Liebe Leserinnen und Leser,

der Höhenflug geht weiter. Nachdem in der letzten Woche die Entscheidung der EZB dem Dax über die -bis dahin erneut- umkämpfte Marke bei 13.000 Punkten verhalf, erklimmt der Leitindex auch in diesen Tagen neue Höchststände und legt über 200 Punkte zu. Als nächste Marke ist die 13.660 und danach die des Öfteren schon genannten 14.600 Punkte im Visier. Obwohl eine Korrektur nötig wäre, sind die Rahmenbedingungen für steigende Kurse weiter gegeben.

Auch seitens der amerikanischen Notenbank FED ist mit der Nominierung von Jerome Powell als Nachfolger der bisherigen Notenbankchefin Janet Yellen keine Kehrtwende in der Geldpolitik zu erwarten. Die Zinsen bleiben wohl sowohl hierzulande als auch in den Vereinigten Staaten auf unabsehbare Zeit auf historisch niedrigem Niveau. Daran wird auch der allseits erwartete, sicherlich moderate, Zinsschritt seitens der FED im Dezember nichts ändern.

Es scheint, als würde das jahrelang in die Märkte gepumpte billige Geld nun auch in der Realwirtschaft ankommen. Man kann es jedenfalls nicht anders sagen: es läuft momentan wie geschmiert, wohin man auch blickt. Doch zu welchem Preis?

Die Zerschlagung des Mittelstands schreitet unaufhörlich voran und die Monopole wachsen

Richtig. Der Preis für die zunächst rettend erscheinenden Maßnahmen der Notenbanken ist exorbitant hoch! Nicht nur für den kleinen Sparer, sondern für die gesamte Gesellschaft. Denn da langsam aber sicher die aufzukaufenden Staatsanleihen ausgehen, werden immer mehr Unternehmensanleihen gekauft, was zu einer extremen Verzerrung der Märkte zu Gunsten der Großkonzerne führt. Denn der kleine Mittelständler begibt bekanntlich keine Anleihen und zahlt bei seiner Hausbank für einen Kredit deutlich mehr Zinsen.

So wird auch hier die bereits ungleiche Situation weiter verschärft und der Entstehung von Monopolen und Oligopolen Vorschub geleistet. Dies ist von den Reichen und Mächtigen augenscheinlich auch so gewollt, um sich nicht mit Kleinkram herumschlagen zu müssen und die komplette Kontrolle zu übernehmen.

Die Macht der Meinungshoheit ist mit Geld nicht zu bezahlen

Die Kontrolle über die Meinungsäußerung und -verbreitung und damit letztlich der Meinungsbildung einer Gesellschaft, ist im großen Spiel ein schier unermessliches Gut.

Nicht verwunderlich also, dass Mark Zuckerberg verlautbaren lässt, dass ihm die Kontrolle –Entschuldigung- der Schutz der Community vor Fake-News wichtiger ist als die Gewinnmaximierung von Facebook. Dies sollte wirklich jedem der über 2 Milliarden Nutzer weltweit zu denken geben!

Man überlege, was passieren würde, wenn sich all diese Menschen zusammenschließen würden, um der schlecht getarnten Abschaffung der Meinungs- und Informationsfreiheit gemeinsam und entschlossen entgegen zu treten. Denn alleine hat der Verbraucher keine Macht, nur wenn er sich mit Gleichgesinnten zusammenfindet.

Dies ist jedoch nicht nur an sich schon schwierig genug, manchmal erscheint die Macht für eine echte Oppositionsbildung bereits zu ungleich verteilt.

So bleibt wohl nichts übrig, als stets sein Bestes in Sachen Aufklärung zu geben, anstatt auf die eigenständige Zersetzung oder Reformierung des Systems aus seinem Inneren heraus zu warten - für diesen Fall jedoch zu hoffen, dass es danach -bestenfalls geläutert- weitergeht. Evolution braucht eben doch ihre Zeit.

An dieser Stelle wünschen wir Ihnen viel Erkenntnisgewinn beim Lesen unserer Beiträge und ein angenehmes Wochenende. Vielleicht statten Sie ja auch Ihrem örtlichen Einzelhändler einen Besuch ab – und sei es nur, um mit ihm persönlich -anstatt über Facebook- zu kommunizieren.

Ihre

Cashkurs Redaktion