Zahlreiche Fondsanbieter hatte es in den vergangenen Monaten erwischt. Nachdem sich der Kapitalabzug unter Investoren in diversen Fondssegmenten in jüngster Vergangenheit teils deutlich verschärft hatte, waren es vor allem die Anbieter im Energie- und Junkbondsektor, die nicht selten heftig Federn lassen mussten. Doch damit nicht genug. Langsam aber sicher mehren sich Meldungen, die Liquidationen und Fondsschließungen auch unter den großen Anbietern wie Blackrock, KKR oder Carlyle zur Grundlage haben.

Nicht selten war in den vergangenen Wochen und Monaten zu vernehmen, dass eine Reihe von Fondsanbietern und Hedgefonds verwaltetes Kapital ihrer Kunden nach teils heftigen Verlusten returnieren würden. Manche Player hatte es gar in die Liquidation gerissen. Auch die Blackstone Group scheint von dieser Entwicklung nun nicht mehr verschont zu bleiben.

Denn einer der Blackstone-Mischfonds, der Investorenkapital unter anderem auch prozentual auf Hedgefondsanbieter verteilt hatte, schaute in diesen Tagen recht dumm aus der Wäsche nachdem der Fondsriese Fidelity Investments knapp die Hälfte seiner bis dato veranlagten Gelder abzog. Der Grund ist bislang nicht offiziell bekannt.

Betroffen von dieser Entwicklung ist der Blackstone Alternative Multi Manager Fund, der über einen Kapitalabzug von knapp $600 Millionen in den ersten drei Wochen dieses Monats berichtete. Gegenüber einem verwalteten Kapitalbetrag von rund $1,2 Milliarden zum Ende des Monats Februar hat sich das verwaltete Anlagekapital des Fonds somit nahezu halbiert.

Einmal mehr zeigt sich, wie anfällig auch Mischfonds gegen Schwankungen und Volatilitäten an den Finanzmärkten sein können, vor allem dann, wenn das Fondsmanagement von nur einem Großinvestor oder wenigen Großanlegern abhängig ist. Interessant ist, dass Fidelity Investments bei Blackstone hauptsächlich Gelder von reichen und finanziell wohlhabenden Kunden veranlagte.

Hierin könnte sich unter Umständen ein weiteres Mosaiksteinchen finden lassen, das darauf hinweist, auf welche Weise sich das Smart Money aus den Finanz- und Aktienmärkten am Zurückziehen ist. Fidelity Investments verwaltete zum Ende des Jahres 2015 insgesamt $145 Milliarden an internationalen Anlagegeldern.

An den durch Fidelity angebotenen Produkten dürfen Kunden erst ab einem Investmentbetrag von mindestens $50.000 teilhaben. Schon im Februar zog Fidelity Investments nahezu sein ganzes veranlagtes Kapital aus dem Blackstone-Konkurrenten Arden Alternative Strategies Fund ab.

Diese Entscheidung trug damals dazu bei, dass das Arden-Fondsmanagement diverse Fonds liquidieren musste. Auch bei der Carlyle Group mehreren sich die bedenklich stimmenden Nachrichten. Bereits im letzten Jahr entschloss sich das Carlyle-Management dazu, eine ganze Reihe von eigens betriebenen Mischfonds zu liquidieren.

Bei KKR erfolgte eine derartige Entscheidung gar schon zum Ende des Jahres 2014. Es waren unter anderem Hedgefondsikonen wie Stanley Druckenmiller, die schon vor mehreren Jahren erklärt hatten, ihre Aktivitäten in dem heutigen Marktumfeld einzustellen und das Geld der eigenen Klienten zu returnieren. Nicht nur den verrückten und völlig aus dem Ruder laufenden Hochfrequenzcomputerhandel machte Druckenmiller für seine Entscheidung mit verantwortlich.

Laut des einstigen Soros-Partners hätten Zentralbanken mittels ihrer Geldpolitik ein Umfeld an den internationalen Kapitalmärkten geschaffen, das für Investoren in keiner Weise mehr berechenbar und kalkulierbar sei. In einer Welt, die zudem mehr und mehr desintegriert und deren Regionen auseinanderstreben, dürften sich die Währungskriege und protektionistischen Tendenzen zudem mehren und weiter zementieren.

Inwiefern der zu beobachtende Kapitalabzug unter wohlhabenden Investoren aus Mischfonds ein Warnzeichen sein könnte, das zu einer erhöhten Vorsicht an den globalen Aktien- und Kreditmärkten Anlass gegen könnte, bleibt momentan noch abzuwarten. Gepaart mit den zunehmenden Schwankungsbreiten in vielen Kapitalmarktsegmenten würde es sich jedoch empfehlen, bestimmte Korrelationen, die sich über die letzten Wochen und Monate zwischen einzelnen Marktsegmenten ausgebildet haben, nicht aus dem Auge zu verlieren.  

Ihnen allen sei ein geruhsames und schönes Osterfest gewünscht!

Ihr,

Roman Baudzus