Die Situation an den globalen Schiffscontainer- und Massengütertransportmärkten spitzt sich zu. Im Angesicht eines sich fortsetzenden Wirtschaftsabschwungs in China braucht einen das nicht großartig zu wundern. Nicht nur die massiven Überkapazitäten im Massengütergeschäft drücken auf die Transportpreise, sondern einem eskalierenden Konkurrenzkampf fallen auch immer mehr Arbeitsplätze in der Branche zum Opfer. So gab nun auch der weltweit größte Schiffscontainerdienstleister Møller-Maersk bekannt, 4.000 Mitarbeiter abzubauen.

Abwärtsspirale im Containerschiffsmarkt

Es geht nicht mehr anders. Bislang stemmte sich der weltgrößte Schiffscontainerdienstleister Møller-Maersk dem bislang ungesehen Abschwung in der Massengütertransportbranche. Doch am Mittwoch gab der dänische Konzern bekannt, 4.000 der insgesamt 23.000 an Land – und somit in den Seehäfen – arbeitenden Mitarbeiter abzubauen.

Wie kaum eine andere Branche befindet sich der Containerschiffsmarkt seit mehreren Jahren in Folge in einer Abwärtsspirale, die kein Ende zu nehmen scheint. Wie auch? Nachhaltiges Wachstum lässt sich in den meisten der Ökonomien rund um die Welt kaum mehr erzeugen. Zudem drückt und zwickt ein extrem hoher Verschuldungsgrad an allen Ecken und Enden.

Nehmen wir beispielsweise nur Indien. Dort brachen sowohl die Im- als auch Exporte im vergangenen Monat im Vergleich mit dem Vorjahr um 25% ein. Selbstverständlich ist es der anhaltende Wirtschaftsabschwung in China der viele Staaten der Asien-Pazifik-Region mit hinab zieht und vor allem die Exporttätigkeit dieser Staaten (mit) bedroht.

Es ist, wie Jim Rickards jüngst in seinem Gastbeitrag schrieb. Der alleinige Blick auf die Handelsbilanzentwicklung von Staaten wird im Angesicht eines generell schrumpfenden Welthandels immer irrelevanter. Neben der Mitteilung zum bevorstehenden Jobabbau gab Møller-Maersk ebenfalls bekannt, dass Optionen zum Kauf von sechs Triple-E-Klasse-Schiffen nicht gezogen werden.

Auf andere Weise scheint sich nun selbst das Management des dänischen Konzerns nicht mehr zu helfen zu wissen, um sich gegen den schärfsten Markteinbruch seit dem Höhepunkt der Finanzkrise entgegen zu stemmen. Neben einer Absage zum Erwerb der Triple-E-Klasse Schiffe gab Møller-Maersk zudem bekannt, auch vom Kauf von weiteren acht Schiffen der kleineren Klasse abzusehen.

Kostensenkungen nach Gewinnwarnung

Schon im vergangenen Monat schockte Møller-Maersk seine Investoren und Anleger mit einer satten Gewinnwarnung. Alle Anzeichen weisen darauf hin, dass der Konzern nicht länger gegen eine globale Wachstumsabschwächung, die sich mit massiven Überkapazitäten an den globalen Containerschiffsmärkten paart, immun ist.

In den kommenden zwei Jahren strebt der Konzern eine Senkung seiner Verwaltungskosten in Höhe von $255 Millionen an. Im 4. Quartal wird der Konzern 35 seiner bislang angebotenen Schifffahrtsrouten aus dem Programm nehmen. Schon zu Beginn dieses Jahres hatte Møller-Maersk auf regulärer Basis angebotene Routen aufgegeben.

Ich hatte vor mehreren Monaten darüber berichtet, dass auch der Konzern Drewry Shipping Consultants davor warnte, dass auf die gesamte Schiffscontainerbranche im Jahr 2016 noch weitaus härtere Zeiten als im laufenden Jahr zukommen könnten. Denn laut der Firma befinde sich die Balance zwischen Angebot und Nachfrage an diesen Märkten auf dem niedrigsten Niveau seit dem Ausbruch der globalen Finanzkrise.

Nicht auszuschließen, sondern eher davon auszugehen, dass sich dieser Abschwung in den nächsten Jahren fortsetzen werde, so das Unternehmen in seiner damaligen Analyse. Bei Drewry gibt man sich nach wie vor überzeugt, dass sich die gesamte Schiffs- und Massengüterfrachtindustrie inmitten einer durch horrende Überkapazitäten ausgelösten Krise befindet.

Alle Daten wiesen zurzeit darauf hin, dass sich diese Krise im nächsten Jahr noch verschärfen wird. Dies geht es auch aus der jährlich publizierten Marktanalyse mit dem Titel Container Market Annual Review and Forecast 2015/16 von Drewry hervor. So sank der durch Drewry berechnete Angebots- und Nachfrageindex für die globale Containerschifffahrtsbranche im laufenden Jahr auf 91 Punkte – und somit dem niedrigsten Niveau seit dem Jahr 2009.