Die New York Times schreibt wörtlich:

North Korea’s success in testing an intercontinental ballistic missile that appears able to reach the United States was made possible by black-market purchases of powerful rocket engines probably from a Ukrainian factory with historical ties to Russia’s missile program, according to an expert analysis being published Monday and classified assessments by American intelligence agencies.

The studies may solve the mystery of how North Korea began succeeding so suddenly after a string of fiery missile failures, some of which may have been caused by American sabotage of its supply chains and cyberattacks on its launches. After those failures, the North changed designs and suppliers in the past two years, according to a new study by Michael Elleman, a missile expert at the International Institute for Strategic Studies.

Möglichst wortgetreue Übersetzung von mir:

Nordkoreas erfolgreicher Test einer interkontinentalen ballistischen Rakete, die in der Lage zu sein scheint, die Vereinigten Staaten zu erreichen, wurde höchstwahrscheinlich durch Schwarzmarktkäufe von starken Raketentriebwerken von einer ukrainischen Fabrik mit historischen Verbindungen zu Russlands Raketenprogramm ermöglicht. Dies ist das Ergebnis einer Expertenanalyse, die von amerikanischen Geheimdiensten veröffentlicht wird.

Die Studien können die Antwort auf die Frage liefern, wie Nordkorea plötzlich, nach einer Reihe von Misserfolgen, die eventuell durch amerikanische Sabotage seiner Versorgungsketten und durch Cyberangriffe auf die Raketenstarts verursacht wurden, derart erfolgreich ist. Nach den Misserfolgen hat Nordkorea  Designs und Lieferanten in den letzten zwei Jahren, gemäß einer neuen Studie von Michael Elleman, einem Raketenexperten im Internationalen Institut für Strategische Studien, geändert.

Und weiter:

Such a degree of aid to North Korea from afar would be notable because President Trump has singled out only China as the North’s main source of economic and technological support. He has never blamed Ukraine or Russia, though his secretary of state, Rex W. Tillerson, made an oblique reference to both China and Russia as the nation’s “principal economic enablers” after the North’s most recent ICBM launch last month.

Analysts who studied photographs of the North’s leader, Kim Jong-un, inspecting the new rocket motors concluded that they derive from designs that once powered the Soviet Union’s missile fleet. The engines were so powerful that a single missile could hurl 10 thermonuclear warheads between continents.


Übersetzung:

Solch ein Grad der Hilfe für Nordkorea von außerhalb wäre bemerkenswert, weil Präsident Trump nur China als die Hauptquelle des Nordens der wirtschaftlichen und technologischen Unterstützung ausgesucht hat. Er hat die Ukraine oder  Russland nie verantwortlich gemacht, obwohl sein Außenminister, Rex W. Tillerson, sowohl China als auch  Russland als die “hauptsächliche wirtschaftlichen Unterstützer der Nation” nach dem neusten ICBM-Start Nordkoreas im letzten Monat erwähnt hat.

Analytiker, die Fotographien des Führers des Nordens, Kim Jong-un studiert haben, kommen zu dem Schluss, dass die neuen Raketenmotoren auf Designs zurückzuführen sind, die einmal die Raketenflotte der Sowjetunion angetrieben haben. Die Motoren waren so stark, dass eine einzelne Rakete 10 thermonukleare Sprengköpfe über Kontinente hinweg  schleudern konnte.


Und weiter:

During the Cold War, the factory made the deadliest missiles in the Soviet arsenal, including the giant SS-18. It remained one of Russia’s primary producers of missiles even after Ukraine gained independence.

But since Ukraine’s pro-Russian president, Viktor Yanukovych, was removed from power in 2014, the state-owned factory, known as Yuzhmash, has fallen on hard times. The Russians canceled upgrades of their nuclear fleet. The factory is underused, awash in unpaid bills and low morale. Experts believe it is the most likely source of the engines that in July powered the two ICBM tests, which were the first to suggest that North Korea has the range, if not necessarily the accuracy or warhead technology, to threaten American cities.


Übersetzung:

Während  des Kalten Kriegs hat die Fabrik die tödlichsten Raketen, einschließlich der riesigen SS-18 des sowjetischen Arsenals produziert. Sie ist sogar eine von Russlands primären Erzeugern von Raketen geblieben, nachdem die Ukraine ihre Unabhängigkeit gewonnen hat.

