<link hintergrundinfos beitrag sanktionen-gegen-russland-es-hilft-ja-alles-nichts>Am 12.04. habe ich im Teil I auf die Auswirkungen der westlichen Sanktionen gegen Russland auf das kaufkraftbereinigte BIP/Kopf, BIP/Russland, Lohnentwicklung, Inflation und weitere Wirtschaftsdaten hingewiesen.

Bevor ich an der Stelle anknüpfe, noch ein Hinweis auf die Auswirkungen der im vorigen Artikel ebenfalls schon erwähnten Sanktionen gegen Oleg Wladimirowitsch Deripaska, dem unter anderem auch RUSAL, der zweitgrößte Aluminiumproduzent der Welt gehört.

Ostexperte.de berichtete dazu: „Zwei Wochen nach Einführung der Sanktionen gegen Rusal stieg der Aluminiumpreis um 35% auf 2.700 Dollar pro Tonne. Doch kurz nach Ankündigung des auf der US-Sanktionsliste stehenden russischen Milliardärs Oleg Deripaska, die Kontrolle an der übergeordneten En+ Group abzugeben, sind die Preise wieder leicht gesunken.

Zudem hoffen einige Händler auf den Einfluss der EU, deren Unternehmen ebenfalls unter hohen Aluminiumpreisen leiden. Kurz nach Staatsbesuchen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron sowie der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in den USA wurde die Frist, um Beteiligungen an Rusal abzugeben, vom 7. Mai auf den 6. Juni 2018 verlängert. Dennoch ist Aluminium laut Wedomosti derzeit 17% teurer als vor Ankündigung der Sanktionen. Außerdem gibt es bisher keinen eindeutigen Interessenten für die Übernahme von Deripaskas Anteilen.

Nach Angaben der WSJ Market Data Group befindet sich die Preisvolatilität auf dem höchsten Stand seit Beginn der Messung im Jahr 1997.

Auch an der Stelle sei die Frage gestattet, wie lange der Westen diese Dummheiten noch fortführen möchte.

Veränderungen während der Amtszeit Putins

Betrug die Arbeitslosenquote im Jahr 1998 noch knapp 14 Prozent, ist sie im Jahr 2017 auf 5,2 Prozent abgeschmolzen. Was die Grafik nicht zeigt, da sie 2017 endet: Die aktuelle Quote liegt bei 4,1 Prozent.

Zum Vergleich: Frankreich 8,8 Prozent, Italien 10,85 Prozent.

Einen Blick auf die Arbeitslosendaten von „shadowstats“ für die USA…

…konnte ich mir nicht verkneifen. Die US-Behörden weisen 4,8 Prozent aus, wogegen „shadowstats“ auf rund 23,8 Prozent kommt. Bei den Berechnungsmethoden, die in den USA angewendet werden, dürften die Daten von „shadowstats“ deutlich näher an der Realität liegen.

Russland bald größte Volkswirtschaft Europas?

Laut PricewaterhouseCoopers International (PwC) soll Russland  bis 2030 zur größten Volkswirtschaft Europas aufsteigen und  England und sogar Deutschland überholen.  PWC ist ein globales Netzwerk rechtlich selbständiger und unabhängiger Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Unternehmens- bzw. Managementberatung.

Der globale PwC-Verbund hat heute Mitgliedsfirmen in 157 Staaten, die weltweit zusammen mehr als 208.000 Mitarbeiter beschäftigen. Der Umsatz des Gesamtkonzerns belief sich im Geschäftsjahr 2015 auf 35,4 Milliarden US-Dollar. PricewaterhouseCoopers entstand durch den Zusammenschluss von Price Waterhouse und Coopers & Lybrand. Beide Ursprungsunternehmen bestehen jeweils seit über 150 Jahren.

PwC ist eine der vier umsatzstärksten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften der Welt, gehört neben  Deloitte, Ernst & Young (EY), KPMG zu den sogenannten Big Four. Hier geht es zur Studie.

Größter Getreideexporteur der Welt

Während die Wirtschaft Russlands nach wie vor von Öl- und Gaseinnahmen dominiert wird, hat auch der Agrarsektor unerwarteterweise in den letzten vier Jahren einen Boom erlebt. Russische Bauern produzierten 2017 etwa 135 Millionen Tonnen Weizen.

Bereits im Jahr 2016 wurde Russland zum Weltmarktführer bei Weizenexporten. Seit Anfang der 2000er Jahre hat sich der Anteil Russlands am Weltweizenmarkt von vier auf 17% vervierfacht.

Im  September 2017 schrieb „Finanzen100“ das Börsenportal von „Focus“: „Größter Getreideexporteur der Welt: Russland wird still und heimlich zur Supermacht bei einem der wichtigsten Rohstoffe.

27,8 Millionen Tonnen Weizen hat Russland zwischen Juli 2016 und Juli 2017 exportiert. Damit setzte sich Putins Reich erstmals an die Weltspitze, noch vor der gesamten EU und den USA. Das US-Landwirtschaftsministerium schätzt sogar, dass es im Kalenderjahr bis zu 31,5 Millionen Tonnen werden - ausgerechnet Getreide wird für Russland zur Goldgrube.

Gold

Jährlich  fügt die russische Zentralbank ihrem Bestand 500 bis 600 Tonnen von den Bergleuten ihres Landes hinzu. Zudem wird Gold am Weltmarkt gekauft.

Immobilien

Zu guter Letzt werfen wir noch einen Blick auf die Eigentumsquote bei Immobilien.

In der Bundesrepublik versucht man seit Jahrzehnten diese Quote von müden 40 Prozent auf wenigstens 50 Prozent anzuheben. Das ist nun endlich gelungen. Im Vergleich zu Russland mit einer Eigentumsquote von knapp 90 Prozent bleibt die Bundesrepublik jedoch weit abgeschlagen zurück.

Fazit

So wie es aussieht, haben die Sanktionen dem Riesenland bisher nicht geschadet. Deutschland hingegen dürften sie nach Ansicht des Ostausschusses bis zu 300.000 Arbeitsplätze gekostet haben.

Zar Alexander III (Regierungszeit 1881 bis 1894) sagte einmal: "Russland hat nur zwei Verbündete: seine Armee und seine Flotte."

Spätestens die militärische Überlegenheit Russlands, über die ich bereits im Sommer letzten Jahres auf Cashkurs ausführlich berichtete, dürfte den Träumen der westlichen Finanzeliten, sich die Schätze Russlands gegen Luftgeld einzuverleiben, den Garaus machen.

Es ist Zeit für Europa und vor allem für Deutschland, den Blick nach Osten zu wenden. Dort spielt mit der neuen Seidenstraße die Wirtschaftsmusik der Zukunft. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, eröffnete vor wenigen Tagen ein Güterzug eine neue Schienenverbindung aus dem Norden Chinas in die iranische Hauptstadt Teheran.

Lernen Sie – oder Ihre Kinder – Mandarin und Russisch. Das dürfte eine der besten Zukunftsinvestitionen sein.