Nicht nur die Superdürre in Bundesstaaten wie Kalifornien, sondern auch die einbrechenden Preise an den Rohstoffmärkten machen Amerikas Bauern schwer zu schaffen. Kein Wunder, dass aktuelle Prognosen für das laufende Jahr einen Absturz der Nettoeinkünfte von mehr als 30% unter den Bauern des Landes vorhersagen. Insbesondere die Preise für Getreide und Sojabohnen verharren nach einem deutlichen Rückgang auch weiterhin auf sehr niedrigen Niveaus, während die Kosten der Landwirte weiter am Klettern sind.

Im jüngsten Agrarbericht des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums heißt es, dass vor allem Bauern von der Entwicklung betroffen sein werden, die ihre bestellten Acker- und Landwirtschafsflächen von Drittanbietern angemietet haben. Viele dieser Bauern werden im laufenden Jahr wohl überhaupt keine Gewinne einfahren, sondern müssten sich schon damit zufrieden geben, wenn sie kostendeckend wirtschafteten.

Absturz nach Rekordeinkünften

Noch vor zwei Jahren markierten die allgemeinen Einkünfte der amerikanischen Landwirte ein neues Rekordhoch. Dies könnte sich in absehbarer Zeit jedoch ins Gegenteil verkehren. Laut Landwirtschaftsministerium werden die Einkünfte in der Agrarwirtschaft in 2015 das zweite Jahr in Folge sinken. Im Jahr 2014 sanken diese Einkünfte gegenüber dem Rekordjahr 2013 um 16%.

Die aktuellen Prognosen sehen Nettoeinkommen von landesweit $73,6 Milliarden in 2015 vor, was gegenüber 2014, in dem insgesamt $108 Milliarden erlöst wurden, abermals mit einem deutlichen Rückgang einher gehen würde. Im Rekordjahr 2013 wurden in Zahlen $129 Milliarden verzeichnet. Dies liegt insbesondere an einem prognostizierten Rückgang im Bereich der Feldfrüchte.

In diesem Sektor sollen die Einkünfte um mehr als 8% zurück gehen, was sich insbesondere auf den signifikanten Einbruch der Korn-, Mais- und Getreidepreise zurückführen ließe. Während der Maispreis im Jahr 2012 ein Rekordhoch bei mehr als $8 pro Bushel markierte, haben sich die Preise bis heute um mehr als 50% auf weniger als $4 pro Bushel verbilligt. Im Bereich der Sojabohnen kam es zu einer ähnlichen Entwicklung.

Dürre und Rohstoffpreise sorgen für eine Senkung der Prognosen

Die anhaltende Dürreperiode in den wichtigsten Anbaugebieten der USA trägt ihr Übriges zu sinkenden Nettoeinkommen im Landwirtschaftsbereich bei. Im gleichen Atemzug klettern die Kosten der Bauern – unter anderem für Düngemittel und Samen – weiter. Eine ganze Reihe von Beobachtern geht davon aus, dass ein nicht unerheblicher Teil der US-Landwirte unter finanziellen Druck und Finanzstress geraten dürfte.

Doch selbstverständlich eilt die US-Regierung zur Rettung. Wie der Bericht des Landwirtschaftsministeriums zeigt, unterhält die Bundesregierung diverse Programme, die heimische Landwirte aus Steuermitteln subventionieren, wenn die Rohstoffpreise für einen bestimmten Zeitraum auf niedrigem Niveau liegen. Es wird davon ausgegangenen, dass diese Subventionen im laufenden Jahr um etwa 15% ansteigen werden.

Viele Bauern sind in den letzten Monaten bereits in Verhandlungen mit ihren Ackerflächenvermietern eingetreten, um diese von einer Senkung der Mietpreise für Ackerbauflächen zu veranlassen. Doch viele Vermieter wollen sich darauf nicht einlassen. Landbesitzer seien laut Landwirtschaftsministerium am Realisieren, dass eine anhaltende Dürre und/oder Ausweitung dieser Dürre auf den traditionellen Mais- und Getreidegürtel des Landes einen erneuten Anstieg der Getreide- und Maispreise nach sich ziehen könnte.

Einsparen, wo dies möglich ist

Besser sieht es hingegen unter Bauern aus, die ihr eigenes Land bestellen. Deren Kosten liegen niedriger, weswegen auch weiterhin mit profitablen Bewirtschaftung der eigenen Ackerflächen zu rechnen sei. Unter allen anderen Bauern würden die Anstrengungen zu Kostensenkungen voraussichtlich stark wachsen.

Dieses Ziel wird insbesondere im Zuge einer Senkung der eigenen Haushaltskosten und einer Vermeidung von größeren Ausgaben für Ausrüstung und Equipment erreicht. Auch am Kauf von Düngemitteln dürfte teils deutlich eingespart werden. Nach wie vor liegen die beiden Bundesstaaten Kalifornien und Iowa an der Spitze der heimischen Lebensmittelproduktion, wie es abschließend im Bericht des Landwirtschaftsministeriums hieß.