Aber da der pro-russische Präsident der Ukraine, Wiktor Janukowytsch von der Macht 2014 entfernt wurde, ist die staatliche Fabrik, bekannt als Yuzhmash, in wirtschaftlich schwieriges Fahrwasser geraten. Die Russen haben Aufträge zu Fortentwicklungen ihrer Nuklearstreitmacht storniert. Die Fabrik ist nicht ausgelastet, sie ist mit  unbezahlten Rechnungen und niedriger Moral überflutet. Experten glauben, dass sie die wahrscheinlichste Quelle der Motoren ist, die im Juli die zwei ICBM-Tests angetrieben haben, die als erste aufzeigten, dass Nordkorea möglicherweise nicht die Präzision der Sprengkopftechnologie, jedoch die Reichweite hat, um amerikanische Städte mit Raketen zu bedrohen.


In dem Artikel geht es noch weiter mit der Frage, wie viele solcher Triebwerke die Nordkoreaner wohl  haben könnten, ob und was Poroschenko wusste u.s.w.

Wer Lust hat, kann den Originalartikel hier lesen.

Bumerang

Das unter Obama mit Hilfe von Victoria Nuland, die mit ihrem Ausruf „fuck the EU“ Berühmtheit erlangte, für 5 Milliarden Dollar eingesetzte superdemokratische, westliche Werte-Regime hat Amerikas Superfeind nun befähigt, die USA mit Atomraketen anzugreifen. Dieser Bumerang ist eine der Konsequenzen der Chaos- und Zerstörungspolitik des Westens.

Ob man die Al-Kaida gegen Russland in Afghanistan trainiert hat, die später ISIS hieß, mit deren Hilfe man Libyen, den Irak und Syrien ins Chaos stürzte, deren Mitglieder nun aber wegen Misserfolgen immer mehr nach Europa abwandern - oder ob es nun Nordkorea ist; Scholl-Latours Prognose in seinem letzten Buch „Der Fluch der bösen Tat“ bewahrheitet sich täglich mehr.

Warum berichtet die NYT jetzt?

Mit derzeit 1250 redaktionellen Mitarbeitern verfügt das Unternehmen über die größte Zeitungsredaktion der Vereinigten Staaten von Amerika. Die New York Times wird in den größten Medien überwiegend als linksliberale Zeitung und den Demokraten nahe stehend eingeordnet.

Die Tatsache, dass Nordkorea aus der Ukraine beliefert wird, dürfte den US-Geheimdiensten nicht erst seit letzter Woche bekannt sein. Es stellt sich deshalb die Frage, warum diese Information jetzt an die größte US-amerikanische Tageszeitung geliefert wird.

Kein Zufall

Einfach nur Zufall? Sicher nicht. Für die Veröffentlichung dürfte es mindestens zwei handfeste Gründe geben.

1. Die Drahtzieher in den USA erkennen, dass in und mit der Ukraine kein Blumentopf mehr zu gewinnen  ist. Das russische Engagement dort ist beinhart. Dagegen kommen die Amerikaner und ihre europäischen Vasallen nicht an. Außerdem hat man das ukrainische Gold schon längst in den USA „gesichert“.

2. Die amerikanische Führung hat sich, mit dem sanktions- und kriegswütigen Kongress im Nacken, außenpolitisch mit ihren Drohungen gegen Nordkorea in eine verzwickte Lage gebracht.
 
Entweder Nordkorea wird angegriffen, dann würde einerseits der ganzen Welt die Schwäche der US-Armee vorgeführt, welche die Vasallen aufmerksam beobachten dürften. Andererseits könnte ein mächtiger militärischer Schulterschluss zwischen China und Russland demonstriert werden.

Oder, wenn Nordkorea nicht angegriffen wird, stellt sich die Frage: Wie kommt die USA nach der an den Tag gelegten Großmäuligkeit  aus der verfahrenen Situation raus, ohne dabei restlos das Gesicht zu verlieren.

Ohne die Hilfe Russlands und Chinas dürfte das nicht möglich sein. Das hat aber seinen Preis. Für Russland wäre der Rückzug der Amerikaner aus der Ukraine eine diskussionswürdige Verhandlungsmasse. Hinter den Kulissen dürfte schon eifrig „gedealt“ werden. Die konkreten Fakten der nächsten Monate werden zeigen, wozu die Verhandlungen geführt haben.