Die auf WikiLeaks veröffentlichten Dokumente lassen Hillary Clinton als korrupte Politikerin und Donald Trump als gefährliches Monster dastehen. Was ist gefährlicher in der Wahrnehmung? Eine Schwindlerin, die die Wahrheit klaut oder ein Monster, das tötet?

Realität spielt bei auch bei dieser Wahl keine Rolle. Wenn dem so wäre, hätten sich die Wähler größere Sorgen um die Rolle der Clinton-Stiftung oder den Betrug bei TV-Diskussionen gemacht, bei denen ihr die Fragen vorab zur Kenntnis gelangt sind. Man hätte sich wohl auch über die Tricks der Clinton-Kampagne aufgeregt, bezahlte Unruhestifter auf Wahlkampfveranstaltungen von Donald Trump zu schicken. Oder über die auffallend hohen Redehonorare von Hillary Clintons. Dies alles scheint noch immer nicht zu geschehen, da ein Monster bedrohlicher erscheint als eine Schwindlerin.

Ist der Grad der Korruption rund um die demokratische Kandidatin das allgemein akzeptierte „New Normal“, nicht zuletzt bei ihren Unterstützern? Gibt es überhaupt Clinton-Unterstützer Clintons, die sie als unverfälscht und ehrlich verteidigen würden? Ihre Unehrlichkeit scheint ihrer Popularität keinen Abbruch zu tun.

Wer Donald Trump favorisiert, weiß um seinen offensiven Charakter, seinen schlechten Informationsstand in politischen Fragen, seine Steuervermeidungsstrategien, sein schwieriges Verhältnis zu Fakten. Dennoch soll das „Monster“ auf jeden Fall ins Weiße Haus, um dort etwas Neues zu etablieren, nachdem man Altes zerstört hat.

Das Wahlkampfteam von Hillary Clintons hat die Offensivität des politischen Gegners, seine Übertreibungen und das Bild eines Sexisten und Rassisten erfolgreich in den Vordergrund gerückt.

Tatsächlich erscheint der Trump zugeschriebene Hass auf Menschen aufgrund ihrer Geschlechtsmerkmale, ihrer Hautfarbe oder ihrer sexuellen Vorzüge nunmehr schwer nachzuweisen. Dies ist beispielsweise bei den Themen Grenzkontrollen zu Mexiko oder dem Schutz vor ausländischen Terroristen der Fall, bei denen Forderungen Trumps schnell in die Nähe von Rassismus gerückt werden.

Auch Trumps nächtliche Twitter-Posts sollten einen Kandidaten in einem scheinbar labilen Zustand zeigen. Tatsächlich hielt sich lediglich dessen Schlafbedürfnis in engen Grenzen.

Die Ansichten der Menschen, die Trump für ein Monster halten, sind schwer zu verändern. Sollte Trump nach seiner Wahl die Politik eines Adolf Hitler einschlagen, ist – wie in allen anderen ähnlichen Fällen auch – landesweiter Widerstand von unten vonnöten, mit Hilfe dessen Trump auf Basis des Zweiten Verfassungszusatzes gestürzt wird.

Die Betrachtungen Trumps als „Monster“ ist eine Illusion. Es ist kaum vorherzusagen, welcher Kandidat die bessere Politik machen wird. Die jeweiligen Steuergesetzgebungspläne oder Strategien, wie man den IS bekämpfen kann, erscheinen gleichermaßen wenig überzeugend. Doch ein Blick hinter die Fassade des „Monsters unter dem Bett“ wäre für Amerikas Öffentlichkeit mit Sicherheit zielführend. Die Entscheidung, wer die bessere Politik macht, wird man dem Wähler hingegen nicht abnehmen können.


Dies ist eine Kurzzusammenfassung des englischen Original-Beitrages von Zero Hedge, der am 23. Oktober u.a. bei „ValueBit News“ veröffentlicht worden ist.

Den bei „ValueBit“ erschienenen englischsprachigen Beitrag finden Sie unter diesem Link:

http://news.valubit.com/2016/10/23/the-crook-versus-the-monster