Liebe Leserinnen und Leser,

der Dax zeigte sich nach der zwischenzeitlich etwas turbulenteren letzten Woche insgesamt positiver. Nach einem schwächeren Wochenstart aufgrund der in Nordkorea am Wochenende stattgefundenen erfolgreichen Zündung einer Wasserstoffbombe und den Feierlichkeiten zum Labour-Day in Amerika, zeigten sich die Kurse in den folgenden Tagen etwas stabiler.

Während man auf dieser Seite des Atlantiks auf eine Bodenbildung für einen neuen Anlauf nach oben hofft, geht es derweil an den amerikanischen Börsen abwärts, einzig der Nasdaq kann nach vorheriger Konsolidierung wieder zulegen. Für den Dax ist charttechnisch die 12.050er Marke eine wichtige Unterstützung, hier verläuft die 200-Tage-Linie, nach oben hin sind zwar die Zwischenmarken bei 12.100 und 12.250 überschritten worden, doch erst mit einem Durchschlagen der 12.400 Punkte ist die alte Spanne verlassen und mit einer weiteren Aufwärtsbewegung zu rechnen.

Gold und EZB

Nach der Durchbrechung der schier ewigen Deckelung bei 1.300 USD pro Feinunze Anfang letzter Woche, ist beim Gold nun auch der nachhaltige Ausbruch nach oben gelungen. Charttechnisch gesehen könnten wir hier in den nächsten Monaten durchaus noch 200-300 Punkte zulegen.

Seitens Mario Draghi gab es am Donnerstag nicht wirklich viel Neues. Im Oktober steht nun die nächste Entscheidung an, wie mit dem Anleiheaufkaufprogramm weiterverfahren wird. Eigentlich läuft das Programm ja nur bis Dezember, doch im Oktober könnte dann über eine weitere Verlängerung oder auch Drosselung sowie eine Änderung der Maßnahmendauer entschieden werden.

USA: Hurrikan-Parade & klamme Kassen

Zur Stunde läuft die Massenevakuierung aus Florida, um sich vor dem Hurrikan „Irma“ in Sicherheit zu bringen. Von diesem Wirbelsturm, welcher wohl einer der stärksten Atlantikhurrikans überhaupt ist, werden hohe Schäden erwartet. Und die Schäden, die durch den kurz zuvor über Land gezogenen Hurrikan „Harvey“ verursacht wurden, sind noch nicht einmal richtig beziffert.

Diese Naturkatastrophen treffen die USA zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, denn die Liquiditätsreserven sinken auf 55 Mrd. US-Dollar und die Schuldenobergrenze ist fast erreicht. Der immer noch mit einem Restrisiko befürchtete Regierungs-Stillstand konnte zwar vorerst abgewandt und die entsprechende Diskussion in den Dezember verschoben werden, doch die Unsicherheiten bezüglich der Standfestigkeit der US-Regierung bleiben weiter bestehen.

Möglicherweise hat auch die Androhung eines Downgrade seitens der Ratingagentur Moody´s im Falle eines Government-Shutdown zur schnelleren akuten Lösung beigetragen. Denn der Verlust des AAA-Ratings hätte gefährliche Konsequenzen für die Anleihe-Märkte mit sich gebracht und im schlimmsten Fall zu dem Platzen der Mutter aller Blasen führen können – mit den entsprechend großen Auswirkungen auf die weltweiten Wirtschafts- und Finanzmärkte.

Kanzlerduell und Eskalationshöhepunkt

Falls Sie denken, dass diese beiden Worte ja nun mal überhaupt nicht zusammen passen, haben sie völlig recht. Das TV-Duell bot weder Eskalationen, noch Höhepunkte – doch was soll auch bei medialer Gleichschaltung und dem demokratischen Kasperltheater der deutschen Einheitspartei herauskommen?

Gemeint sind an dieser Stelle die ihren momentanen Höhepunkt erreichenden gegenseitigen Kriegsdrohungen zwischen den USA und Nordkorea. Heftigere Drohungen kann man gar nicht mehr aussprechen, bevor es vollends lächerlich würde, daher steigt an dieser Stelle die Wahrscheinlichkeit ernsthafter kriegerischer Auseinandersetzungen wieder an, wenn hier nicht eine diplomatische Kehrtwende vollführt werden kann.

Interessanterweise drehen sich die aktuellen Diskussionen hier um EMP-Schläge, also dem Einsatz elektromagnetischer Pulse, welche zu einem Totalausfall aller elektronischen Systeme führen würden. Diese Diskussion sollte künftig im Auge und im Hinterkopf gehalten werden, denn der tatsächliche Einsatz solcher, nicht letaler, aber wirtschaftlich desaströser Waffen könnte ein neues Zeitalter einläuten…

An dieser Stelle wünschen wir Ihnen viel Erkenntnisgewinn beim Lesen unserer Beiträge und ein schönes und erholsames Spätsommer-Wochenende ohne zu starke Wetterkapriolen oder sonstige Turbulenzen.

Ihre

Cashkurs Redaktion