Das gängigste Instrument, das genutzt wird, um die Größe und Wachstumsrate der Wirtschaft einer Nation zu messen, ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das BIP als Instrument weist jedoch einige Schwächen auf, vor allem, wenn man versucht, aus der so festgestellten Größe und Wachstumsrate der Wirtschaft den Wohlstand innerhalb der Bevölkerung abzuleiten. Was hiermit gemeint ist, zeigt sich zum Beispiel bei einem vergleichenden Blick auf China und die Vereinigten Staaten. Während die Vereinigten Staaten ein BIP von annähernd $16,5 Billionen bei einer Bevölkerung von 325 Millionen haben, liegt Chinas BIP bei knapp $11 Billionen, die Bevölkerung des Landes beläuft sich auf fast 1,4 Milliarden. Man könnte also annehmen, dass sich die Größe der chinesischen Wirtschaft auf zwei Drittel ihres amerikanischen Pendants beläuft. Wenn man allerdings miteinbezieht, wie sich die wirtschaftliche Aktivität auf die Bürger des Landes verteilt, wird klar, dass Chinas Wirtschaft lediglich ein Siebtel der US-Wirtschaft ausmacht. Folglich ist die chinesische Gesellschaft deutlich weniger produktiv und wohlhabend als die der USA.

Eine solche Rechnung stellt eine andere Form der BIP Berechnung dar: das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt. Wie oben demonstriert, ist dies ein wirksames Instrument, um die Effizienz der Wirtschaftsleistung verschiedener Länder miteinander zu vergleichen. Ferner dient es der Feststellung von Produktivität und Wohlstandstrends innerhalb eines Landes. Immer wieder haben wir auf den Abwärtstrend des globalen BIP-Wachstums hingewiesen, unter anderem anhand der nachfolgenden Grafiken:

In der obenstehenden Grafik ist das BIP als absolute Basis dargestellt, es beinhaltet weder die Größe der wirtschaftlichen Aktivitäten, noch das Pro-Kopf-BIP. In der untenstehenden Grafik ist das Pro-Kopf-BIP auf Zehnjahresbasis dargestellt.

Wie man mit einem Blick auf diese Grafiken schnell feststellen kann, scheint vor allem das Pro-Kopf-BIP (dargestellt in der letzten Grafik) besorgniserregend zu sein – vielmehr als das normale BIP (wie in den beiden ersten Grafiken sichtbar). Die wirtschaftliche Wachstumsrate pro Kopf liegt momentan unter einem halben Prozent und ist damit niedriger als in Zeiten der großen Finanzkrise im Jahr 2008 – es scheint zudem weiterhin bergab zu gehen.

Diese Grafik stützt unsere makro-ökonomischen Sorgen und kann dabei helfen zu erklären, warum so viele US-Bürger das Gefühl haben, zurückzubleiben. Faktoren in zahlreichen  ökonomischen Gewinnen sind nicht gleichmäßig verteilt – wie in dieser Analyse angenommen – sondern fallen hauptsächlich für den reichen Teil der Bevölkerung an. Das Problem verschlimmert sich dadurch nur noch weiter. Die wachsende soziale Angst und der Trend in Richtung Populismus, egal ob von konservativer oder liberaler Art, werden sich voraussichtlich nicht zerstreuen, solange sich die hier erwähnten wirtschaftlichen Trends fortsetzen.



Dieser Beitrag wurde mit freundlicher Genehmigung von http://www.valuewalk.com für Cashkurs übersetzt. Den Originalbeitrag finden Sie in englischer Sprache unter http://www.valuewalk.com/2016/09/gdp-growth-trend-even-less-than-meets-the-eye.