Egal ob China, Asien, Gütertransport in den Vereinigten Staaten oder die Massenfrachtgüter- und Seefrachtgütermärkte. Es knirscht nicht nur im Gebälk, sondern die Anzeichen mehren sich, dass sich die globale Wirtschaft in einem empfindlichen Abschwung befindet. Wer in diesen Tagen auf die Entwicklung des Baltic Dry Index – oder die Preisentwicklung im Cape Size Sektor blickt –, traut kaum seinen Augen. Hier stehen gerade noch 358 mickrige Pünktchen zu Buche. Aber gewiss doch, die USA werden sich von dieser Entwicklung ganz sicher abkoppeln. Nun, das inländische Güterfrachtvolumen im Monat November 2015 weist auf Gegensätzliches hin. Wie auch eine ganze Reihe von anderen miesen Konjunkturdaten...

Seit rund einer Woche setzen sich die Anzeichen fort, die auf eine Stagnation des globalen Handels hindeuten. Nachdem zuletzt auf dem Atlantik zwischen den Vereinigten Staaten und Europa nicht ein einziges Containerschiff unterwegs war, befindet sich nun auch das in den USA gemessene Frachtvolumen im Rückgang.

Alberta/Kanada: Gewerbliche Immobilienmärkte im Crash-Modus

Schlagen Sie mich, werte Leser. Doch neben einigen anderen äußerst miesen Daten, die zurzeit aus den Vereinigten Staaten eingehen, weisen diese Entwicklungen auf eine in absehbarer Zeit bevorstehende Rezession in den Vereinigten Staaten hin. In Kanada, dem größten Handelspartner der Vereinigten Staaten deutet überdies aufgrund einer weiter einbrechenden Wirtschaft (Stichwort: Ex-Ölsand-Boom) nahezu alles darauf hin, dass die kanadische Zentralbank den eigenen Leitzins schon bald in negatives Terrain absenken dürfte.

Denken Sie in diesem Hinblick an die Lage an den Immobilienmärkten des Ahornlandes, an denen die Kanadier in den letzten Jahren sprichwörtlich all-in gegangen sind. Noch nie in der Geschichte des Landes hat die Verschuldung im privaten Wirtschaftssektor ein derart hohes Niveau erreicht wie heute. In der Ölprovinz Alberta, wo die gewerblichen Immobilienmärkte im Crash-Modus sind, erhalten Beobachter zurzeit einen Vorgeschmack darauf, was am nationalen Häusermarkt geschehen wird, wenn die Immobilienblase vollends platzen wird.

USA: Frachtvolumen im Landtransport sinkt erstmals seit 2012

Kommen wir auf die USA zu sprechen, wo das im Land transportierte Frachtvolumen im Monat November 2015 im Vergleich mit dem Vorjahr erstmals seit 2012 gesunken ist. Dies berichtete das US-Transportministerium vor etwa einer Woche. Gegenüber dem Vorjahr belief sich der Rückgang der mittels LKWs, Zügen, Pipelines, Inlandswasserwegen und per Flugzeug transportierten Güter um 1,1%. Betroffen sind vor allem die Kohletransporte, die sich aufgrund eines deutlich günstigeren Benzinpreises und strikteren Umweltauflagen im Rückgang befanden.

Selbstverständlich sind auch die Exporte im Hinblick auf in den USA produzierte Güter nicht verschont geblieben. Dies liegt vornehmlich an einem im Außenwert zu starken US-Dollar, der immer mehr Konzernen und Unternehmen in den Vereinigten Staaten große Probleme bereitet. Auch diese Entwicklung sollte ja laut zahlreichen Analysten und Ökonomen, die sich vor etwa einem Jahr zu diesem Thema äußerten, nicht sonderlich erheblich ins Kontor in Bezug auf die Gewinnentwicklung im amerikanischen Unternehmenssektor schlagen.

Tja, weit gefehlt, wie nicht anders zu erwarten. Es ist in der Tat sehr ruhig geworden um diese Protagonisten, die sich allzu optimistisch gegeben hatten, dass sich die US-Wirtschaft im Angesicht des globalen Abschwungs und der Eskalation des internationalen Währungskriegs von diesen Ereignissen würde abkoppeln können. Unterdessen lässt sich beobachten, dass es dem Fitzelchen an Restproduktion, das im Laufe der vergangenen Jahrzehnte noch in den USA verblieben ist, immer schwerer fällt, international wettbewerbsfähig zu bleiben.

