze wandern aus nach Osten.

Zwischen Transatlantikern & „Eurasikern“: Zerreißt die EU?

Da die größten Wachstumsmärkte der Welt mindestens für die nächsten drei Generationen mit etwa der Hälfte der Weltbevölkerung im Osten liegen, China vom Seidenstraßenprojekt nicht abzubringen ist und Russland militärisch unantastbar wird, während gleichzeitig die ehemals mächtigen USA es nicht mal mehr schaffen, ihren eigenen „Hinterhof“, im speziellen Fall Venezuela, zu dominieren, nachdem dort russische und chinesische Militärberater eingeflogen wurden, ist eine Ausrichtung der EU-Wirtschaft und der deutschen Wirtschaft nach Osten unvermeidlich.

Die EU droht zwischen den Interessen der Transatlantiker und jenen der sich mit zunehmender Geschwindigkeit entwickelnden „Eurasiker“ zu zerreißen. Dass die EU auseinanderfällt, ist übrigens nicht so abwegig, wie viele im Moment wahrscheinlich glauben.

Putin, Altmeier und Zetsche im neuen Werk

Weniger als zwei Jahre Bauzeit, rund 1000 Mitarbeiter, 25.000 Fahrzeuge Jahreskapazität – das sind die Eckdaten des neuen Mercedes-Benz-Werks bei Moskau, das am 3. April unter Teilnahme von Russlands Präsident Wladimir Putin, Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Daimler-Chef Dieter Zetsche feierlich eröffnet wurde.

"Die deutsche Wirtschaft wächst trotz Sanktionen nach wie vor sehr stark in Russland. Das zeigen große Investitionen der Autobauer wie Mercedes, aber auch Volkswagen sowie der zahlreichen mittelständische Unternehmen. Deutsche Firmen haben im vergangenen Jahr so stark in Russland investiert, dass die Netto-Direktinvestitionen im Vergleich zum Vorjahr um 26,4 Prozent auf zwei Milliarden Euro angestiegen sind", sagt AHK-Vorstandsvorsitzender Matthias Schepp.

Produzieren für den russischen Markt

„Moscovia“, im Industriepark Esipovo erstreckt sich über eine Fläche von 85 Hektar. Von hier aus will Mercedes-Benz den lokalen Markt bedienen – zunächst mit E-Klasse-Limousinen, später mit drei weiteren SUV-Modellen. 2019 sollen hier bereits 5.000 Fahrzeuge vom Band rollen, die Auslastung liegt bei 25.000 Einheiten pro Jahr. Derzeit verkauft Mercedes-Benz in Russland rund 38.000 PKW pro Jahr, leichte Nutzfahrzeuge eingerechnet.

Wladimir Putin hielt zur Eröffnungsfeier eine Rede, in der er versicherte  „derartige Projekte, die von russischen Unternehmen und internationalen Partnern gemeinsam umgesetzt werden, auch in der Zukunft nach Kräften unterstützen“. Mercedes-Benz werde von der Vertiefung des Russland-Geschäfts nicht enttäuscht sein, so Putin.

Immerhin verspricht sich der russische Haushalt in den nächsten zehn Jahren Mehreinnahmen von vier Milliarden Rubel (rund 60 Mio. Euro) vom neuen Standort, gab der russische Präsident an – zusätzlich zu den 19 Milliarden Rubel (mehr als 250 Mio. Euro), die der Daimler-Konzern bereits in die Russland-Produktion investiert habe. Er fügte hinzu, dass der russische Markt einer der größten in Europa sei.

Im letzten Jahr sei die Produktion im europäischen Vergleich auf 15 Prozent und der Verkauf von Fahrzeugen auf über 13 Prozent gestiegen. Putin nannte sich in seiner Rede selbst „einen bescheidenen Diener des Projekts“ und einen Nutzer von Mercedes-Fahrzeugen, die für ihre Qualität weltweit einen hervorragenden Ruf genießen.

Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier schlug in seiner Rede positive Töne an. Die russische Wirtschaft habe in den vergangenen 20 Jahren große Erfolge gemacht. „Wir haben bei diesem großen Leuchtturmprojekt den Beweis dafür, dass die russisch-deutsche Kooperation noch viel stärker ausgebaut werden kann“, so Altmaier.

Wir dürfen gespannt sein, wann ein Umweltminister der BRD wieder eine Einweihungsrede für ein Werk in der Bundesrepublik halten wird.

„Das Mercedes-Benz Werk Moscovia ist ein weiterer Baustein unserer Strategie, dort zu produzieren, wo unsere Kunden sind. Und davon profitieren beide Partner: Russland und Mercedes-Benz“, sagte Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars.

Die Farbe Lila

Alle drei Festredner trugen violette Krawatten. Im Christentum ist dies die Farbe der Besinnung, ein Zeichen für Buße, Veränderung und Tod. In der Farbberatung wird diese Farbe empfohlen, wenn es um Selbstvertrauen geht und Diplomatie gefragt ist. Ganz sicher war die Farbwahl kein Zufall. Interpretationen bleiben Ihnen überlassen.

Die Bildrechte der in diesem Artikel verwendeten Fotos liegen bei der AHK Russland.