US-Groß- und Einzelhandel: Hohe Lagerbestände, sinkende Neubestellungen

Nun, wie dem auch sei. Aus China weht der Wind. Ich bin sehr gespannt darauf, welche Töne in den USA – und vor allem im bevorstehenden Präsidentschaftswahlkampf – angeschlagen werden, wenn der Yuan gegenüber dem US-Dollar in den kommenden Monaten weiter abwerten sollte. Und eben jene Entwicklung lässt sich durchaus absehen. Die in Relation zu den Konsensprognosen unter Analysten und Ökonomen im November 2015 weitaus schlechter ausgefallenen Güterfrachtvolumen in den Vereinigten Staaten basierten ebenfalls auf einer teilweisen Suspendierung des Transports von verschiedenen Getreidesorten.

Viele Produzenten scheinen momentan darauf zu hoffen, dass sich die Preise an den Soft Commodity Märkten nach einem brutalen Absturz ein wenig erholen (ich berichtete). Aus diesem Grund halten nicht wenige Produzenten ihre Erzeugnisse zum aktuellen Zeitpunkt von den Märkten fern, um auf bessere Zeiten zu hoffen. Und nun kommen wir auf ein delikates Thema zu sprechen, das einmal mehr den amerikanischen Groß- und Einzelhandel betrifft. In der gesamten Branche sinken laut US-Transportministerium die Neubestellungen, da die Lagerbestände auf sehr hohen Niveaus liegen.

Nun, wen wundert dies, wenn man bedenkt, dass die letztjährige Weihnachtssaison abermals sehr enttäuschend ausgefallen ist und der US-Handel sich nach nicht erfüllenden Hoffnungen auf Absatzsteigerungen gegenüber dem Vorjahr die Wunden leckt. Wohin also mit diesen massiv hohen Beständen, die im aktuellen Umfeld einfach nicht abverkauft werden, weil der amerikanische Verbraucher augenscheinlich in einen Käuferstreik getreten ist? Richtig, die Rabattschlachten im Handel weiten sich nach der Weihnachtssaison gar noch weiter aus, was Tausende von Entlassungen in der gesamten Branche zur Folge hat.

Weitere Entlassungen im US-Einzelhandel

War es der Einzelhandelsriese Wal-Mart, der in der vergangenen Woche den Abbau von weltweit 16.000 Mitarbeitern bekannt gab, so zogen Macy´s und Gap mit der Ankündigung zu einer Entlassung von Tausenden von Mitarbeitern in dieser Woche nach. Abschließend sei gesagt, dass natürlich auch abstürzende Rohstoffpreise zum Rückgang des Frachtvolumens in den USA im November 2015 beitrugen. So reduzierten sich die Transporte im Öl-, Gas- und Minensektor laut US-Transportministerium erheblich gegenüber dem Vorjahr, da die stark rückläufigen Preise zu einem schmerzhaften Abschwung im Bereich der Bohraktivitäten in den USA geführt haben.

Werfen wir anschließend noch einen Blick auf die Massenfrachtgütermärkte und Entwicklung der Seefrachtraten. Ach Gottchen, hier zeigt sich, dass der Baltic Dry Index auf mickrige 358 Pünktchen eingebrochen ist (Notierung vom 20. Januar 2016). Jo, werte Leser, das gab´s noch nie! Während sich Notenbanken und Regierungen rund um die Welt alle Mühe geben, vorzugeben, die globale Lage weiterhin „im Griff zu haben“ und die Finanz- und Vermögensmärkte zu stabilisieren, crashen die weltwirtschaftlichen Aktivitäten diesen Akteuren gerade unter dem eigenen Hintern richtig weg.

Tja, welche Frage wurde auf Zero Hedge in der vergangenen Woche zu diesen publizierten Daten aufgeworfen? Antwort: Haben findige Zentralplaner auch schon einen Weg gefunden, um Handelsaktivitäten zu drucken? Ha, ha, dem lässt sich nichts hinzufügen! Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Abend!